Krieg in der Ukraine
Thülsfelder Talsperre: Flüchtlinge aus Ukraine wohnen in Jugendherberge
Im Landkreis Cloppenburg sind bereits mehr als 800 Flüchtlinge aus der Ukraine angekommen. Es gibt Zuweisungen vom Land. Darum hat die Kreisverwaltung Betten in der Jugendherberge gebucht.
Landkreis Cloppenburg - In der Ukraine spitzt sich die Lage für die Bevölkerung weiter zu. Der Krieg treibt immer mehr Menschen in die Flucht, auch in den Landkreis Cloppenburg. Dort sind bereits mehr als 800 Ukrainerinnen und Ukrainer angekommen. Die meisten wohnen bislang bei Verwandten, Freunden und Bekannten. Doch nun hat die Landesaufnahmebehörde Niedersachsen dem Landkreis Cloppenburg Montag erstmalig 13 Flüchtende aus der Ukraine zugewiesen, um die Aufnahmefähigkeit der Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes weiterhin aufrecht zu halten. Das teilte Landkreis-Pressesprecher Frank Beumker mit.
Sie wurden nach der Ankunft in der Jugendherberge Thülsfelder Talsperre vorläufig untergebracht. Die Zuweisung erfolge dabei nach dem Königsteiner Schlüssel (Verteilschlüssel nach Einwohnerzahlen). Im Laufe der Woche werden weitere Kriegsflüchtlinge erwartet. „Dem Landkreis Cloppenburg wurden für Mittwoch bereits weitere Ukrainerinnen und Ukrainer angekündigt“, so Beumker. Für diese Flüchtenden habe die Kreisverwaltung ein Kontingent an Betten in der Jugendherberge gebucht.
Hunderte kamen privat unter
Im Landkreis Cloppenburg seien Stand Dienstag 808 Geflüchtete aus der Ukraine eingetroffen, die sich bei den Meldeämtern der kreisangehörigen Städte und Gemeinden angemeldet haben. „Die Ukrainerinnen und Ukrainer haben Unterkünfte in allen 13 kreisangehörigen Städten und Gemeinden gefunden. Sie wurden überwiegend in privaten Wohnungen bei Verwandten und Freunden untergebracht. Teilweise auch in den Wohnungen, die Hauseigentümer und Vermieter dem Landkreis sowie den Städten und Gemeinden zur Verfügung gestellt haben“, so Beumker in der Mitteilung. Auch in den Gemeinden Barßel und Saterland sind Geflüchtete angekommen. „Ich weiß, dass etliche hier sind im Saterland, die vorübergehend bei Verwandten und Bekannten wohnen“, sagte Bürgermeister Thomas Otto. Für diese Personen müsste sicher auch bald Wohnraum gefunden werden. 14 Tage zu Besuch gingen sicher mal, aber ein Dauerzustand könne das ja nicht sein, so Saterlands Bürgermeister. Beim Landkreis Cloppenburg sind bereits mehr als 270 Wohnungsangebote für Geflüchtete von Hauseigentümern und Vermietern eingegangen. Weitere Wohnungen werden aber dringend benötigt.
Landrat Johann Wimberg begrüße die große Hilfsbereitschaft, so Beumker. Der Landkreis Cloppenburg weist jedoch erneut darauf hin, wenn Asylsuchende nicht bei Verwandten oder Bekannten in Niedersachsen wohnen können, sie nach dem üblichen Verfahren in Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes untergebracht werden. Daher sollte bei allen humanitären Hilfeleistungen unbedingt beachtet werden, dass auch Unterbringungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.
Das betont auch Saterlands Bürgermeister Thomas Otto. „Wir sind sonst verpflichtet, diese Geflüchteten wieder in einen Bus zu setzen und in die Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes zu bringen.“ Um die ausländerrechtlichen Angelegenheiten der Ukrainerinnen und Ukrainer schnellstmöglich abzuarbeiten, werde die Ausländerbehörde des Landkreises sich ab sofort jede Woche donnerstags und freitags ausschließlich um die Registrierung der Geflüchteten, die Antragstellung und Ausstellung von Aufenthaltserlaubnissen nach § 24 Aufenthaltsgesetz sowie um die für die Zuweisung in den Landkreis Cloppenburg erforderliche Meldung an die Landesaufnahmebehörde Niedersachsen kümmern. Beumker: „Für alle anderen ausländerrechtlichen Bereiche ist die Ausländerbehörde daher jeweils am Donnerstag und Freitag geschlossen.“