23 fitte Spieler Firrels Coach verzichtet im Heimspiel auf sich selbst
Bernd Grotlüschen hat die für das Landesliga-Spiel am Sonntag die Qual der Wahl. Mit dem SV Holdorf ist ein unbekannter, euphorisierter Gegner zu Gast.
Firrel - Sowas hat Bernd Grotlüschen auch noch nicht erlebt: Der Trainer von GW Firrel kann für den Heimspiel-Auftakt der Landesliga-Saison seine Startelf aus 23 fitten Akteuren wählen – inklusive sich selbst. Deshalb kündigt der 37-Jährige gegenüber unserer Zeitung an, freiwillig auf seine eigenen Künste auf dem Feld verzichten zu wollen. „Die Jungs haben es zuletzt ohne mich gut gemacht. Außerdem bin ich erst frisch aus dem Urlaub zurück“, begründet Bernd Grotlüschen. Fürs sogenannte „Coachen“ von Außen sei das auch „gar nicht so verkehrt“, sagt er. Schließlich sei mit Ralf Potthoff der Co-Trainer nicht anwesend, der an der Seitenlinie das Kommando übernehmen könnte, wenn Bernd Grotlüschen selber spielt.
Auf den Spielberichtsbogen für die Partie am Sonntag gegen den SV Holdorf (16 Uhr) könnte er sich und seine 22 anderen Spieler aber draufschreiben. Dann wäre das Limit ausgereizt, wie Staffelleiter Stefan Brinker auf Nachfrage bestätigt. „Vor ein paar Jahren haben wir auf Wunsch der Vereine die Anzahl an Reservespielern hochgeschraubt“, so Brinker.
Unterschiedliche Leistung am Mittwoch
Bernd Grotlüschen muss zwar keinem Spieler sagen, dass er nicht im Kader ist, für die Startelf hat er dennoch die Qual der Wahl. „Darum bin ich aber auch nicht böse“, sagt er. „Da gab es auch andere Zeiten, in denen sich die Elf quasi von alleine aufgestellt hat.“
In dem Klub aus dem Kreis Vechta herrscht nach dem Aufstieg in die Landesliga – es war der größte Erfolg der Vereinsgeschichte – große Euphorie. So habe der SV einen Fanbus mit mehr als 50 Personen angemeldet, teilt Firrels Vereinschef Johannes Poppen mit. Er nennt den SV einen „sehr starken Aufsteiger“ – schließlich habe er zum Landesliga-Auftakt mit 3:1 gegen Frisia Wilhelmshaven gewonnen. Dennoch ist der Gegner am Sonntag eine große Unbekannte für Firrel. Noch nie gab es ein Duell dieser beiden Klubs. „Über Umwege“ – wie es Bernd Grotlüschen nennt – habe er sich über Holdorf schlau gemacht: „Ich habe gehört, dass Holdorf den Ball gut laufen lässt, gut nach hinten arbeitet und vorne einen Knipser hat.“ Gemeint ist Lukas Liedmann, der beim 3:1 gegen Frisia alle drei SV-Tore erzielte.
Doch schaut Bernd Grotlüschen lieber auf sein eigenes Team, will dem Gegner sein Spiel aufdrängen – und nicht andersherum. Seine Mannschaft ist derzeit sehr gut drauf und hat in dieser Spielzeit inklusive Vorbereitung noch kein Spiel verloren. Am Mittwoch setzte Firrel mit dem 8:0 im Ostfriesland-Cup gegen Bezirksligist Holtland ein Ausrufezeichen. Zeitgleich war auch der SV Holdorf gefordert. Er verlor sein Bezirkspokalspiel gegen den klassentieferen GW Brockdorf trotz einer zwischenzeitlichen 2:0-Führung noch, nach Elfmeterschießen. „Wir streben einen Sieg an“, macht Bernd Grotlüschen deutlich.