Wirtschaft
Hohe Spritpreise: Verbale Angriffe auf Tankstellen-Personal
Die hohen Spritpreise sorgen zurzeit für hohe Belastungen bei den Autofahrern. Die schlechte Stimmung schlägt sich mittlerweile auch zunehmend auf Tankstellen-Mitarbeiter nieder.
Idafehn/Rhaudermoor - Seit 2002 betreibt Michael Straatmann die Aral-Tankstelle an der Hauptstraße in Idafehn. Solch hohe Spritpreise wie in diesen Tagen hat der Geschäftsmann bislang noch nicht erlebt. „Das ist in kurzer Zeit noch einmal stark gestiegen und wird auch nicht das Ende der Fahnenstange sein“, befürchtet Straatmann, der in der in vergangenen Tagen zunehmend erlebt, dass die Kunden ihren Frust an seinen Mitarbeitern ablassen.
„Vor allem abends und an den Wochenenden wird das Personal verbal angegangen“, so der Betreiber. Auch Sprüche wie „Ihr habt die Grünen gewählt, das habt ihr nun davon“ oder „Da ist Greta Thunberg schuld“ kämen häufiger vor.
Kein Profit durch hohe Preise
Dabei hat Straatmann finanziell überhaupt nichts von den explodierenden Spritpreisen, ganz im Gegenteil: „Ich merke schon, dass etwas weniger getankt wird. Und da sich mein Anteil, den ich bekomme, nach jedem verkauften Liter richtet, bleibt am Ende weniger für mich übrig“, erklärt er. Etwa zehnmal am Tag werden die Preise für den Sprit geändert. „Das wird zentral von Aral gesteuert, ich habe da keinen Einfluss drauf“, erklärt Straatmann. Er würde davon auch erst kurz vorher erfahren.
Ganz so dramatisch sind die Kunden-Reaktionen bei Timo Ennens nicht. Er betreibt die Shell-Tankstelle an der Rhauderwieke in Rhaudermoor. „Verbale Angriffe haben wir bisher nicht. Aber bei den Gesprächen hört man die Unzufriedenheit der Kunden schon heraus“, berichtet Ennens. Fast alle Gespräche beim Bezahlen würden sich zurzeit um die Preise drehen. „Es sind sich auch alle einig, dass das nicht das Ende sein wird, sondern der Sprit noch teurer wird. Einige erzählen deshalb auch, dass sie mittlerweile genau überlegen wollen, welche Fahrt wirklich nötig ist“, sagt Ennens.