Bilanzgewinn gesteigert Volksbank Westrhauderfehn mit positiver Bilanz im Jahr 2021
Auf der Vertreterversammlung in Holterfehn wurde ein gutes Ergebnis vorgestellt. Doch für die Zukunft sind die Verantwortlichen zurückhaltend - aus bestimmten Gründen.
Westrhauderfehn/Holterfehn - Ein höherer Bilanzgewinn, eine Steigerung bei den Kundenkrediten und ein weiterer Boom beim Immobiliengeschäft: Die Volksbank Westrhauderfehn konnte am Donnerstagabend auf ihrer Vertreterversammlung viele positive Zahlen für das Jahr 2021 verkünden. Die Versammlung fand zum ersten Mal im Hotel Meyerhoff in Holterfehn statt. Rund 130 Vertreter und Gäste waren gekommen, um sich von den Volksbank-Vorständen Uwe Brechtezende und Kai Stöter über die Entwicklungen des vergangenen Jahres informieren zu lassen.
Brechtezende erklärte in seiner Rede: „Die Baukonjunktur war auch 2021 der Treiber unseres Kreditgeschäftes. Die Kundenkredite konnten noch einmal um zwölf Prozent auf mehr als 369 Millionen Euro gesteigert werden.“ Sowohl im privaten Bereich als auch im gewerblichen Sektor habe es eine hohe Nachfrage gegeben. Insgesamt sei ein Bilanzgewinn von 878.000 Euro (874.000 Euro im Vorjahr) erwirtschaftet worden. Davon gehen etwa 701.000 Euro in die Ergebnisrücklage. Rund 177.000 Euro werden an die Mitglieder als Dividende ausgeschüttet.
Bei der Prognose zurückhaltend
Auch in den ersten beiden Quartalen im Jahr 2022 sei das Geldinstitut auf Wachstumskurs. Doch Brechtezende betonte, dass es so vermutlich nicht weitergehen werde. Der Krieg in der Ukraine, die hohen Energiepreise, die steigende Inflationsrate und der Zins-Anstieg bei Baukrediten würden dazu führen, dass auch die Volksbank Westrhauderfehn für die Zukunfts-Prognose eher zurückhaltend ist. Wegen dieser Risiken besonders auf dem Wohnungsmarkt hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) jüngst beschlossen, dass Banken bis spätestens Februar 2023 mehr Eigenkapital zurücklegen sollen. „Deswegen ist es auch für uns wichtig, das Eigenkapital weiter zu stärken“, betonte Volksbank-Vorstand Kai Stöter.
Die Volksbank Westrhauderfehn vergibt aber nicht nur Kredite für Immobilien an ihre Kunden, sondern sie investiert auch selbst - zum Beispiel in das Mühlenquartier am Rhauderfehner Ortseingang. Dort baut die „Mühlenquartier Projektgesellschaft“, dessen Gesellschafter je zu 50 Prozent die Volksbank Immobilien GmbH und die Weco Holding sind, 19 Eigentumswohnungen mit Tiefgaragen-Stellplätzen. „Wir befinden uns bei dem Projekt auf der Zielgeraden. Bis September sollte alles fertig sein“, so Brechtezende. Acht dieser Wohnungen hat die Volksbank selbst gekauft und wird sie vermieten. Die Bank hat zudem das bislang unbebaute und rund 2700 Quadratmeter große Grundstück, das direkt an der Bundesstraße liegt, erworben. „Was wir damit machen, ist noch offen. Das ist Zukunftsmusik“, so Brechtezende weiter.
Neubau in Langholt
Auch in die Filiale in Langholt hat die Volksbank kräftig investiert. Dort entsteht zurzeit ein Neubau sowie fünf Mietwohnungen. Die Eröffnung der Filiale, die neben der persönlichen Beratung am Schalter auch Geldautomaten für Auszahlung und Einzahlung bieten wird, ist für September geplant. Vorstands-Vorsitzender Brechtezende verwies allerdings darauf, dass die Bank genau hinsehen müsse, wo sie ihr Geld ausgibt. So sei beispielsweise der Geldautomat beim Combi-Markt in Ostrhauderfehn abgebaut worden und soll auch nicht wieder ersetzt werden. „Wir hätten dort in einen neuen Automaten investieren müssen. Doch das wollten wir nicht - auch weil Bargeld nicht mehr die Bedeutung hat wie früher.“
Die Volksbank hat neben ihrer Hauptstelle in Westrhauderfehn und der Filiale in Langholt auch noch Standorte in Collinghorst und Ostrhauderfehn. Sie beschäftigt insgesamt 102 Mitarbeiter und neun Auszubildende. 18.816 Kunden haben 36.363 Konten bei der Bank. Dem Aufsichtsrat gehören weiterhin Wolfgang Mengers (Vorsitzender), Dr. Mareike Engelberg, Dr. Ulrike Gitmans und Henning Strenge an. Neuwahlen für dieses Gremium standen dieses Mal nicht an.