Fußball

Fans haben die Qual der Wahl: Drei Landesliga-Heimspiele

| | 01.04.2022 18:29 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Die TuRa-Spieler wollen am Sonntag wieder punkten. Foto: Damm
Die TuRa-Spieler wollen am Sonntag wieder punkten. Foto: Damm
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Die ostfriesischen Fußball-Landesligisten hadern mit dem Spielplan der Abstiegsrunde. Alle drei spielen an diesem Sonntag zu Hause – TuRa steht ein schweres Spiel gegen Lohne bevor.

Ostfriesland - Wer am Sonntag hochklassigen Fußball in der Region sehen will, hat die Qual der Wahl: Denn gleich alle drei ostfriesischen Landesligisten haben ein Heimspiel. Und alle Partien beginnen um 15 Uhr. Dabei mussten ostfriesische Fußball-Fans am vergangenen Wochenende noch mindestens 90 Kilometer Fahrt auf sich nehmen, um einen Landesligisten spielen zu sehen. Dieses Schema zieht sich durch die kompletten zwölf Spieltage der Landesliga-Abstiegsrunde: Entweder spielen alle Ostfriesen-Teams zu Hause oder auswärts. „Vom Spielplan her ist es eine Vollkatastrophe“, sagt der Leeraner Trainer Michael Zuidema deutlich.

Auch Firrels Klubchef Johannes Poppen ärgert sich über die ungewöhnliche Konstellation. Jeder Verein habe zwar seinen „Stamm“ an Fans, die zu den Spielen kommen – egal wer sonst noch so in der Region spielt. „Doch es gibt auch eine Menge neutraler Leute, die einfach guten Fußball sehen wollen. Und diese Fans nehmen wir Vereine uns bei diesem Plan gegenseitig weg“, sagt Johannes Poppen. Auch Christian Schulte von TuRa Westrhauderfehn bezeichnet die gleichzeitigen Heimspiel-Ansetzungen der Ostfriesen als „unglücklich“. Ein dadurch entstehendes Zuschauer-Problem sehe er aber nicht. Größeren Einfluss habe da die Pandemie. „Seit Corona ist die Zuschauerresonanz allgemein weniger geworden – unabhängig, wer zeitgleich mit uns spielt“, sagt Schulte.

Zuidema: „Die Zeit für einen neuen Spielplan eilte ja auch“

Einen Vorwurf wollen die ostfriesischen Vereinsvertreter Staffelleiter Stefan Brinker bei der Erstellung des Spielplans aber nicht machen. „Das Zusammenfügen der zwei Qualifikationsgruppen war bei dem speziellen Modus mit dem Punkte-Mitnehmen sicher kompliziert genug“, sagt Christian Schulte. „Die Zeit für einen neuen Spielplan eilte ja auch“, fügt Germania-Coach Michael Zuidema an. „Am Sonntag stand fest, wer in der Auf- und wer in der Abstiegsrunde spielt. Und am Montag wollten alle schon wissen, wer der Gegner am kommenden Wochenende ist.“

Statt über den Spielplan zu klagen, versuchen die ostfriesischen Vereine, Lösungen zu finden. Mit Spielverlegungen sollen die alle zeitgleich angesetzten Partien etwas entzerrt werden. Doch das ist gar nicht so einfach. „Sonst wurde vor der Saison ein Rahmenspieltag festgelegt und auf einem Staffeltag wurden dann Verlegungen besprochen“, sagt Michael Zuidema. „Dafür hatten wir ostfriesischen Vereine uns im Vorfeld etwas abgesprochen.“ Nun gibt es zum einen keinen Staffeltag, zum anderen ist die Zeit ohnehin knapp, um Verlegungen zu besprechen. Schließlich ging es sofort los mit der knallharten Abstiegsrunde, bei der sechs der elf Teams absteigen werden.

Colak: „Das wird Abstiegskampf pur“

Derzeit liegen die Mannschaften punktetechnisch sehr nah beieinander. TuRa Westrhauderfehn rangiert mit 14 Zählern auf Platz drei – Leer findet sich mit vier Punkten weniger auf dem vorletzten, zehnten Platz wieder. Im ersten Abstiegsrunden-Heimspiel am Sonntag empfängt Germania Leer den VfR Voxtrup, GW Firrel hat den TV Dinklage zu Gast und TuRa 07 Westrhauderfehn empfängt Union Lohne.

TuRas Trainer Erhan Colak erwartet kein einfaches Spiel. „Das wird Abstiegskampf pur. Jede Mannschaft hat noch die Chance auf den Klassenerhalt und braucht daher jeden Punkt. Das wird eine intensive Partie“, sagt er und fügt an: „Wer mehr Zweikämpfe gewinnt, steht am Ende wahrscheinlich als Sieger da.“ Die Fehntjer freuen sich vor allem darauf, vor eigenem Publikum zu spielen. „Die Jungs sind heiß und wollen zu Hause unbedingt einen Sieg einfahren“, sagt Colak.

Unter der Woche musste Colak die ärgerliche 1:3-Niederlage beim TV Dinklage aufarbeiten. Dort zeigte seine Mannschaft zwar eine gute Leistung, wurde für ihre individuellen Fehler aber knallhart bestraft. Union Lohne startete in der Südstaffel sehr schwach in die Saison, konnte dann aber noch 13 Punkte einfahren. Zwölf davon haben die Emsländer mit in die Abstiegsrunde genommen. Bei einem Auswärtssieg würde Union in der Tabelle an TuRa vorbeiziehen. Personell sieht es in Westrhauderfehn ordentlich aus. Pascal Menken ist noch ein Spiel gesperrt. Dazu fallen aktuell zwei Spieler wegen einer Corona-Infektion aus. „Wir werden wohl wieder aus der U23 auffüllen“, sagt TuRas Fußballobmann Schulte.

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