Umwelt

Immer mehr Hausmüll landet dort, wo er nicht hingehört

| | 03.11.2021 21:32 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Unbekannte haben einen Schutthaufen in Klostermoor in die Landschaft gekippt. Christoph Harms hat ihn bei einem seiner Spaziergänge fotografiert. Foto: privat
Unbekannte haben einen Schutthaufen in Klostermoor in die Landschaft gekippt. Christoph Harms hat ihn bei einem seiner Spaziergänge fotografiert. Foto: privat
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In Rhauderfehn ist ein Bauhofmitarbeiter fast ausschließlich damit befasst, illegal entsorgten Müll zu beseitigen. Auch mit den Gemeinde-Mülleimern hat er deswegen mehr Arbeit.

Rhauderfehn/Klostermoor - Wenn er mit seinem Hund unterwegs ist, genießt Christoph Harms die schöne Fehntjer Landschaft. Und manchmal ärgert er sich: über wild entsorgten Müll, auf den er immer wieder stößt. „An der Friesenstraße in Klostermoor zwischen der 2. und 3. Südwieke kommt es immer wieder vor, dass Leute ihren Haushaltsmüll oder Gartenabfälle am Straßenrand ablegen“, erzählt er. Kürzlich entdeckte er wieder Gartenabfälle. Und: „Auch ein Schutthaufen ist dazu gekommen. Der wurde aber auf eine Einfahrt in das Wiedervernässungsgebiet gekippt“, so Harms.

Haufen von Gartenabfällen hat Christoph Harms entdeckt. Foto: Privat
Haufen von Gartenabfällen hat Christoph Harms entdeckt. Foto: Privat

Seine Entdeckungen fotografiert er und schickt die Bilder an die Gemeinde Rhauderfehn. Die sorgt dann dafür, dass der illegale Müll abgeholt wird. „Ich habe den Eindruck, dass es mehr wird“, so Harms. „Das ist wirklich sehr ärgerlich.“

Weniger Anmeldungen für Sperrmüll

Seinen Eindruck teilt Mareike Boelsen vom Ordnungsamt Rhauderfehn: „Ich habe auch den Eindruck, dass die Fälle illegal entsorgten Mülls noch mehr geworden sind“, sagt sie. Möglicherweise hänge das auch damit zusammen, dass der Sperrmüll nicht mehr kostenlos abgeholt wird.

Seit Anfang des Jahres beträgt das Sperrgutentgelt 35 Euro für eine normale Abholung innerhalb von drei Wochen. Das habe für einen sehr deutlichen Rückgang der Nachfrage nach Sperrmüllabholungen gesorgt, vermeldete der Kreis Leer kürzlich.

Bauhof holt den Unrat ab

Die Gemeinde Rhauderfehn versucht, Müll, der auf ihrer Fläche landet, möglichst zeitnah durch den Bauhof abholen zu lassen. „Dabei gehen wir nach Priorität vor. Wenn von der wilden Müllkippe eine Gefahr ausgeht, wird das sofort abgeholt. Grünschnitt wird so abgefahren, wie es zeitlich passt“, erklärt Boelsen.

Vor einem Problem standen die Bauhofmitarbeiter vor einigen Tagen im Außenbereich von Burlage. Dort waren mehrere Hundert Altreifen illegal entsorgt worden. „Da stehen wir im Kontakt mit dem Landkreis, ob der einen Container vor Ort bereitstellen kann“, so Boelsen. Die Abfuhr der Reifen würde sonst viele Stunden Arbeitszeit verbrauchen, die andernorts auch benötigt werden.

Beim Bauhof ist mittlerweile ein Mitarbeiter fast ausschließlich damit befasst, die Umweltsünden der Bürger auszubügeln. Er kümmere sich auch um die Leerung der Mülleimer im Gemeindegebiet. „Dafür sind zwei Tage vorgesehen, dazwischen werden wilde Müllkippen beseitigt“, so Bauhofleiter Frank Kappernagel. Mittlerweile müsse der Kollege aber zwei, drei Mal die Woche die Mülleimer der Gemeinde anfahren, denn: „Immer häufiger landen darin Säcke mit Hausmüll“, sagt Kappernagel. Am Hahnentanger See, in Rhauderfehn-Mitte und an anderen Stellen quellen die Mülleimer regelmäßig über von Unrat, der eigentlich über die Hausmüllabfuhr entsorgt gehöre.

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