Arbeiten im Rückstand  Rost an Brücken soll es endlich an den Kragen gehen

| | 04.08.2022 10:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Viele Brückengeländer an den Südwieken sind nicht mehr schön. Sie sollen nach und nach hergerichtet werden. Im Bild die Brücke bei der Bäckerei Buss an der 1. Südwieke. Foto: Janßen
Viele Brückengeländer an den Südwieken sind nicht mehr schön. Sie sollen nach und nach hergerichtet werden. Im Bild die Brücke bei der Bäckerei Buss an der 1. Südwieke. Foto: Janßen
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Viele Geländer der Rhauderfehner Wieken-Brücken brauchen neuen Lack und Pflege. Die Gemeinde nimmt das jetzt in Angriff. Dabei hat sich für ein Bauwerk schon eine besondere Lösung gefunden.

Rhauderfehn - An den einst strahlend weißen Geländern hat sich Rost seinen Weg durch den Lack gebahnt. Grüner Belag macht sich breit: An vielen Brücken an den vier Rhauderfehner Südwieken sind die Geländer in keinem schönen Zustand: „Da muss dringend etwas gemacht werden“, appelliert Heinz Giermanns, Mitglied im Westrhauderfehner Ortsrat.

Das sehen die Zuständigen im Rhauderfehner Rathaus ebenso: „Mit diesen Arbeiten sind wir etwas in Rückstand geraten“, sagt Bauamtsleiter Michael Taaks. Das liege daran, dass in den vergangenen Monaten viele andere Planungen und Vorhaben abgearbeitet werden mussten. „Nach und nach sollen die Metallbrüstungen jetzt gemacht werden“, so Taaks, dem die optischen Mängel ebenfalls aufgefallen seien.

Maler hat schon einen Auftrag

Für 25 Fahrzeugbrücken, 24 Fußgängerbrücken und einige Dammstellen, die PKW-Verkehr ermöglichen, ist die Gemeinde zuständig. Davon befinden sich rund 25 Bauwerke an den Südwieken. Im Rathaus fallen sie in den Zuständigkeitsbereich von Thomas Weers. Er hat bereits zu einem Fehntjer Maler Kontakt aufgenommen. „Er wird demnächst in der 1. und 2. Südwieke anfangen die Geländer neu zu streichen“, so Weers. In der 3. Südwieke soll der Arbeitskreis Schule (AKSR) aktiv werden. „Junge Leute aus deren Werkstatt haben in der Vergangenheit auch schon mal Spielgeräte auf Spielplätzen neu gestrichen“, so Weers. Für die jungen Leute, die ins Arbeitsleben integriert werden sollen, seien diese Aufträge eine tolle Sache. Aber: „Die Werkstatt hat begrenzte Kapazitäten. Die AKSR-Mitarbeiter machen das so, wie es am besten passt.“

Um eine Brücke muss sich Weers wahrscheinlich keine Gedanken machen. Die bei der Bäckerei Buss an der 1. Südwieke. Dort könnte bald eine Anliegergemeinschaft zu Schwingschleifer und Pinsel greifen. Westrhauderfehns Ortsbürgermeister Jörg Furch hatte erklärt, er könne sich Brücken-Patenschaften vorstellen. Dabei könnten Nachbarschaften sich um die Pflege „ihrer“ Brücke kümmern. „So, wie es bei einigen Spielplätzen schon der Fall ist. Die Anwohner mähen zum Beispiel regelmäßig Rasen. Da stellen wir Arbeitsmaterial und geben einmal im Jahr 300 Euro für ein Grillen als Dankeschön“, sagt Michael Taaks. Das funktioniere gut.

Die Anliegergemeinschaft an der 1 Südwieke hat die Hubertusbrücke gebaut. Auch um die "echte" Brücke, die ein Stück weiter steht, würden sich die Freiwilligen kümmern. Foto: Janßen
Die Anliegergemeinschaft an der 1 Südwieke hat die Hubertusbrücke gebaut. Auch um die "echte" Brücke, die ein Stück weiter steht, würden sich die Freiwilligen kümmern. Foto: Janßen

Helfer stehen in den Startlöchern

Für die Brücke an der 1. Südwieke hat sich gleich eine Freiwilligen-Gruppe gefunden: Horst Meyer und seine Nachbarn. „Wir sind eine Nachbarschaftsgemeinschaft, die das Brauchtum pflegt. Wir treffen uns alle vier Wochen. Zum Weihnachten bauen wir Dekoration am Kanal auf. Und wir haben die Hubertusbrücke, einen Klappbrücken-Nachbau, errichtet: Hinter der Brücke, die wir jetzt gerne herrichten würden“, sagt Horst Meyer. Die Truppe warte nur auf grünes Licht von der Gemeinde. Weers will nun Kontakt aufnehmen.

Die Idee gefällt auch Heinz Giermanns. Aber: „Für die meisten Brücken werden sich wohl keine Nachbarschaften finden. Die müssen trotzdem gemacht werden.“ Und: Nicht die Farbe allein sei das Problem. „Zum Teil sind auch die Unterbauten nicht mehr gut. Da muss von Fachleuten drauf geguckt werden. Die Brücken sind wichtig für das Fehnbild. Und sie fallen allen Besuchern sofort ins Auge.“

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