Ortsentwicklung

Grünes Licht für Seniorenheim in Scharrel

| | 03.02.2022 16:58 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Mitten in Scharrel, dort wo früher der Supermarkt Thoben betrieben wurde, kann jetzt eine Seniorenwohnanlage gebaut werden. Dafür gab der Saterländer Gemeinderat am Mittwochabend grünes Licht. Fotos: Fertig
Mitten in Scharrel, dort wo früher der Supermarkt Thoben betrieben wurde, kann jetzt eine Seniorenwohnanlage gebaut werden. Dafür gab der Saterländer Gemeinderat am Mittwochabend grünes Licht. Fotos: Fertig
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In Scharrels Ortsmitte plant ein Investor, ein Seniorenwohnheim zu bauen. Im Dezember hatte der Rat Saterland das Thema vertagt, weil Anwohner Bedenken hatten. Nun wurde das Projekt erneut diskutiert.

Ramsloh - Zu einer außerordentlichen Sitzung kam der Rat der Gemeinde Saterland am Mittwoch im Rathaus in Ramsloh zusammen. Im Wesentlichen ging es darum, den Satzungsbeschluss für die Änderung des Bebauungsplans in Scharrel zu fassen. Damit soll ermöglicht werden, dass in Scharrels Ortsmitte eine Seniorenwohnanlage entstehen kann. Darüber hatte der Rat bereits im Dezember diskutiert. Anwohner hatten Bedenken geäußert. Die Gruppe CDU/FDP hatte daraufhin beantragt, den Beschluss zu vertagen.

Weil aber für das Gelände, das sich in privater Hand befindet, mit dem Investor, das ist der Friesoyther Projektentwickler Timo Engelhardt, der die Engelhardt Sozialimmobilien GmbH betreibt, bereits Verträge geschlossen wurden, hatte der Saterländer Bürgermeister darauf gedrängt, mit der erneuten Thematisierung im Rat nicht bis zur Sitzung im März zu warten.

Zwei Gegenstimmen

Die Verwaltung hatte die privaten Stellungnahmen zu dem Projekt nochmals abgewogen. Nun entschied sich der Rat mehrheitlich dafür, den Satzungsbeschluss zur Änderung des Bebauungsplans 17 in Scharrel „Nördlich der Mühlenstraße“ zu fassen. Dagegen stimmten Henning Stoffers (SPD), Fraktionsvorsitzender der Gruppe SPD/Grüne, und Eduard Bork (Grüne), der ebenfalls der Gruppe SPD/Grüne angehört. Die Ratsmitglieder Bernhard Krone und Stefan Meyer (beide CDU) sowie AfD-Ratsmitglied Jan Reiners waren der Sitzung entschuldigt ferngeblieben.

Der Gemeinderat Saterland stimmte bei seiner außerordentlichen Sitzung am Mittwoch im Rathaus mehrheitlich für den Satzungsbeschluss zur Änderung des Bebauungsplans Nördlich der Mühlenstraße in Scharrel. Damit ermöglichte der Rat, dass im Ortskern eine Seniorenwohnanlage entstehen kann.
Der Gemeinderat Saterland stimmte bei seiner außerordentlichen Sitzung am Mittwoch im Rathaus mehrheitlich für den Satzungsbeschluss zur Änderung des Bebauungsplans Nördlich der Mühlenstraße in Scharrel. Damit ermöglichte der Rat, dass im Ortskern eine Seniorenwohnanlage entstehen kann.

Im Zuge der zweiten Auslegung des Bebauungsplans hatte die Gemeinde das Baugebiet im nördlichen Bereich zurückgenommen, um den Biotopverbund entlang der Sagter Ems zu stärken und den vorhandenen Teich zu erhalten. Mit der jetzt beschlossenen Planung wird das bisher festgesetzte Mischgebiet um mehr als 3.500 Quadratmeter zurückgenommen und der nördliche Teilbereich als private Grünfläche festgesetzt. Der Bereich soll als Park gestaltet werden, in den der Karpfenteich integriert wird. Damit entsprach die Gemeinde auch einer Forderung des Landkreises.

Bau länger als 50 Meter

Im ursprünglichen Bebauungsplan war die offene Bauweise im Mischgebiet nicht weiter eingeschränkt. Damit waren Gebäude mit einer Länge von bis zu 50 Meter zulässig. Die geplante Pflegeeinrichtung wird aber größer. Die Verwaltung setzte deshalb für das Areal eine abweichende Bauweise fest.

Das Areal

Das Plangebiet umfasst das Grundstück eines ehemaligen Verbrauchermarktes im zentralen Bereich der Ortslage von Scharrel. Das Gebiet wurde im ursprünglichen Bebauungsplan, der seit dem 1989 rechtskräftig ist, fast vollständig als Mischgebiet festgesetzt. Der Supermarkt wurde vor Jahren aufgegeben. Das Gebäude stand seitdem zeitweise leer und wird aktuell von einem Umzugsunternehmen genutzt. Die bestehende Nachfolgenutzung soll jetzt verlagert werden. Der Friesoyther Investor Timo Engelhardt möchte auf dem Gelände eine Seniorenwohnanlage und möglicherweise Einrichtungen aus dem Pflegesektor realisieren. Der ursprüngliche Bebauungsplan wies jedoch Einzelbauteppiche aus, in denen jeweils nur eine konkrete Nutzung zugelassen war. Auch die Festsetzungen zum Maß der baulichen Nutzung wurden sehr eng gefasst und bieten für das geplante Bauvorhaben keinen ausreichenden Rahmen. Durch die jetzt beschlossene Ausweitung des Bauteppichs wird eine höhere Ausnutzbarkeit des Grundstückes ermöglicht.

Das führte zu Fragen im Rat: Thomas Giehl, Fraktionsvorsitzender der Gruppe CDU/FDP erkundigte sich, warum das 50-Meter-Limit aufgehoben werde. Bauamtsleiter Matthias Neiteler erläuterte, dass die Seniorenwohnanlage etwas länger geplant sei als diese 50 Meter. Giehl fragte nach, ob ein Investor dann auch 70 oder 80 Meter lange Gebäude dort errichten könnte. Das bejahte der Bauamtsleiter. Neiteler wies darauf hin, dass Engelhardt das nicht beabsichtige und sich gegenüber der Gemeinde sehr offen und gesprächsbereit zeige. Doch sicher, was realisiert werden solle, könne man sich erst sein, wenn der Bauantrag gestellt worden sei.

Ähnliches Projekt in Friesoythe

Der Bürgermeister legte dar, dass die Politik in der Vergangenheit im Saterland darauf verzichtet habe, gestalterische Vorgaben allzu eng zu schüren. Man habe den großen Vorteil, dass Engelhardt derzeit ein ähnliches Projekt wie das in Scharrel geplante im Friesoyther Ortsteil Clauen verwirkliche. Jeder könne sich angucken, was dort entsteht. „Ob man das schön findet, ist Geschmackssache. Aber man baut eben nicht mehr wie vor 20 Jahren“, so Otto.

Damit ging er auch auf Bedenken hinsichtlich des Neubaus in Scharrel ein. Der Landkreis hatte vorgeschlagen, anthrazitfarbene Dachziegel auszuschließen, weil rote Ziegel ortsüblich seien. Doch die Gemeinde ließ neben roten ausdrücklich auch graue Dachziegel zu. Auch mit diesem Gestaltungsspielraum könne „eine positive Weiterentwicklung des Ortsbildes gewährleistet werden“, so die Stellungnahme aus dem Rathaus.

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