Politik

Applaus für schnellen Rauswurf Ottes aus CDU

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Von Günter Radtke, Carsten Ammermann und Horst Kruse
| 26.01.2022 17:43 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Max Otte, Vorsitzender der Werteunion und CDU-Parteimitglied, will auf Vorschlag der AfD für das Amt des Bundespräsidenten kandidieren. Deshalb werfen ihn die Christdemokraten jetzt raus. Foto: DPA
Max Otte, Vorsitzender der Werteunion und CDU-Parteimitglied, will auf Vorschlag der AfD für das Amt des Bundespräsidenten kandidieren. Deshalb werfen ihn die Christdemokraten jetzt raus. Foto: DPA
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Nach dem Rauswurf des Werte-Union-Vorsitzenden Dr. Max Otte (Köln) wegen seines Schulterschlusses mit der AfD gibt es Applaus von hiesigen CDU-Sprechern. Otte sei eine Schande für die CDU, heißt es.

Oberledingerland/Barßel - Volle Unterstützung von hiesigen CDU-Gemeindeverbänden für den CDU-Bundesvorstand: Der hatte am Dienstag in Abstimmung mit dem CDU-Landesverband Nordrhein-Westfalen und dem CDU-Kreisverband Köln den Bundesvorsitzenden der erzkonservativen Werte-Union, Dr. Max Otte, vorläufig und bis auf weiteres aus der Partei ausgeschlossen, weil er auf Vorschlag der AfD für das Amt des Bundespräsidenten kandidieren will.

„Ich habe nicht das geringste Verständnis für das Vorgehen von Dr. Otte. Jedwede Radikalisierung, ganz gleich ob rechts oder links, gefährdet unsere Gesellschaft. Dazu gehört erst recht eine aussichtslose Kandidatur für das Bundespräsidentenamt auf Vorschlag der AfD“, meint Rhauderfehns CDU-Gemeindeverbandsvorsitzender Niels Plaisir. „Gleichwohl“, so schreibt er auf Anfrage, „würde ich mir wünschen, dass auch innerhalb der politischen Mitte wieder unterschiedliche Meinungen sichtbar werden.“

Mit rechten oder linken Randpositionen auseinandersetzen

Denn auch die Parteien der Mitte sollten unterscheidbar bleiben und notwendige Zukunftsthemen kontrovers diskutieren. Dazu sei es laut Plaisir auch notwendig, sich inhaltlich mit rechten oder linken Randpositionen auseinanderzusetzen, weil ansonsten die Gefahr bestehe, den radikalen Kräften diese Themen zu überlassen und Links- und Rechtsradikalen ein Podium zu geben.

Die Entscheidung, Otte auszuschließen, sei konsequent und habe auch in dieser Eile getroffen werden müssen, um eine klare Position zu beziehen.

Auch der ehemalige Vorsitzende des Barßeler CDU-Gemeindeverbandes und jetzige CDU-Fraktionsvorsitzende im Gemeinderat, Ralph Schröder, findet das Verhalten von Dr. Otte nicht in Ordnung. „Es kann nicht sein, dass er mit Hilfe der AfD zur Wahl des Bundespräsidenten antritt. Das ist parteischädigend“, sagt Schröder. Er begrüße es, dass der neue CDU-Partei-Chef Friedrich Merz im Fall Otte klarte Kante zeige und es ein Parteiausschlussverfahren gebe.

„Vorgehen Ottes völlig inakzeptabel“

„Für mich ist das Vorgehen von Dr. Otte völlig inakzeptabel. Es war für mich schockierend, diese Nachricht zu lesen. Es ist eine Schande, sich als Christdemokrat vor den Karren der AfD spannen zu lassen. Dies lässt sich mit unseren Werten nicht vereinbaren“, sagt Silke Kuhlemann, Vorsitzende des CDU-Gemeindeverbandes Westoverledingen. Sie sei froh darüber, dass der CDU-Bundesvorstand schnell reagiert habe. Nur so könne deutlich gemacht werden, dass die CDU nichts gemeinsam mit der AfD habe. Der bisherige Austausch mit Mitgliedern des CDU-Gemeindeverbandes habe eine eindeutige Meinung gezeigt: „Der Bundesvorstand hat richtig gehandelt.“

Deutliche Kritik an Dr. Otte kommt ebenso von der Ostrhauderfehner CDU-Fraktionsvorsitzenden Ruth Wreesmann. Sie teilt mit: „Von der AfD als Präsidentschaftskandidat nominiert zu werden, ist für mich ein ,No Go‘. Ein Schulterschluss mit der AfD ist mit den Werten der CDU unvereinbar und daher inakzeptabel.“ Die Entscheidung zum Parteiausschlussverfahren Ottes sei richtig, meint Wreesmann.

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