Erinnerungen an langen Kampf
Schließung: Burlager Grundschule war nicht die einzige
In Rhauderfehn wurden drei Grundschulen wegen zu geringer Schülerzahlen geschlossen, in Ostrhauderfehn eine. Anders ist es in Westoverledingen.
Burlage/Oberledingerland - Mit seinem Wunsch, die geschlossene und leerstehende Grundschule in Burlage als Option für eine spätere Reaktivierung in der Rückhand zu behalten, hat Ratsmitglied Alfons Platt (Ampel+) ein längst geschlossenes Kapitel der Fehntjer Gemeindepolitik wieder geöffnet. Und Erinnerungen an den langen Kampf der Burlager um ihre Grundschule geweckt. Zwischen dem 2013 getroffenen Entschluss der Kommunalpolitik, Grundschulen zu schließen, und dem letzten Schultag im Sommer 2016, hatten die Burlager und Bürger anderer betroffener Orte sich vehement für den Erhalt ihrer Dorfschule eingesetzt.
Sie organisierten Demonstrationszüge durch Rhauderfehn, Plakataktionen, Menschenketten und klagten sogar vor dem Verwaltungsgericht Oldenburg gegen die Schließung. Ohne Erfolg. Im Juni 2016 sagten die letzten Kinder der Schule „tschüss“. Nurmehr 20 waren es noch an der Zahl. 2013, als Rhauderfehn ihre Grundschulstrukturreform und damit die Stilllegung der Bildungsstätte beschlossen hatte, waren es nicht viel mehr gewesen: 30 Jungen und Mädchen wurden damals in Burlage unterrichtet. 35 waren es in Klostermoor, 62 in Hahnentange. Alle drei Einrichtungen mussten wegen der geringen Schülerzahl letztlich dicht machen.
Wege kurz halten
Heute werden in Rhauderfehn 683 Schüler an den verbliebenen fünf Grundschulen unterrichtet: In Langholt sind es 264 Schüler, in Collinghorst 129, in Rhaudermoor 120, am Rajen 86 und an der Sundermann-Grundschule am Untenende 84.
793 Grundschüler gibt es in der Gemeinde Westoverledingen. Sie werden in insgesamt sieben Grundschulen unterrichtet. „Es bestehen aktuell keine Überlegungen zur Schließung einer kleineren Grundschule. In den nächsten Jahren werden alle Grundschulen aufgrund der geburtenstarken Jahrgänge der letzten Jahre benötigt“, sagt Rathaussprecherin Kirsten Beening. Ein weiterer Grund dafür, dass die Gemeinde an allen sieben Grundschulen festhalte, sei, dass die Schulwege für die Schülerinnen und Schüler kurz bleiben sollen.
Idafehn schloss schon 2009
Zu den größeren Grundschulen in Westoverledingen gehören die in Flachsmeer (176 Schüler), die in Ihrhove (175), Völlenerfehn (146) und Steenfelde/Großwolde (102). In Völlenerkönigsfehn werden 77 Jungen und Mädchen unterrichtet, in Ihren sind es 60 und in Völlen 57.
Ausschließlich zwei große Grundschulen gibt es in der Gemeinde Ostrhauderfehn: eine im Ort Ostrhauderfehn mit 234 Schülern, eine in Holtermoor mit 165 Schülern. Bis 2009 gab es eine weitere in Idafehn: die Paul-Schneider-Schule. Dort ist jetzt die Pflegeeinrichtung Sonnenhaus Idafehn.
„Aufgrund der sinkenden Schülerzahlen mussten die 1. und 2. Klasse ab dem Schuljahr 2006/2007 zusammengelegt werden. In den nächsten Jahren wäre eine Unterrichtsversorgung nur noch in zwei Kombiklassen mit jeweils einer Lehrkraft gewährleistet gewesen“, so Bürgermeister Günter Harders. „Eine Befragung der Eltern im Frühjahr 2008 brachte als Ergebnis, dass eine große Mehrheit die Kinder künftig nicht mehr unter den gegebenen Umständen an der Grundschule unterrichten lassen wollte.“
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