Guter Preis, gute Leistung  Urlaub in Ostfriesland sitzt für viele noch drin

| | 24.07.2022 18:32 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Miriam Kulessa (rechts) und Daniela Kirschstein von der Tourist-Information Rhauderfehn mit dem Gastgeberverzeichnis. Foto: Janßen
Miriam Kulessa (rechts) und Daniela Kirschstein von der Tourist-Information Rhauderfehn mit dem Gastgeberverzeichnis. Foto: Janßen
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Alles wird teurer, die Menschen sparen - aber nicht an den Ferien. Zumindest im südlichen Ostfriesland sind die Buchungszahlen top. Das ist für viele Branchen wichtig.

Rhauderfehn/Ostfriesland - Lebensmittel, Gas und andere Dinge werden immer teurer. In vielen Familien ist deshalb Sparen angesagt. In Sachen Urlaub wollen viele Menschen aber (noch) nicht kürzer treten. Zumindest im südlichen Ostfriesland ist der Zulauf noch ungebrochen. Mehr noch: „Das Ergebnis der zentralen Zimmervermittlung vom vergangenen Jahr - 1,6 Millionen Euro - haben wir in diesem Jahr schon vor ein paar Wochen erreicht. Es zeichnet sich ein neuer Rekordwert ab“, sagt Kurt Radtke, Geschäftsführer des Feriengebietes Südliches Ostfriesland. „Wir sind sehr zufrieden.“

Für die Region ist das eine überaus gute Nachricht. Denn: Die Touristen sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. 190 Millionen Euro, so Radtke, lassen die Feriengäste jährlich hier: „An Eintrittsgelder, für Freizeitaktivitäten, Einkäufe, Restaurantbesuche und ähnliches.“ Fehlende Urlauber würden sich also in vielen Branchen bemerkbar machen.

„Das spricht für uns“

Wie sich die Lage weiter entwickele, bleibe abzuwarten: „Im Herbst wird sich zeigen, wie es weitergeht. Gerade die immens steigenden Energiekosten könnten sich natürlich auf die Reiselust auswirken“, so Radtke. Er ist jedoch optimistisch: „Unsere Region hat ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. An der Küste ist der Urlaub teurer. Das spricht für uns“, sagt er. So bleibe die Hoffnung, das große Einbruch bei den Buchungen im südlichen Ostfriesland auch im kommenden Jahr ausbleibe. „Eine Prognose ist aber schwierig.“

Guter Dinge ist man bislang auch in Rhauderfehn. Wie im Feriengebiet gab es auch hier keine nennenswerten Stornierungen. Und: „Gerade zum Ferienbeginn war es schon schwierig, für Interessenten noch eine Unterkunft zu finden. Bei einigen Gastgebern ist der Belegungskalender wirklich sehr gut gefüllt“, sagen Miriam Kulessa und Daniela Kirschstein von der Tourist-Information Rhauderfehn. Aber: „Wir hier im Binnenland haben immer einen großen Teil von Gästen, die kurzfristig buchen. Und da muss sich erst noch zeigen, ob diese Buchungen auch weiterhin kommen. Oder ob angesichts von Krieg und Gasmangel und anderen Nachrichten Urlaub eher hintenan gestellt wird.“ Im kommenden Jahr werde man dann sehen, ob Urlaub ein Luxusartikel werde oder für die Menschen ein wichtiger Standard sei, auf den man nicht verzichten wolle.

Im Kleinen ganz groß

„Ich persönlich glaube aber, dass kleinere Angebote, also Mikroabenteuer, weiter gut angenommen werden. Also zum Beispiel Konzerte, Radtouren oder ein Tag in der Stadt“, so Kulessa. Und genau das versuche die Rhauderfehn-Touristik zu suggerieren: „Im Kleinen sind wir ganz groß.“

In Leer, bestätigt Kurt Radtke, stünden jetzt oftmals Menschen in der Tourist-Information und fragten nach, was man denn hier an einem Tag Schönes erleben könne: „Die sind mit dem 9-Euor-Ticket gekommen und wollen sich einfach mal Leer anschauen.“

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