Fußball  Werder-Aufstieg: Papenburger stürmten zu früh aufs Spielfeld

| | 16.05.2022 18:29 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Als die Nachspielzeit noch lief, stürmten die E-Junioren aus Papenburg schon aufs Feld und wurden von den Werder-Profis wieder hinuntergeschickt (links). Foto: Privat
Als die Nachspielzeit noch lief, stürmten die E-Junioren aus Papenburg schon aufs Feld und wurden von den Werder-Profis wieder hinuntergeschickt (links). Foto: Privat
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Auch tausende Fans aus Ostfriesland und umzu erlebten den Werder-Aufstieg vor Ort. Die E-Junioren aus Papenburg sorgten mit einem zu frühen Platzsturm für Aufsehen.

Bremen - Werder Bremen steigt auf – und Ostfriesland ist mittendrin. Von Ossiloop-Moderator Heino Krüger über Larrelts Trainer Marten Sandmann bis zum Leeraner Landrat Matthias Groote: Sie alle erlebten die Bundesliga-Rückkehr hautnah im Weserstadion und in der Stadt. „Es war ein toller Tag. Alle waren einfach nur glücklich“, sagt Sven Bünting. Der Trainer des SV Wallinghausen ist seit Jahrzehnten Fan und dürfte das ausgesprochen haben, was tausende Ostfriesen am Sonntag in Bremen vor, beim und nach dem 2:0 gegen Jahn Regensburg erlebt haben.

Radtour nach Bremen

Sven Bünting ist sein ganzes Leben schon Werder-Fan und durfte als einer der Höhepunkte 2004 sogar die Double-Feierlichkeiten miterleben. „Das jetzt war noch euphorischer. So eine Stimmung, auch in der Stadt, habe ich selten erlebt“, erzählt der 54-Jährige. Er genoss diese bereits am Vorabend des Spiels. Gemeinsam mit seiner Frau Heike sowie seinem Schwager und seiner Schwägerin war man schon am Samstag nach Bremen gereist – mit dem Fahrrad. „Das hatten wir uns mal vorgenommen.“ Die Gruppe ließ sich erst nach Bad Zwischenahn bringen und fuhr dann von dort die restlichen rund 80 Kilometer mit dem E-Bike. Am Montag ging es dann nach zwei Hotelübernachtungen und mit dem Aufstieg im Gepäck wieder auf dem Rad zurück nach Ostfriesland.
Sven Bünting ist Grün-Weiß durch und durch: Als Fan von Werder Bremen und als Trainer vom SV Wallinghausen. Foto: Doden
Sven Bünting ist Grün-Weiß durch und durch: Als Fan von Werder Bremen und als Trainer vom SV Wallinghausen. Foto: Doden

Sven Bünting besitzt eine Dauerkarte, hatte diese aber einem Bekannten gegeben, damit er mit den drei Reisebegleitern die Partie schauen konnte. Wie viele weitere Zehntausende sah das Quartett die Partie in einer Bremer Kneipe und schnupperte nach dem Coup noch Aufstiegsluft am Osterdeich, wo die Mannschaft in einem offenen LKW stundenlang mit den Fans feierte. „Auch das waren wunderbare Momente.“

Papenburger stürmten Platz zu früh

Nach dem Schlusspfiff brachen im Weserstadion alle Dämme, tausende Fans stürmten auf den Rasen. Aber als allererstes und noch mitten im Spiel taten dies die E-Junioren-Fußballer von Blau-Weiß Papenburg. „Die Jungs haben die Gunst der Stunde genutzt. So schnell konnte ich gar nicht gucken, wie die auf dem Feld waren“, erzählt Trainer Christian Jacobs lächelnd. Zum Ende des Spiels verließen die Zehn- und Elfjährigen ihre vorderen Plätze in der Westkurve und rückten hinter die Bande in die Nähe des Spielfeldes. „Die Ordner hatten auch wohl die Order, die Kinder vorzulassen.“ Doch damit hatten sie nicht gerechnet: Es lief noch die Nachspielzeit, als die Emsländer in ihren Papenburg-Trikots aufs Feld rannten und von den Werder-Spielern dann lächelnd und freundlich wieder heruntergeschickt wurden. Das Spiel war dann einige Sekunden unterbrochen und das Telefon von Jakobs piepte fortan unentwegt: „Das wurde ja live auf Sky übertragen.“ Als dann der Abpfiff ertönte, rannte das Team geschlossen mit tausenden anderen Fans auf den Rasen und genoss die besondere Stimmung.
Auch die E-Junioren der JSG Riepe/Simonswolde/Ihlow erlebten einen unvergesslichen Tag und genossen nach dem Spiel die „Fußball-Party“ auf dem Rasen. Foto: Privat
Auch die E-Junioren der JSG Riepe/Simonswolde/Ihlow erlebten einen unvergesslichen Tag und genossen nach dem Spiel die „Fußball-Party“ auf dem Rasen. Foto: Privat

Das taten auch die E-Jugend-Fußballer der SpVg Aurich und der JSG Riepe/Simonswolde/Ihlow. Sie hatten sich wie Papenburg für das Finalturnier des EWE-Cups am 21. Mai in Bremen qualifiziert und zusätzlich 30 Freikarten für das Regensburg-Spiel erhalten. So erlebten die ostfriesischen Nachwuchskicker einen unvergesslichen Tag.

Landrat traf den Werder-Präsidenten

Der Leeraner Landrat Matthias Groote ist großer Werder-Fan, besitzt sogar eine Dauerkarte im Weserstadion. Da ließ er es sich nicht nehmen, auch beim letzten Zweitliga-Saisonspiel dabei zu sein. Auch beim Fanmarsch vor der Partie vom Marktplatz zum Stadion lief Groote mit. „Auf dem Weg habe ich den Werder-Präsidenten Hubertus Hess-Grunewald getroffen – ein ganz sympathischer, glückseliger Mensch“, erzählt Matthias Groote.
Der Leeraner Landrat Matthias Groote (Mitte) traf mit seinem Bruder Christian (rechts) beim Fanmarsch sogar Werders Präsidenten Hubertus Hess-Grunewald. Foto: Privat
Der Leeraner Landrat Matthias Groote (Mitte) traf mit seinem Bruder Christian (rechts) beim Fanmarsch sogar Werders Präsidenten Hubertus Hess-Grunewald. Foto: Privat

Das Spiel und den Platzsturm verfolgte der Osterfehntjer gemeinsam mit seinem Bruder Christian Westphal von der Westtribüne aus. „Später haben wir dann auch noch eine Ehrenrunde auf dem Platz gedreht und sind dann zeitig gefahren. Mit Grillen haben wir den tollen Tag ausklingen lassen.“

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