Frauenfußball
Aurichs Heim-Hattrick endet ohne Happy End
Für die Fußball-B-Juniorinnen der SpVg Aurich geht es nach dem 0:1 gegen Bundesliga-Spitzenreiter Meppen in den Weihnachtsurlaub – nur für die Jüngste nicht. Das hat aber einen erfreulichen Grund.
Aurich - Der krönende Abschluss einer sehr erfolgreichen Hinserie blieb den B-Juniorinnen der SpVg Aurich verwehrt. Sie kassierten am Donnerstag im vorgezogenen Heimspiel gegen den Spitzenreiter der Fußball-Bundesliga Staffel Nord/Nordost, den SV Meppen, eine 0:1-Niederlage. Für die Spielerinnen, die in den von der SpVg Aurich eingerichteten Wohngemeinschaften leben, ging es nach dem letzten Schultag vor den Weihnachtsferien am Freitag in die Heimat. Nur die Jüngste aus dem Kader der SpVg Aurich durfte noch nicht zu ihrer Familie reisen – allerdings aus einem erfreulichen Grund. Marie Omoze Okoroh wurde erstmals von Trainer Thomas Pfannkuch in den 16-köpfigen Kader des Niedersächsischen Fußball-Verbandes für einen Lehrgang in Berlin nominiert. Dieser begann bereits am Freitag.
So hatte die 14-Jährige, die vor ihrem Wechsel nach Aurich der hessischen Auswahl angehört hatte, nach dem Meppen-Spiel am Donnerstagabend eine sehr kurze Nacht. Bereits um 5.41 Uhr fuhr ihr Zug von Leer aus Richtung Bundeshauptstadt. In dieser stehen an diesem Sonnabend und Sonntag jeweils ein Spiel gegen die Auswahl des Berliner Fußball-Verbandes an.
Erstmals keine Abstiegssorgen im Winter
Für das, was Marie Omoze Okoroh dort erwarten könnte, dürfte die Partie gegen den SV Meppen ein mehr als guter Härtetest gewesen sein. Denn der SVM hat mit Marie Sophie Brestrich, Marleen Kropp und Laura Bröring drei Nationalspielerinnen und die drei Top-Torschützinnen der Bundesliga-Staffel in seinen Reihen. „Wenn man gegen diese Offensivpower nur einen Gegentreffer zulässt, hat man es nicht ganz so schlecht gemacht“, bescheinigt Aurichs Trainer Stefan Wilts seiner für die Landesauswahl nominierten Innenverteidigerin durch die Blume eine gute Leistung. „Allgemein bin ich mit dem Auftritt der Mannschaft gegen Meppen zufrieden.“
Doch nach zuvor zwei Kantersiegen – 6:0 gegen Kiel und 7:0 gegen Neubrandenburg – hatte das dritte Heimspiel in Folge kein Happy End für die Auricherinnen parat. Die SpVg war in der ersten Halbzeit oft zu weit weg von den Gegenspielerinnen. Aus einer Verkettung mehrerer Fehler der SpVg resultierte das Tor des Tages. Aurichs Torfrau Martha Louise Frieling konnte eine Hereingabe von Meppens Marleen Kropp nicht festhalten, sodass Laura Bröring abstauben konnte (36.). „In der zweiten Halbzeit waren wir besser und griffiger“, sagt Aurichs Trainer Stefan Wilts. „Der letzte Pass glückte uns aber nicht.“ Somit gab es keine klaren Torchancen für die Auricherinnen, auf der anderen Seite vergab Meppen in der Schlussphase zweimal aus aussichtsreicher Position.
Die SpVg Aurich rangiert derzeit vor einigen großen Namen wie Werder Bremen, dem Magdeburger FFC und Hannover 96 auf Rang fünf. Erstmals hat Stefan Wilts in der Winterpause keine Abstiegssorgen. „30 Punkte und den Klassenerhalt haben wir als Saisonziel ausgegeben“, sagt Wilts. 26 Punkte stehen derzeit zu Buche, elf Partien noch aus. Das nächste Bundesliga-Spiel steht am 12. Februar in Magdeburg an. „Jetzt nach insgesamt 23 Spielen in viereinhalb Monaten haben sich die Mädchen erstmal zwei Wochen Pause verdient“, sagt Stefan Wilts. Am 7./8. Januar begrüßt er seine Spielerinnen wieder in Aurich, ehe es eine Woche später für ein achttägiges Trainingslager in die Türkei geht.