Freizeit

Gibt es bald wieder ein Schwimmbad in Rhauderfehn?

| | 15.02.2022 16:11 Uhr | 3 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Damit wieder mehr Kinder das Schwimmen lernen können, soll nach Wunsch der Politik ein Hallenbad in Rhauderfehn errichtet werden. Symbolfoto: Pixabay
Damit wieder mehr Kinder das Schwimmen lernen können, soll nach Wunsch der Politik ein Hallenbad in Rhauderfehn errichtet werden. Symbolfoto: Pixabay
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In Rhauderfehn soll es wieder ein Schwimmbad geben. Das fordern die Gruppe Ampel+ in Rhauderfehn sowie die SPD-Fraktion in Ostrhauderfehn. Auch einen Vorschlag für einen Standort gibt es bereits.

Rhauderfehn/Ostrhauderfehn - Die Hoffnung auf ein neues Schwimmbad im Oberledingerland erhält neue Nahrung. Sowohl die Mehrheitsgruppe Ampel+ im Rhauderfehner Gemeinderat als auch die SPD-Fraktion im Ostrhauderfehner Rat haben einen gleichlautenden Antrag zur „Schaffung eines Hallenbads in Rhauderfehn in interkommunaler Zusammenarbeit“ gestellt. Das Bad soll laut der Anträge beim Albrecht-Weinberg-Gymnasium in Rhauderfehn errichtet werden. Nach der Prüfung der jeweiligen Verwaltungen soll der Vorschlag zunächst in den zuständigen Fachausschüssen beraten werden. Dirk de Boer (SPD), Sprecher der Gruppe Ampel+ in Rhauderfehn, sowie Ostrhauderfehns SPD-Fraktionssprecher Michael Ehrhardts erläutern: „Die Prüfung der Verwaltungen soll unter anderem beinhalten, dass für das anliegende Gymnasium eine Umsetzung des ,Abiturs mit dem sportlichen Profil‘ angeboten werden kann. Ferner sollen bedarfsgerechte Öffnungszeiten für eine öffentliche Nutzung des Hallenbades eingearbeitet werden.“ Zudem müsse geklärt werden, welche Träger- oder Beteiligungsform für den Geschäftsbetrieb in Frage käme.

Als Grund für den Wunsch nach einem neuen Schwimmbad werden vor allem die Folgen der Corona-Pandemie genannt. In dem Antrag heißt es: „In der derzeitigen Pandemie-Situation hat der Schul- und Freizeitschwimmsport massiv gelitten. Unseren Informationen zufolge konnte dadurch nahezu zwei Schuljahrgängen kein durchgängiger Schwimmunterricht angeboten werden.“ Die Umsetzung eines neues Bades soll im Rahmen des neuen Sportentwicklungsplans für das Oberledingerland erfolgen, das die Gemeinden Rhauderfehn, Ostrhauderfehn und Westoverledingen gemeinsam mit dem Kreissportbund Leer erarbeiten.

Skepsis bei Rhauderfehns Bürgermeister

Rhauderfehns Bürgermeister Geert Müller (parteilos) hat unterdessen wenig Hoffnung, dass diese Pläne umgesetzt werden können. Der Verwaltungschef betont: „Im Jahr 2019 hat es bereits einen vergleichbaren politischen Antrag gegeben. Dort hat es Gespräche zwischen den Gemeinden und auch mit dem Landkreis gegeben mit dem Ergebnis, die Idee nicht weiter zu verfolgen. Ich kann nicht erkennen, dass sich die finanziellen Rahmenbedingungen seitdem verbessert haben. Sie haben sich vielmehr verschlechtert, wie man an den defizitären Haushalten der Gemeinden des Oberledingerlandes für das Jahr 2022 sehen kann.“ Müller gehe von einer Investition im zweistelligen Millionenbereich und einen jährlichen Zuschussbedarf im siebenstelligen Bereich aus.

Aus der Gemeinde Westoverledingen kommen ebenfalls keine Begeisterungssprünge für diesen Vorschlag. Rathaus-Sprecherin Kirsten Beening teilt mit: „Konkrete Pläne beziehungsweise eine Einbindung in die Pläne der Gemeinden Rhauderfehn und Ostrhauderfehn gibt es derzeit noch nicht. Auch ein politischer Antrag liegt nicht vor.“ In Westoverledingen bestehe mit dem Lehrschwimmbecken in Flachsmeer und den drei Badeseen momentan kein dringender Handlungsbedarf. Ostrhauderfehns Bürgermeister Günter Harders sagt zum weiteren Vorgehen: „Der Antrag wird jetzt zunächst in den Gremien behandelt und führt erst dann, sollte er befürwortet werden, zu weiteren Planungen.“

Zurückhaltung beim Landkreis Leer

Auch der Landkreis Leer äußert sich zurückhaltend. Kreis-Sprecher Philipp Koenen erklärt: „Grundsätzlich findet es auch der Landkreis Leer sehr wichtig, dass Kinder das Schwimmen lernen. Wir werden aber nicht selber ein Bad bauen.“

Die Initiative müsse von den Gemeinden ausgehen. „Der Landkreis würde sich im üblichen Rahmen an den Kosten beteiligen, sofern ein politischer Beschluss der Kommunen erfolgt und auch der Kreistag seine Zustimmung gibt“, betont Koenen.

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