Asyl
Asylsuchende: Kreis Cloppenburg sucht dringend Wohnungen
Das Land Niedersachsen hat die Verteilquote an Asylbewerbern im Herbst 2021 erhöht. Das spürt man auch im Kreis Cloppenburg. Dort sollen knapp 500 Asylsuchende aufgenommen werden. 150 sind schon da.
Landkreis Cloppenburg - Die Kreisverwaltung bittet Vermieter und Hauseigentümer, ihre Immobilien zur Miete den Sozialämtern der Städte und Gemeinden zur Verfügung zu stellen. Diese sollen dann zur Unterbringung von Geflüchteten genutzt werden. Das teilte jetzt Kreissprecher Sascha Sebastian Rühl mit. Er erläuterte auch den Hintergrund des Appells: Das Land hat mit Erlass vom 20. Aug. 2021 eine Verteilquote für Asylbewerber bekanntgegeben. Danach ergibt sich für den Landkreis Cloppenburg eine Aufnahmequote von 479 Geflüchteten. Der Verteilzeitraum dauert voraussichtlich bis zum Herbst 2022.
Die Zuweisungen aufgrund der neuen Verteilquote aus der Landesaufnahmebehörde in Bramsche sind im September angelaufen. Bis zum Jahreswechsel wurden 101 Geflüchtete im Kreisgebiet aufgenommen, im Januar nochmals 51 Personen. Die Geflüchteten kommen insbesondere aus Syrien, Afghanistan, dem Irak sowie aus der Türkei, präzisiert Rühl. Auf die Frage dieser Zeitung nach Flüchtlingen aus der Ukraine, sagte der Kreissprecher, darauf sei man im Kreishaus gefasst, warte aber die Direktive des Landes ab.
Die meisten Unterkünfte belegt
Die Unterbringung erfolgt in erster Linie in den von den Städten und Gemeinden bereits angemieteten Asylwohnungen sowie in den Gemeinschaftsunterkünften. Dort stehen insgesamt über 850 Wohnplätze zur Verfügung, wovon die meisten mittlerweile jedoch belegt sind.
Die im Vergleich zu den Vorjahren relativ hohe Verteilquote führe dazu, dass alle vorhandenen Wohnplätze genutzt werden müssen. Auch stille Reserven wurden wieder reaktiviert. Eine bereits geschlossene Gemeinschaftsunterkunft in Molbergen wurde wieder eingerichtet. Die Zusammenarbeit mit den Trägern der Gemeinschaftsunterkünfte, dem Caritas-Sozialwerk und dem Deutschen Roten Kreuz, hinsichtlich der Unterbringung klappe gut, bescheinigt der Kreissprecher.
Zuweisungsquote angehoben
Die Landesaufnahmebehörde habe Ende November die wöchentlichen Zuweisungszahlen angehoben. Das habe den Druck auf die Sozialämter bei der Unterbringung der Asylbewerber nochmals erhöht.
„Es zeichnet sich jetzt ab, dass wir mit den vorhandenen Kapazitäten an Wohnplätzen für Geflüchtete an unsere Grenzen stoßen. In den kommenden Wochen und Monaten werden die Städte und Gemeinden für rund 100 Asylbewerber Wohnraum anmieten müssen“ berichtete Sozialdezernent Ludger Frische nach der jüngsten Besprechung mit den Bürgermeistern.
Noch keine neuen Aslyanten
Um die 13 Kommunen im Kreisgebiet bei ihrer Aufgabe zu unterstützen, appelliert Sozialdezernent Frische an Vermieter und Hauseigentümer im Landkreis, den Sozialämtern vor Ort Wohnungen für Asylbewerber anzubieten. „Es würde schon reichen, wenn in jeder Kommune zwei Wohnungen für je 4 bis 5 Personen angemietet werden“, ist er sich sicher.
Saterland schließt Turnhallen als Unterkünfte nicht aus
Barßel sucht Helfer für Willkommenskultur
Wohnungsmarkt für Flüchtlinge angespannt
In den beiden Nordkreisgemeinden Saterland und Barßel sind nach Anhebung der Verteilquote noch keine neuen Asylbewerber angekommen, wie eine Nachfrage dieser Zeitung ergab. Beide Kommunen müssen laut Quote vom Kreis je elf Asylbewerber aufnehmen. „Noch haben wir keine bekommen“, war aus dem Fachbereich Ordnung und Soziales der Gemeinde Saterland zu erfahren. „Derzeit ist noch keine Zuweisung aus der neuen Quote erfolgt“, sagte auch Barßels Ordnungs- und Sozialamtsleiter Dennis Lüthje, „wir rechnen allerdings jederzeit damit“.
Saterland und Barßel suchen Wohnraum
Die Gemeinde Barßel sei deshalb auf der Suche nach Wohnraum. Zwar habe man noch Bestandswohnungen, versichert Lüthje, dennoch sei man aber auf weitere Unterkünfte angewiesen und deshalb offen für Angebote von Vermietern. Es sei das Ziel der Gemeinde, Asylbewerber dezentral im Gemeindegebiet unterzubringen. Auch die Gemeinde Saterland befinde sich deswegen im Gespräch mit Vermietern, wie Bürgermeister Thomas Otto bestätigte. Die Verwaltung habe vor einiger Zeit eine Anzeige wegen Wohnungssuche für Asylbewerber geschaltet und sei immer noch auf der Suche nach weiterem Wohnraum für diesen Zweck. „Alle Kommunen haben momentan Schwierigkeiten, an Wohnraum zu kommen“, weiß Saterlands Verwaltungschef, „der Wohnungsmarkt ist leergefegt.“