Interfriesischer Kongress  Saterfriesen reisen nach Westfriesland

| | 01.09.2022 08:09 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Der Friesenrat vor den roten Felsen der Nordseeinsel Helgoland. Dort treffen sich Friesen aus Nord-, West- und Ostfriesland alle drei Jahre. Dieses Jahr fand die Zusammenkunft im Mai statt. Auch die Saterfriesen waren dabei.
Der Friesenrat vor den roten Felsen der Nordseeinsel Helgoland. Dort treffen sich Friesen aus Nord-, West- und Ostfriesland alle drei Jahre. Dieses Jahr fand die Zusammenkunft im Mai statt. Auch die Saterfriesen waren dabei.
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Mitte September findet in der niederländischen Provinz Fryslân ein Kongress für Friesen aller Himmelsrichtungen statt. Auch die Saterfriesen kommen. Ihr Beauftragter hat große Pläne.

Leeuwarden / Saterland - Der Friesenrat organisiert am 15., 16. und 17. September den 28. interfriesischen Kongress. Der Kongress, der alle drei Jahre abwechselnd in den friesischen Regionen stattfindet, wird dieses Mal in der niederländischen Provinz Fryslân abgehalten. Thema ist dieses Jahr „die verbindende Wirtschaft der Frieslande“. Der Friesenrat ist ein Dachverband von Sprach- und Kulturorganisationen in den friesischen Gebieten in Deutschland und den Niederlanden. Ostfriesland und das Saterland sind in der Sektion Ost vertreten.

Der Kongress wird dieses Jahr mit der Konferenz der friesischen Geisteswissenschaften der Fryske Akademy kombiniert. Die findet zeitgleich Mitte September in Leeuwarden statt. Friesischbezogene Themen aller wissenschaftlichen Fachgebiete sollen dabei angesprochen werden. Am 17. September wird in Dokkum das Thema Wirtschaft angesprochen.

Themen vieler Fachgebiete

Vortragende sind: Nelleke IJssennagger und Han Nijdam (Fryske Akademy) zum Thema: Freie Friesen und ihr Kapital: ein historischer Überblick. Pieter van der Valk (Universität Wageningen) zur Zukunft der Landwirtschaft in den friesischen Ländern. Ynze Salverda (Stichting Ontwikkeling Geothermie Friesland) erläutert das Geothermieprojekt Bolsward. Martin Cnossen (Merk Fryslân) spricht über das Thema: Wie wertvoller Tourismus und Erholung zu einem neuen Fundament für eine lebenswerte Region werden. Otto Knottnerus (Rijksuniversiteit Groningen) stellt Geschichte, Gegenwart und Voraussichten der interfriesischen Kontakte dar und Jacqueline Hofstede und Taeke Tuinstra (NHL Stenden Hogeschool) berichten über „Breiter Wohlstand in Fryslân“.

Teilnehmen am interfriesischen Kongress kann jeder, der interessiert ist. Diese Gelegenheit nimmt auch der Saterfriesisch-Beauftragte Henk Wolf wahr. „Ja, sicherlich nehme ich auch teil.“, kündigt er an. Er wisse außerdem von mehreren Saterfriesen, die ebenfalls bei der Veranstaltungsreihe dabei sein wollen, beispielsweise Georg Pahl aus Wittensand, der langjährige saterfriesische Vertreter im Friesenrat, der zusammen mit seiner Frau teilnimmt.

Beim Friesentreffen im Mai auf Helgoland waren auch die Saterfriesen mit einer Abordnung vertreten - im Vordergrund Karl-Peter Schramm, der die Saterfriesen im Minderheitenrat vertritt. Archivfotos: privat
Beim Friesentreffen im Mai auf Helgoland waren auch die Saterfriesen mit einer Abordnung vertreten - im Vordergrund Karl-Peter Schramm, der die Saterfriesen im Minderheitenrat vertritt. Archivfotos: privat

Es geht um Vernetzung und Austausch

Für ihn sei das wichtigste Ziel solcher Kongresse immer die Vernetzung, erläutert der Saterfriesisch-Beauftragte: Man treffe sich bei diesen Gelegenheiten mit Nord-, Ost- und Westfriesen, höre, welche Projekte in deren Regionen so laufen und bespreche, was man vielleicht mit wem mal gemeinsam angehen und umsetzen könne.

Weil der Friesenrat seinen Kongress diesmal mit der wissenschaftlichen Konferenz der Fryske Akademy zusammengelegt hat, erfahren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch noch etwas über die neuesten Entdeckungen im Feld der Frisistik.

„Wir organisieren während der Konferenz mit einigen Sprachwissenschaftlern eine Reihe von Workshops über das Saterfriesische und werden bei dieser Gelegenheit auch einen wissenschaftlichen Arbeitskreis für die Sprache gründen“, kündigt Henk Wolf an. Eingeladen seien Sprachforscher aus Deutschland, den Niederlanden, den USA und Japan. Er hoffe, mit diesen in Zukunft gemeinsame Forschungsprojekte auf die Beine zu stellen.

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