Aufgeschnappt
Ruß, Farben Telefon, Fragen
Manchen passieren schlimme Sachen, anderen aber auch kuriose. Das ergibt sich aus der Betrachtung dieser Woche. Und nicht alles ist so, wie es scheint. Nicht mal bei der Tageszeitung.
Der Termin hat mir gefallen: Bei Holger Tallowitz in Scharrel gibt es einen Ausläufer eines Biervulkans im Garten. Da sprießen gefüllte Bierflaschen aus dem Boden. Ist natürlich Satire. Der Mann ist Mitglied der „Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters“. Das ist ein eingetragener Verein, der sich als einzige wissenschaftliche Religion versteht. Sie haben die Geschichte vielleicht gelesen. Die Pastafaris, wie sich die Anhänger des Nudelmonsters nennen, hinterfragen alles, wie die Wissenschaft auch. Ganz nach einem Zitat der österreichischen Schriftstellerin Marie von Ebner-Eschenbach (1830 - 1916): „Wer nichts weiß, muss alles glauben.“ Das Zitat erinnert mich an das Lied der Sesamstraße: „Wer nicht fragt, bleibt dumm.“
Bei den Ritualen der Pastafari, etwa der Nudelmesse, werden theologische Konzepte der Weltkirchen auf die Schippe genommen. Satire eben. In einem Gespräch sagt Tallowitz, es sei an der Zeit, dass im katholischen Saterland auch die Gedanken des Pastafaritums verbreitet würden: „Die Leute in dieser Gegend sind so schwarz, die rußen beim Reden.“
Das ist aber böse. Vielleicht sollte er betroffenen Personen etwas zum Löschen aus dem Biervulkan anbieten.
Dienstag meldet sich jemand per WhatsApp: „Unfall in Wittensand.“ Mehr steht da nicht. Anruf bei der Pressestelle der Polizei in Cloppenburg. Es meldet sich ein Beamter in Vechta. „Bin ich jetzt bei der Polizei in Vechta gelandet?“, frage ich. „Ja, wen wollten Sie denn erreichen?“, fragt er. „Die Pressestelle in Cloppenburg“, entgegne ich, lese ihm die gewählte Nummer vor. „Stellen die jetzt auch schon alle Gespräche zu uns um?“, grantelt der Beamte, ehe wir einander einen schönen Feierabend wünschen.
Der Landkreis Cloppenburg hat seinen Datenspiegel als Faltblatt im Mehrfarbdruck gestaltet. Erstmals wurde neben dem Blau des Landkreis-Logos auch das Grün verwendet, das sich an die Farbe vom Logo des Oldenburger Münsterlands anlehnt. Mit dem Versenden der Broschüren ist Kreissprecher Sascha Sebastian Rühl befasst. Er findet den Datenspiegel ebenfalls attraktiv gestaltet, kann das allerdings von Haus aus nicht so richtig wahrnehmen. Der 33-Jährige ist Rot-grün-blind. Um diese Sehschwäche auszugleichen, hat sich Rühl eine Spezialbrille angeschafft. Mit dieser Brille auf der Nase kann er dann auch die Optik des aktuellen Datenspiegels angemessen würdigen.
Kontakt: h.kruse@ga-online.de
Datenspiegel dient der Image-Pflege
Gefahr für die Umwelt nach Brand eines Pistenbullys?