Fußball
TuRa gelingt die Sensation gegen Hansa
TuRa Westrhauderfehn glückte am Sonntag die Riesenüberraschung: Das Schlusslicht der Fußball-Landesliga siegte in Friesoythe – und das gleich mit 4:1. Damit enden rekordverdächtige Serien der Hansa.
Friesoythe - TuRa Westrhauderfehn ist am Sonntag die bisher größte Sensation der diesjährigen Fußball-Landesliga-Saison gelungen. Der Letzte gewann mit 4:1 beim Tabellenersten Hansa Friesoythe. „Das Ergebnis hätte sogar noch höher ausfallen können“, sagt TuRas Trainer Erhan Colak durchaus stolz auf seine Truppe. „Wir haben auf dem schweren, tiefen Geläuf sehr guten Kombinationsfußball gezeigt.“
Auf der anderen Seite müsse Colak fairerweise aber auch sagen, dass Friesoythe mit einer „besseren B-Elf“ gespielt habe, wie der TuRa-Coach sagt. „Ich nehme an, dass Friesoythes Trainer Spieler für das Spiel am Mittwoch gegen Papenburg schonen wollte. Denn das Spiel gegen uns wird wohl aus der Wertung rausfallen.“ Trotz der Niederlage bleibt Hansa Spitzenreiter und wird die Aufstiegsrunde erreichen. Diese ist für TuRa zwar noch rechnerisch möglich, aber „wir sind ja Realisten“, sagt Erhan Colak. Dank des Sieges hat TuRa die Rote Laterne in der Liga immerhin an Germania Leer weitergeben können.
Spieldaten
Westrhauderfehn: Bunger; Meyer, Douwes (76. Douwes), Möhlmann, Buscher, Lüpkes, Hinz (68. Weber), Weßling, O. Eucken, Waden (78. Mansholt), Menken.
Tore: 0:1 Weßling (28.), 0:2 Menken (38.), 1:2 Oltmer (54.), 1:3 Hinz (58.), 1:4 Waden (Foulelfmeter, 62.).
Letztmals gelangen Kickers vier Tore bei Hansa
Wie besonders der Erfolg von TuRa bei Hansa ist, zeigt ein Blick in die Heimstatistik der Friesoyther: In den zuvor 17 Ligaspielen im heimischen Stadion ist Hansa ungeschlagen geblieben. Bis zum 2:2 gegen Wildeshausen im September hatte Friesoythe sogar 14 Heimsiege in Folge (neun in der Bezirksliga, fünf in der Landesliga) gefeiert. Danach folgte noch ein 6:0 gegen Leer. Die letzte Heimniederlage von Hansa war ein 0:3 gegen BW Lohne am 24. Mai 2019 – zweieinhalb Jahre blieb Friesoythe bis zum TuRa-Gastspiel am Sonntag also zu Hause unbesiegt.
Letztmals vier Gegentore vor heimischem Publikum kassierte Hansa Friesoythe gegen eine andere ostfriesische Mannschaft: Am 10. März 2019 gewann dort Kickers Emden mit 4:1 und stieg zum Saisonende als Tabellenzweiter in die Oberliga auf, weil Meister Bevern nicht wollte. Friesoythe rutschte dagegen am letzten Spieltag der Saison 2018/19 nach einem 1:1 gegen Essen noch auf einen Abstiegsplatz, weil GW Firrel zeitgleich mit 5:0 gegen Wallenhorst gewann und den Klassenerhalt feiern durfte.
Friesoythe trifft per Fallrückzieher
Um nichts anderes als den Ligaverbleib geht es in diesem Jahr für TuRa Westrhauderfehn. „Nach einer sehr guten Trainingswoche wollten wir uns bei Hansa die Punkte zurückholen, die uns trotz einer guten Leistung beim 0:2 im Hinspiel verloren gegangen waren. Das ist uns eindrucksvoll gelungen“, sagt Trainer Erhan Colak. Die ersten beiden Torchancen der TuRaner durch die Angreifer Frank Waden und Pascal Menken konnte Hansa-Keeper Henning Dinklage, der erstmals für Stammtorwart Wojchiech Wilhelm ran durfte, noch vereiteln. Beim 1:0 durch einen strammen Schuss von Sönke Weßling war Dinklage aber machtlos (28.), Pascal Menken legte nach Vorlage von Frank Waden nach (38.).
Kurz nach dem Seitenwechsel hätte Frank Waden, dessen Schuss aus 25 Metern von der Latte kurz vor der Linie aufprallte, fast für das 3:0 der TuRaner gesorgt. Stattdessen verkürzte Hansa durch Keven Oltmer per Traumtor: Mit der Brust nahm der erfolgreichste Torjäger der Liga einen langen Ball an und beförderte ihn per Fallrückzieher unter die Latte (54.). „Wir ließen uns davon aber nicht beeindrucken, behielten unsere Ordnung und Kontrolle aber weiterhin bei“, sagt Erhan Colak. Nach einer Vorlage von Pascal Menken erzielte Marcel Hinz das 3:1 (58). Den Schlusspunkt setzte Frank Waden per Elfmeter, nachdem Sönke Weßling gefoult worden war (62.). Beim 4:1 blieb es, weil beide Teams Angriffe nicht konsequent zu Ende spielten.