Fußball
Auch der Fußball-Bezirk Weser-Ems läutet Winterpause ein
Die Fußball-Saison wird mit sofortiger Wirkung in der Landes- und Bezirksliga unterbrochen. Das entschied der Bezirk Weser-Ems. Drei ostfriesische Teams spielen aber noch.
Ostfriesland - Der Fußballkreis Ostfriesland hat am Dienstagmittag vorgelegt, der Bezirk Weser-Ems zog am Abend nach: Auch die Fußball-Landesliga und -Bezirksliga der Region unterbricht mit sofortiger Wirkung die Saison und verabschiedet sich in die Winterpause. Das entschieden die Spielinstanzen des Bezirks – bestehend aus dem Bezirksspielausschuss, dem Bezirksausschuss für Frauen- und Mädchenfußball und dem Bezirksjugendausschuss – in einer Videokonferenz. „Wir sehen es mit Blick auf die aktuelle Corona-Situation als gesellschaftlich unverantwortlich an, die Teams auf den Rasen zu schicken. Dabei hätte ich persönlich auch kein gutes Gefühl“, sagt Stefan Brinker. Der Werlter ist Bezirksspielausschuss-Vorsitzender und Staffelleiter der Landesliga. Mit der nun vorzeitig eingeläuteten Winterpause kommt der Bezirk dem Wunsch der Mehrheit der Vereine nach. Sie sehen eine Durchführung von Spielen unter den verschärften Bedingungen – unter anderem die 2G+-Regel für die Kabinennutzung – als schwer umsetzbar an.
Für GW Firrel waren noch drei Landesliga-Partien in diesem Jahr angesetzt, für die Klassengefährten Leer und Westrhauderfehn noch je eine. In der Bezirksliga-Staffel B waren für 2021 noch sieben Spiele geplant gewesen, die nun ins neue Jahr verschoben werden. Auch ohne die nun beschlossene Saisonunterbrechung des Bezirks wäre das Austragen der Spiele aufgrund der Witterungsverhältnisse unwahrscheinlich gewesen.
Zwei ostfriesische Absteiger im „Worst Case“
Der derzeitige Plan des Bezirks Weser-Ems ist es, die noch ausstehenden Staffelspiele der Landes- und Bezirksliga im März auszutragen, damit im April die Auf- und Abstiegsrunde beginnen kann. In dieser würden für die Teams noch weitere acht bis zwölf Spiele anstehen. „Wir hoffen entsprechend auf einen milden Winter und dass sich die Corona-Lage wieder entspannt“, sagt Stefan Brinker. Über Szenarien, sollte die Corona-Lage den angepeilten Zeitplan nicht zulassen, wolle er noch nicht nachdenken. Dass die Saison mit Blick auf die nur noch wenigen offenen Spiele auch beim jetzigen Stand definitiv gewertet werden könnte, will Stefan Brinker „nicht zu 100 Prozent bestätigen“. Das sei „Zukunftsgeplänkel“, so Brinker. Er sagt aber auch, dass es nicht ein drittes Jahr ohne Absteiger geben könne. Auch den Begriff „Worst Case“ nimmt Brinker in den Mund. In diesem sozusagen „schlechtesten Fall“ gäbe es eine Wertung nach der Quotientenregel nach dem jetzigen Stand der jeweiligen Staffeln. Da sechs Teams aus der Landesliga absteigen sollen, müssten dann die letzten drei Teams der beiden Staffeln in der neuen Saison in der Bezirksliga antreten.
Ganz bitter könnte das für den VfL Wildeshausen enden, der nach dem 1:3 am Sonntag in Bevern nur durch die um ein Tor schlechtere Tordifferenz hinter TuRa Westrhauderfehn auf den drittletzten Platz gerutscht war. TuRa wäre also gerettet, der punktgleiche VfL müsste bei diesem Szenario wie Firrel und Leer den Gang in die Bezirksliga antreten.
Auricher B-Juniorinnen haben noch drei Spiele
Etwas deutlicher ist die Tabellensituation in der Landesliga I, wo Steinfeld, Oythe und Union Lohne relativ abgeschlagen unten in der Tabelle stehen und in den ostfriesischen Bezirksligen. In der A-Staffel müssten bei einem Abbruch mit Wertung beim aktuellen Stand Aurich und Weene absteigen – in der B-Staffel Loga und Uplengen.
Durch die vorzeitig eingeläutete Winterpause des Bezirks Weser-Ems gibt es nur noch drei ostfriesische Fußball-Teams, die in diesem Jahr noch Spiele austragen könnten. Das sind die Herren von Kickers Emden, die Frauen der SG TiMoNo (jeweils Oberliga) und die B-Juniorinnen der SpVg Aurich (Bundesliga Nord/Nordost). Sowohl der NFV, dem das Kickers und TiMoNo unterstellt ist, als auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB), der über die B-Juniorinnen-Bundesliga entscheidet, wollen die Saison weiterhin fortsetzen. Für TiMoNo ist das Gastspiel am Sonntag in Meppen die letzte Partie des Jahres, Kickers soll dagegen noch zweimal antreten, die Auricher B-Juniorinnen sogar noch dreimal.
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