Österreichs höchsten Berg bezwungen  Ostfriese fährt 27 Kilometer nur bergauf

| | 18.06.2022 12:18 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Geschafft! Nach etwas mehr als zwei Stunden war Wolfgang Wallenstein im Zeil auf fast 2500 Metern über dem Meeresspiegel angekommen. Foto: Privat
Geschafft! Nach etwas mehr als zwei Stunden war Wolfgang Wallenstein im Zeil auf fast 2500 Metern über dem Meeresspiegel angekommen. Foto: Privat
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Wolfgang Wallenstein aus Veenhusen hat schon an mehreren Rad-Bergrennen teilgenommen. Nun kann er auch hinter den Glocknerkönig einen Haken machen.

Veenhusen - Das ebenerdige Ostfriesland ist ideal fürs angenehme Radfahren. Es gibt aber auch Athleten, die suchen Herausforderungen auf dem Rad – so wie Wolfgang Wallenstein aus Veenhusen. Solche Leute zieht es dann in die Berge. Wolfgang Wallenstein fuhr übers Pfingstwochenende nach Österreich, um dessen höchsten Berg mit dem Rad zu erklimmen. Der Großglockner misst stolze 3798 Meter. Mit diesem Ziel war der 55-Jährige vom RSV Leer aber nicht alleine. Rund 2000 Teilnehmer aus vielen Nationen folgten diesem Ruf und bissen beim 25. Glocknerkönig auf die Zähne. Dieses Rennen gehört im Amateur-Radsport zu den populärsten Bergrennen im gesamten Alpenraum.

„Neben dem Ötztaler-Radmarathon, Dreiländergiro und Maratona dles Dolomites stand der Glocknerkönig schon immer auf meiner To-do-Liste“, sagt der Veenhuser. „Ich werde höchstwahrscheinlich Wiederholungstäter bei diesem Mega-Event.“

Ständige Steigung ab 9 Prozent

Wolfgang Wallenstein ging beim Glocknerkönig über die Classic-Strecke an den Start. Diese war 27,3 Kilometer lang – klingt erstmal nicht viel. Aber: „Das täuscht gewaltig. Schließlich ging es permanent bergauf.“ 1671 Höhenmeter galt es zu meistern. Sich auf dieses spezielle Sportevent vorzubereiten, war für den Ostfriesen schwierig. „Wie willst du das hier in Ostfriesland trainieren? Das einzige, was du machen kannst, ist bei Wind gegen den Wind zu fahren“, erzählt Wolfgang Wallenstein. So war der Start beim Glocknerkönig einer ins Ungewisse.

Los ging es im oberbayrischen Bruck auf 755 Metern über dem Meeresspiegel. Die Tour endete am Fuscher Törl, einer der bekanntesten Punkte entlang der Großglockner Hochalpenstraße, auf 2.428 Metern. 18 Kehren und ab Kilometer 14,5 eine ständige Steigung von 9 bis 15 Prozent verlangten den Startern jede Menge Willenskraft und körperliche Höchstleistung ab.

Obwohl Wolfgang Wallenstein pandemiebedingt in den vergangenen beiden Jahren an keinem Bergrennen teilnehmen konnte, belegte der Ostfriese ohne Bergtraining beim ersten Start des Klassikers einen 110. Altersklassen- und 441. Gesamtplatz. Für die Strecke brauchte er 2:13:13 Stunden. In der Sprintwertung von Bruck bis zur Mautstelle Ferleiten wurde Wallenstein als 86. von knapp 300 Startern in seiner AK gewertet. „Mit diesem Ergebnis bin ich absolut zufrieden“, sagt der Veenhuser, dem bei Kaiserwetter wie jedem Finisher im Ziel die Glocknerkönig-Medaille umgehängt wurde.

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