Straßenausbau im Saterland  Kosten für Ausbau lösen Bedenken und Ängste aus

| | 09.05.2022 17:06 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
90 Prozent der Kosten für die Erschließungsmaßnahme werden auf die Grundstückseigentümer umgelegt. Foto: Passmann
90 Prozent der Kosten für die Erschließungsmaßnahme werden auf die Grundstückseigentümer umgelegt. Foto: Passmann
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Anlieger der Emsstraße in Sedelsberg müssen 90 Prozent der Ausbaukosten tragen. Die Gemeinde versucht durch Gespräche, Verständnis für die Maßnahme herzustellen.

Saterland - Vier Straßen in Ramsloh, Strücklingen und Sedelsberg sollen in nächster Zeit ausgebaut werden. Während die Anwohner der beiden Straßen Fännes Hachte und Fännes Tuun in Ramsloh sowie der Goethestraße in Strücklingen diesem Vorhaben der Gemeinde Saterland gelassen entgegenblicken, sieht das in Sedelsberg anders aus. Dort werden die Anlieger der mehr als 60 Jahre alten Emsstraße zur Kasse gebeten. 90 Prozent der Kosten werden auf sie umgelegt. Es gab zwei Infoveranstaltungen der Gemeinde.

Das seien keine unerheblichen finanziellen Belastungen. Die lösten verständlicherweise Bedenken und Ängste aus, so Bürgermeister Thomas Otto.

Verständnis für Maßnahme aufbringen

„Wir versuchen aber durch Gespräche und Transparenz zumindest Verständnis für diese Maßnahme herzustellen. So weit möglich, werde auch versucht, persönliche Belange hinsichtlich der örtlichen Ausgestaltung von Park- und Grünflächen mit einzubeziehen.

„Die Ersterschließung der Emsstraße ist in den vergangenen mehr als 60 Jahren nie erfolgt“, so Otto. Die Maßnahme sei in der Vergangenheit, auch unter Rücksicht auf die Anlieger, politisch bewusst immer wieder herausgeschoben worden. „Doch nach Beschwerden aus der Anwohnerschaft über den Zustand der provisorischen Straße, die gerade nach stärken Regenfällen kaum noch befahrbar ist, ist dann im vergangenen Jahr der politische Beschluss gefasst worden, die Straße nun nach Jahrzehnten entsprechend dem heutigen Stand der Technik zu erschließen.“ Das koste leider nun eine große Summe, von denen 90 Prozent auf die Anlieger umzulegen seien.

Ausschuss für Ausbau der Straßen

Zuletzt hatte der Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Verkehrswesen, Fremdenverkehr und Digitalisierung der Gemeinde sich für den Endbausbau dieser vier Straßen ausgesprochen. Für den Ausbau der Straßen Fännes Hachte und Fännes Tuun wurden 410.000 Euro in den Haushalt eingestellt, für die Goethestraße 200.000 Euro. Die Anwohner haben bereits mit dem Kauf der Grundstücke ihren jeweiligen Erschließungsbeitrag in voller Höhe bezahlt.

Für den Ausbau der Emsstraße hat der Rat eine Investitionssumme von 616.000 Euro in den Haushalt eingestellt. Davon entfallen 350.000 Euro auf den Straßenbau, 50.000 Euro auf die Straßenbeleuchtung, 110.000 Euro auf den Regenwasserkanal, 60.000 Euro für die Regenrückhaltung und 46.000 Euro für Regenwasserhausanschlüsse, wobei letzterer Posten nicht mehr benötigt werde.

Die Emsstraße in Sedelsberg wird ausgebaut. Foto: Passmann
Die Emsstraße in Sedelsberg wird ausgebaut. Foto: Passmann

Altanlieger werden etwas entlastet

Der Ausbau ist eine Erschließungsmaßnahme, bei der die Kosten für den Straßenbau, die Straßenentwässerung und die Straßenbeleuchtung zu 90 Prozent auf die beitragspflichtigen Grundstücke umgelegt werden.

Die Gemeinde hat dort aber noch eine angrenzende Teilfläche erworben. Die wird über einen Abzweig aus der Emsstraße erschlossen. Dadurch werde es möglich einen Teil der Erschließungskosten und des notwendigen Regenrückhaltebauwerks kostenmäßig auf die dort neu entstehenden Baugrundstücke umzulegen. Dadurch werden die „Altanlieger“ auch etwas entlastet werden, so Otto.

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