Allstar-Spiel in Steenfelde Selbst eine St.-Pauli-Legende verneigt sich vor SuS-Torwart
Diesen Tag in Steenfelde wird Christian Woortmann in bester Erinnerung behalten. Er ließ beim 3:5 Ivan Klasnic und Co. zeitweise verzweifeln. So verlief das Rekordspiel.
Steenfelde - Unmittelbar nach Spielschluss in Steenfelde stürmten die ersten Kinder auf den Platz – um auf Autogramm- und Foto-Jagd zu gehen. Die ehemaligen Profifußballer des FC St. Pauli ließen sich nach dem 5:3-Sieg nicht lumpen. Sie stellten sich dafür gerne zur Verfügung. Währenddessen klatschten die Hamburger „Oldies“ fair mit ihren Gegenspielern, den Allstars von SuS Steenfelde, ab.
Ein Steenfelder wurde dabei überschwänglich gewürdigt: Torwart Christian Woortmann. Der 41-Jährige, der bei Steenfelde Torwarttrainer und Alte-Herren-Keeper ist, hatte mit etlichen Paraden eine höhere Niederlage seiner Mannschaft verhindert. St. -Pauli-Legende André Trulsen verneigte sich nach der Partie sogar vor dem SuS-Torwart. „Du hast ja nicht nur die Dinger aus dem Tor gekratzt, sondern auch richtig Fußball gespielt“, sagte Trulsen, der 383-mal für die Profimannschaft der Kiezkicker aufgelaufen war, zu Woortmann.
Klasnic fand seinen Meister in Woortmann
Mit letzterem Teilsatz meinte Trulsen vor allem eine Szene in der 49. Minute. In dieser täuschte Christian Woortmann an, den Ball nach vorne zu schießen, machte dann aber einen Haken – und ließ so den verdutzten St. Pauli-Angreifer Kai Dittmer ins leere Laufen. Der beste Mann auf dem Feld genoss das Spiel sehr, wie Wortmann sagte. „Vor dieser Kulisse zu spielen, ist ein Traum.“ Dass er am Samstag die beste Leistung in seiner Torwart-Karriere geboten hat, wollte er so nicht stehen lassen. „Es war eines meiner besten Spiele“, sagte Wortmann.
Spieldaten
Steenfelde Allstars – St. Pauli Traditionself 3:5 (0:1).
Steenfelde: Christian Woortmann; Gerrit Tellkamp, Andreas Hoek, Thomas Lüppens, Klass Klassen, Michael Doeden, Gerd Lalk, Dennis Drost, Willi Hippen, Johannes Gautier, Jan Klassen, Rainer Hoek, Frank Meyer, Sebastian Stöpke, Thorsten de Buhr, Kevin Harbers, Thomas Murra, Lars Reinders, Joachim Raske, Jörg Müller, Jan Kromminga, Dirk Hoek, Pascal Gerlach, Christopher Zarbock, Pascal Walker, Andre Deredas.
St. Pauli: Nico Jeschke; Ralf Sievers, Andre Trulsen, Mark Pomorin, Jan-Philipp Rose, Davor Sako, Johann Stenzel, Klaus Ottens, Kai Dittmer, Michel Dinzey, Ivan Klasnic, Christian Prokopp, Andreas Jeschke, Jörn Großkopf, Werner Dröse.
Tore: 0:1 Stenzel (18.), 0:2 Pokropp (38.), 1:2 Kromminga (39.), 1:3 Stenzel (42.), 1:4 Dittmer (44.), 1:5 Pokropp (52.), 2:5 R. Hoek (Foulelfmeter, 65.), 3:5 Deredas (70.).
Unter anderem den ehemaligen Bundesliga-Topstürmer Ivan Klasnic ließ Woortmann verzweifeln. Der 42-jährige Kroate hatte sieben Tage zuvor viermal in Timmel genetzt. Dort war er mit der Traditionself von Werder Bremen angetreten. Nun reiste erneut nach Ostfriesland, blieb jedoch torlos. Stattdessen trafen für den FC St. Pauli die eher unbekannteren Spieler Johann Stenzel und Christian Pokropp (je zweimal) und Kai Dittmer. Während des Spiels feierten 2000 Zuschauer ein echtes Fußballfest. Damit wurde der Zuschauerrekord von SuS Steenfelde, der zuvor bei 800 Zuschauern (Benefizspiel für Flutopfer) gelegen hatte, praktisch pulverisiert.
Eine Bierdusche vor den Fans
Die erste große Chance der Partie hatten die Gastgeber in der vierten Minute. Doch Willi Hippen scheiterte an FC-Torwart Nico Jeschke. Johann Stenzel brachte die Gäste nach toller Klasnic-Vorlage schließlich in Führung. Es war der einzige Treffer in der ersten Hälfte. Es wurden zweimal 35 Minuten gespielt.
Nach dem Seitenwechsel wurde es wesentlich torreicher. Nachdem Steenfeldes Jan Kromminga zwischenzeitlich zum auf 1:2 verkürzt hatte, zog die deutlich spielüberlegene Traditionself des FC St. Pauli binnen elf Minuten auf 5:1 davon. Die Schlussphase gehörte den Gastgebern. Rainer Hoek markierte per Foulelfmeter das 2:5. In der letzten Aktion des Spiels krönte Andre Deredas eine Einzelleistung mit dem 3:5-Endstand. Jubelnd mit ausgestreckten Armen drehte er zum SuS-Fanblock ab – und kassierte eine Bierdusche.
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