Barßeler Straßenbeleuchtung Rat entscheidet künftig, wo Laternen stehen
Im Verkehrsausschuss Barßel setzte sich die Mehrheitsfraktion von CDU/FDP gegen die Verwaltung durch: Künftig entscheidet der Rat, wo Straßenbeleuchtung installiert wird.
Barßel - Zumindest den Mitgliedern der CDU im Ausschuss für Straßenbau und Verkehr ging am Mittwoch bei der Sitzung im Pfarrheim ein Licht auf. Sie hatten beantragt, dass die Verwaltung bei anstehenden Erneuerungen in alten Baugebieten den Einsatz intelligenter Straßenbeleuchtung prüfe. Dabei schaltet sich die Beleuchtung nur ein, wenn sich Fußgänger nähern. Befindet sich niemand auf der Straße, geht das Licht aus.
Die beste Methode, um Energie zu sparen, sei, keine Energie zu verbrauchen, so die CDU im Ausschuss. Doch die Ausführungen des Bauamtsmitarbeiters Heinz-Georg Coners brachte den CDU-Mitgliedern Erleuchtung: Coners machte zunächst deutlich, dass die Gemeinde in den vergangenen Jahren erhebliche Aufwendungen zur Verbesserung der Straßenbeleuchtung getätigt habe, um Energie zu sparen. 2008 wurden 800 Laternen mit Energiesparleuchten ausgestattet. Dadurch sei der Energieverbrauch um etwa die Hälfte reduziert worden. Seit 2010 werden bei Neuanlage und Austausch von Beleuchtung ausschließlich Lampen mit LED–Technik beschafft.
Einsparung minimal
„Da die Kosteneinsparung durch intelligente Beleuchtung minimal ist, macht es keinen Sinn, diese einzusetzen“, so Coners. Zudem werde die Lebensdauer der Leuchten durch dauerndes Ein- und Ausschalten verkürzt. Derzeit lasse sich eine solche Anschaffung nicht rechtfertigen. Aber man müsse die Entwicklung im Auge behalten.
„Wir hatten ja auch nur den Antrag gestellt, die Angelegenheit zu überprüfen. Einen Einsatz der Beleuchtung hatten wir nicht gefordert. Die jetzt vorgebrachten Zahlen sprechen eindeutig dagegen“, sagte Hans Eveslage (CDU). „Für die Zukunft könnte so etwas sicherlich zum Tragen kommen. Derzeit rechnet sich das nicht“, stellte Hubert Niemeyer (Bürgerfraktion) fest. Dem stimmte auch Heino Willhaus (SPD) zu. Der Vorschlag von Cornelia Ballent (Grüne), den Beleuchtungszeitraum zu reduzieren, um so Energie zu sprachen, fand kein Gehör. „Der Zeitraum, in dem die Straßenlampen leuchten, ist schon kurz. Daran sollte man nicht drehen“, so Coners.
Rat entscheidet über Straßenbeleuchtung
Wo in Zukunft in alten Baugebieten Laternen installiert werden, das entscheidet in Zukunft der Rat der Gemeinde Barßel. Bislang war es so, dass Straßenbeleuchtung installiert wurde, wenn 50 Prozent der Anlieger dies wünschten und schriftlich beantragten. Diese Regelung wurde mit Mehrheit der Gruppe CDU/FDP im Ausschuss aufgehoben. Damit stimmte die Fraktion gegen das Ansinnen der Verwaltung, die bestehende Regelung zu belassen. „Es ist uns wichtig in allen Baugebieten Straßenbeleuchtung zu installieren. Die Bevölkerung wird immer älter in diesen Wohngebieten, und es entstehen dort neue Wohnhäuser für seniorengerechtes Wohnen“, steht im Antrag von CDU/FDP. „Wenn in den Straßen Baumaßnahmen stattfinden oder - wie jetzt - Breitbandversorgung verlegt wird, können gleich Kabel für die Straßenbeleuchtung mit verlegt werden. Man solle den Barßelern vermitteln, dass der Rat anstrebe, überall Laternen zu installieren. Einige seien immer gegen Beleuchtung in ihrer Straße.
„Hier wird den Anwohnern die Demokratie genommen. Sie sollten selbst darüber entscheiden, ob sie Straßenbeleuchtung möchten. Es sollte bei der derzeitigen 50-Prozent-Regelung bleiben“, fand Niemeyer (BFB). Er finde den Antrag von CDU/FDP „unmöglich“, so Willhaus (SPD). „Wir setzen den Menschen Beleuchtung vor die Nase, obwohl sie das vielleicht nicht wollen. Sie werden zur Kasse gebeten, und das in der heutigen Zeit, wo alles teurer wird. Das können wir den Leuten nicht zumuten.“ Auch Cornelia Ballent (Grüne), die im Ausschuss beratendes, aber nicht abstimmungsberechtigtes Mitglied ist, wollte an der bisherigen Regelung nichts ändern. „Die bisherige Regelung hat sich bewährt. Es sollte so bleiben“, fand auch Barßels Bürgermeister Nils Anhuth (parteilos).
Der Sitzung vorausgegangen war eine Bereisung des Gemeindegebiets. Viele Ausschussmitglieder und auch der Bürgermeister nahmen dazu das Rad, die übrigen fuhren im Bus.
Der Ausschuss nahm laufende Projekte in Augenschein sowie solche, die in den vergangenen Monaten nach Ratsbeschlüssen umgesetzt worden sind. Man sah sich den ausgebauten Deichwanderweg an und die Gewerbegebiete in Lohe und an der Friesoyther Straße sowie die Erweiterung des Baugebiets Elisabethfehn-West, das Baugebiet Barßelermoor und die Straße An der Hinterwieke an.
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