Wirtschaft
Gülleverwerter Revis fängt an zu bauen
Obwohl das Verfahren für den Gülleverwerter Revis, am c-Port zu bauen, noch läuft, hat das Unternehmen vom Gewerbeaufsichtsamt Oldenburg eine vorzeitige Genehmigung erhalten. Doch es gibt Auflagen.
Sedelsberg/Friesoythe - Das Münsteraner Unternehmen Revis Bioenergy hat am heutigen Mittwoch, 20. April, vorzeitig mit dem Bau der Biomethananlage im c-Port am Küstenkanal begonnen. Das teilte Unternehmenssprecher Tim van Bevern mit. Die durch eine Genehmigung des Gewerbeaufsichtsamtes Oldenburg (GAA) freigegebenen Arbeiten umfassen Erd- und Betonarbeiten.
Grundlage für diesen vorzeitigen Baubeginn bereits vor dem vollständigen Abschluss des aktuell laufenden Genehmigungsverfahren ist nach Angaben der Revis eine Entscheidung des GAA auf Basis des Paragrafen 8a des Bundesimmissionsschutzgesetzes (BImSchG). Dieser Paragraf kann von der Behörde angewandt werden, wenn mit der Entscheidung zugunsten des Antragstellers gerechnet werden kann. Zudem muss ein berechtigtes Interesse an einem vorgezogenen Baubeginn bestehen.
Einige Auflagen
Die am Dienstag erteilte Genehmigung umfasst nach Darstellung der revis einige Auflagen. So verpflichtet sich das Unternehmen aus Münster im Falle des Ausbleibens der finalen Genehmigung den früheren Zustand wiederherzustellen. Dazu sagt Revis-Geschäftsführer Simon Detscher: „Wir freuen uns über die Entscheidung des GAA und die Möglichkeit, jetzt mit unserer Anlage beginnen zu können.“
Die Aktivisten im Saterland, die erfolgreich einen Bürgerentscheid gegen die Ansiedlung von Gülleverwertern am c-Port durchgefochten hatten, hatten eigens einen Fachanwalt für Umweltrecht beauftragt, den Antrag der Revis zu prüfen. Jurist Thorsten Deppner fand mehr als 60 Einwände, die gegen den Bau der Biomethan-Anlage am c-Port sprechen. Die sollen bei einer Online-Konsultation am 6. Mai gemeinsam mit dem GAA und Vertretern der Revis erörtert werden. Neben den Einwänden des Berliner Anwalts sind nach Angaben von Uwe Rottmann, dem Leiter des Gewerbeaufsichtsamts Oldenburg, weitere rund 30 Einwendungen von Privatpersonen, Umweltverbänden und Betrieben eingegangen. Die Saterländer Umweltaktivisten, die den Verein „Bürgerbegehren Saterland und Umgebung“, BBSU, gegründet hatten, wurden von der Entwicklung kalt erwischt. Er wisse noch von nichts, erklärte BBSU-Sprecher Carsten Ambacher auf Nachfrage. Er setzte jedoch sofort hinterher, dass sich sein Verein umgehend bemühen werde, gegen den Bau der Revis-Anlage eine einstweilige richterliche Verfügung zu erwirken. Zu diesem Schritt habe ihnen auch Anwalt Deppner in einem solchen Fall geraten.
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