Soziales
Wohnraum für Obdachlose fehlt
Die Gemeinde Barßel hat versucht, eine Unterkunft für soziale Notfälle anzumieten. Doch kein Vermieter ging darauf ein. Nun setzt man im Rathaus auf ein Mobilheim. Die Entscheidung fällt der Rat.
Barßel - Im Sommer hatte die Barßeler Gemeindeverwaltung sich auch um Unterkünfte für soziale Notfälle bemüht. Das sind Menschen, die von Obdachlosigkeit bedroht sind. Dazu zählen nicht nur umherziehende Obdachlose, sondern beispielsweise auch Frauen, die wegen eines gewalttätigen Partners kurzfristig mit ihren Kindern eine Bleibe bräuchten.
Trotz mehrerer Aufrufe habe sich in der Gemeinde niemand bereitgefunden, der Kommune für diesen Zweck Wohnraum zur Verfügung zu stellen, berichtet Erster Gemeinderat Michael Sope. Offenbar waren alle abgeschreckt davon, dass dieser Wohnraum kurzfristig verfügbar sein muss und oft auch nur kurze Zeit von ein- und derselben Person genutzt wird.
Verwaltung setzt auf Mobilheim
Bisher hatte man in Barßel, wenn eine Wohnung gebraucht wurde, auf die Unterkünfte für Asylbewerber zurückgegriffen. Doch die würden nun von der eigentlichen Zielgruppe gebraucht. Außerdem wolle man im Barßeler Rathaus nicht weiter improvisieren. Weil es zu teuer ist, eine eigene Immobilie anzuschaffen und diese zu unterhalten, hat man im Rathaus überlegt, ein ganzjährig nutzbares Mobilheim anzuschaffen. Darüber wird der Gemeinderat in seiner Sitzung am kommenden Mittwoch, 15. Dezember, diskutieren und eine Entscheidung fällen.
Die mobile Unterkunft, schildert Sope, solle mit Zentralheizung, sanitären Anlagen, Küche und Schlafzimmer ausgestattet sein und Platz für bis zu sechs Bewohner bieten. Aufgestellt werden soll der Wagen auf dem Gelände des Bauhofs. Dann könne von dort immer mal jemand ein Auge auf das Objekt haben, und für deren Nutzer habe es den Vorteil, dass sie die Einkaufsmöglichkeiten im Ortskern in fußläufiger Entfernung hätten, erläutert der Erste Gemeinderat.
Rat entscheidet über Kauf
Für die außerplanmäßige Anschaffung müssten Kosten von 30.000 Euro in den Haushalt eingeplant werden. Wenn der Rat dem Kauf zustimmt, könnte das Mobilheim noch in diesem Jahr erworben werden, stellt Sope in Aussicht.