Fußball
„Schockierter“ Zuidema und das Winterpausen-Dilemma
Die ersten Erkenntnisse seiner „Bestandsaufnahme“ bei Germania Leer haben Michael Zuidema schockiert, wie er sagt. Er führt Spieler-Einzelgespräche – und spricht fast täglich mit potenziellen Neuen.
Leer/Westrhauderfehn - Seit etwas mehr als einer Woche ist Michael Zuidema wieder der starke Mann bei den Fußballern von Germania Leer. Derzeit ist der 38-jährige Ex-Trainer und jetzige Teammanager damit beschäftigt, herauszufinden, was alles schief läuft und wie die Kehrtwende gelingen kann. Zuidema ist bei den Trainingseinheiten, die Thorben Dirks leitet, als Beobachter dabei, führt viele Einzelgespräche mit den Spielern. Die ersten Erkenntnisse sowie wie sich die Germania-Mannschaft am Sonntag beim 1:4 in Werlte präsentiert hat, hätten ihn „schockiert“, sagt Michael Zuidema.
„Derzeit sind wir in der Landesliga nicht konkurrenzfähig – manchmal nicht über 90, zumindest nicht über 45 Minuten“, so Zuidema, ehe er noch deutlicher wird: „Wir sind weit weg, geschlossen als Mannschaft zu arbeiten. Ich hätte diese negative Entwicklung in der kurzen Zeit nicht für möglich gehalten.“ Als erstes Ziel möchte Michael Zuidema wieder etwas Ruhe in die Mannschaft bringen, sie wieder näher zusammenrücken lassen. „Nur gemeinsam kommen wir aus dem Tief heraus. Wenn wir als Team agieren, können wir den Klassenerhalt schaffen. Das ganze Gejammer wegen ausgelassener Chancen und der dünnen Personalsituation muss aufhören.“
Komplett entgegengesetzte Trends
Entsprechend geht es am Sonntag im Heimspiel gegen BW Papenburg (15 Uhr Anstoß) primär um einen gelungenen Auftritt als Team als um das Ergebnis. „Dann kommen die Punkte von alleine“, ist sich Zuidema sicher. Der Trend von Germania und BW vor dem Derby ist komplett gegensätzlich: Während Leer die vergangenen fünf Partien bei einem Torverhältnis von 3:21 verlor, gewann Papenburg die jüngsten drei Partien bei 10:2-Toren.
Neben der „Bestandsaufnahme“ im Germania-Team bemüht sich Michael Zuidema auch darum, die Mannschaft im Winter mit neuen Spielern zu verstärken. „Ich führe fast täglich Gespräche mit potenziellen Neuzugängen“, sagt Zuidema offen. Er weiß aber auch um das Dilemma in der Winterpause: „Es ist jetzt viel schwieriger, neue Spieler zu bekommen als im Sommer. Wir sind auch von den anderen Vereinen abhängig. Schließlich müssen die einem Wechsel zustimmen. Im Winter gibt niemand gerne Spieler ab.“ Insofern wolle Zuidema nicht zu hohe Erwartungen wecken, was Neuzugänge angeht. Neben dem Kader möchte Michael Zuidema auch das „Team um das Team“ vergrößern. „Wir müssen in der Fußball-Abteilung Strukturen schaffen, Vernetzungen herstellen. Da haben wir im Verein seit Jahren Defizite“, sagt Michael Zuidema.
TuRa in Wilhelmshaven gefordert
Zeitgleich zum Derby zwischen Leer und Papenburg gastiert TuRa 07 Westrhauderfehn beim WSC Frisia Wilhelmshaven an. Westrhauderfehns Trainer Erhan Colak ist optimistisch, dass seine Mannschaft etwas Zählbares aus der Jadestadt mitnehmen kann. Dabei gehen beide Teams mit unterschiedlichen Ausgangslagen in die Partie. „Wilhelmshaven hat sich nach anfänglichen Schwierigkeiten in der Tabelle noch oben gearbeitet und ist auf einem guten Weg, die angepeilte Aufstiegsrunde zu erreichen. Bei uns sieht das leider etwas anders aus, wir brauchen im Kampf um den Klassenerhalt jeden Punkt. Das wir mit Wilhelmshaven mithalten können, haben wir im Hinspiel schon gezeigt“, sagt Colak.
In Westrhauderfehn trennten sich beide Mannschaften 2:2-Unentschieden. TuRa spielte dabei lange in Unterzahl, Wilhelmshaven kam erst in der Nachspielzeit durch einen Elfmeter zum Ausgleich. „Das war am Ende sehr unglücklich, das haben wir aber abgehakt. Wilhelmshaven hat viel Qualität in der Mannschaft, wir aber auch. Wenn wir alles abrufen können, werden wir auch etwas mitnehmen. Wir fahren optimistisch nach Wilhelmshaven“, so Colak.