Fußball
Paukenschlag! Trio um Kapitän Koets verlässt Germania
Germania Leer muss nicht nur um den Verbleib in der Fußball-Landesliga bangen. Auch die Kaderplanungen bereiten Sorgen. Neben Lukas Koets verlassen auch zwei weitere Leistungsträger den Verein.
Leer - Lukas Koets ist keiner, der die Öffentlichkeit sucht. Er ist kein Mann der großen Worte. Und doch ist der Rheiderländer seit Jahren der Leitwolf von Fußball-Landesligist Germania Leer – allein durch seine Präsenz und Klasse auf dem Platz. Doch im Sommer verlässt der 25-Jährige das Germania-Rudel. Er möchte sich BW Papenburg anschließen. „Unterschrieben ist aber noch nichts“, sagt Koets. Während Leer um den Klassenverbleib bangen muss, kämpft Papenburg um den Aufstieg in die Oberliga mit. „Innerhalb der Germania-Mannschaft habe ich mich und fühle ich mich noch immer wohl. In Papenburg ist das Drumherum etwas ganz anderes. Auch die Ambitionen sind andere.“
Vor einigen Jahren hatte Koets schon einmal seinen Abschied von Leer verkündet. Er wollte zu seinem Heimatverein TV Bunde wechseln, ließ sich dann aber noch mal von Germania-Trainer und Förderer Michael Zuidema überreden. „Daraus habe ich gelernt. Damals tat es mir extrem leid für Bunde. Diesmal ist an meinem Abschied aus Leer wirklich nichts mehr zu machen“, sagt Lukas Koets.
TuRa kündigt weitere Neuzugänge an
Neben seinem Weggang steht auch fest, dass mit Mittelfeldspieler Julian Jauken und Stürmer Arlind Jonjic zwei weitere Leistungsträger Germania Leer nach dieser Spielzeit verlassen werden. Das Ziel von Jonjic ist bereits bekannt, auch er schließt sich einem Klassengefährten von Germania an: TuRa Westrhauderfehn.
„Wir freuen uns sehr, dass sich Arlind für uns entschieden hat“, sagt TuRa-Coach Erhan Colak, der durch den bereits feststehenden Abgang von Pascal Menken und Frank Waden vor allem für den Angriff Verstärkung sucht. Jonjic wird nicht der letzte Neuzugang von TuRa sein, wie Erhan Colak durchblicken lässt: „In den kommenden Tagen werden weitere Spieler folgen.“ Aus dem derzeitigen TuRa-Kader haben laut Colak zwölf Spieler die Zusage auch für die kommende Saison gegeben. „Ein, zwei Entscheidungen stehen noch aus.“ Die Personalplanungen der Fehntjer sind weit fortgeschritten.
„Für den Verein könnte es dramatisch werden“
Ganz anders sieht die Situation bei Germania Leer aus. Hier hat noch kein Spieler dem Verein zugesichert, auch in der kommenden Saison in Blau-Gelb auflaufen zu wollen. Offenbar hat es seitens des Vereins noch nicht mal Gespräche mit den Spielern bezüglich kommender Spielzeit gegeben. „Ich habe den Vorstand schon vor einigen Wochen – auch schriftlich – darauf hingewiesen, dass er da nun aktiv werden muss“, sagt Trainer Michael Zuidema. Passiert sei wohl noch immer nichts. „Mit mir hat noch niemand vom Verein gesprochen“, sagt der scheidende Spieler Julian Jauken. Laut Zuidema will Germania-Geschäftsführer Josef Karbach, der am Montag auch beim Training vorbeigeschaut hatte, in dieser Woche die Gespräche mit den Spielern aufnehmen. In dem ein oder anderen Fall ist es dafür aber bereits zu spät. Teils wurden Entscheidungen bereits getroffen: gegen Germania.
„Ich würde es schade und traurig finden, wenn die Mannschaft jetzt auseinanderfallen sollte. Ich habe ihr und dem Verein viel zu verdanken“, sagt Kapitän Lukas Koets. Ähnlich sieht es der ebenfalls scheidende Julian Jauken. „Für die Mannschaft tut es mir am meisten leid. Meine Entscheidung hat auch nichts mit der sportlichen Situation zu tun. Es liegt eher an den Rahmenbedingungen.“ Jene kritisiert auch Michael Zuidema. „Ich bin hier bei Germania nur als Trainer angestellt. Ich kann die Spieler sportlich überzeugen, ihnen gutes Training bieten. Aber alles andere ist nicht mein Part.“ Auch der Germania-Coach lässt noch offen, wie, wo und ob es für ihn über diese Saison hinaus weitergeht.
Der 39-Jährige macht aus seinen Sorgen keinen Hehl. „Für den Verein – vor allem für die Fußballabteilung – könnte es dramatisch werden, wenn nicht schnell und gut gehandelt wird.“ Mit Koets, Jauken und Jonjic verliert Leer nicht nur drei Leistungsträger. „Es sind Spieler, die eine hohe Identifikation mit Germania haben. Sie haben in der Jugend schon bei uns gespielt.“