Justiz

Fehntjer Feuerwehrmann greift in die Kameradschaftskasse

| | 08.10.2021 18:37 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Bei der Freiwilligen Feuerwehr Westrhauderfehn soll ein Kamerad in die Gemeinschaftskasse gegriffen haben. Foto: Kruse
Bei der Freiwilligen Feuerwehr Westrhauderfehn soll ein Kamerad in die Gemeinschaftskasse gegriffen haben. Foto: Kruse
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Mehr als 10.000 Euro soll ein Kamerad der Freiwilligen Feuerwehr Westrhauderfehn aus einer Gemeinschaftskasse abgezweigt haben. Der Fall sorgt auch für Aufregung im Landkreis Cloppenburg.

Westrhauderfehn/Cloppenburg - Es ist ein unverfrorener Griff in die Gemeinschaftskasse: Bei der Freiwilligen Feuerwehr Westrhauderfehn soll ein aktives Mitglied mehr als 10.000 Euro von einem Bankkonto für private Zwecke abgehoben haben. Mit dem Geld soll der Mann seine Suchtkrankheit finanziert haben. Eine Strafanzeige ist im August gestellt worden. Inzwischen liegt der Fall bei der Staatsanwaltschaft in Aurich. Zusätzlich brisant: Bei dem Beschuldigten soll es sich um einen hochrangigen Mitarbei

ter eines kommunalen Unternehmens im Landkreis Cloppenburg handeln.

Der Mann bereut seine Tat zutiefst. Das sagte er am Freitag in einem persönlichen Gespräch. Er leide an einer Suchtkrankheit und habe sich in eine Behandlung begeben. Das Geld habe er in voller Höhe zurückgezahlt. Er habe selbstständig und unaufgefordert zur Aufklärung des Vorfalls beigetragen, betonte er.

Der Gemeinde ist kein Schaden entstanden

Nach einem anonymen Hinweis per Brief ging diese Redaktion dem Fall nach. Die Freiwillige Feuerwehr Westrhauderfehn ist eine von sieben Ortsfeuerwehren in der Gemeinde Rhauderfehn. Träger ist die Gemeinde, oberster Dienstherr der Feuerwehren ist Bürgermeister Geert Müller. Auf Anfrage bestätigte Müller am Donnerstag die Vorwürfe gegen den Kameraden. „Der Vorfall hat mit der Gemeinde Rhauderfehn aber nichts zu tun, der Gemeinde ist kein Schaden entstanden“, sagte Müller. Der mutmaßliche Täter habe Geld aus der Kameradschaftskasse genommen.

Mehr Angaben wollte Müller nicht machen. Er verwies auf das Ortskommando der Feuerwehr. Ortsbrandmeister Bernd Haskamp war telefonisch allerdings nicht zu erreichen.

Staatsanwaltschaft ermittelt

Wann der Fall aufgeflogen ist, darüber ist bisher öffentlich nichts bekannt. Im August ist aber bei der Polizei Strafanzeige erstattet worden, zunächst gegen unbekannt. Das bestätigte Pressesprecherin Frauke Bruhns am Freitag auf Anfrage. Es sei ein Ermittlungsverfahren gegen unbekannt geführt worden. „Mittlerweile ist der Fall an die Staatsanwaltschaft Aurich weitergeleitet worden“, so Bruhns.

Dort wird nun gegen den Beschuldigten aus Rhauderfehn ein Ermittlungsverfahren geführt. Das bestätigte Staatsanwalt Jan Wilken: „Die Ermittlungen dauern an.“

Der Cloppenburger Landrat Johann Wimberg war am Freitag ortsabwesend. Er könne deshalb nicht auf eine Anfrage dieser Redaktion antworten. Das teilte Erster Kreisrat Ludger Frische vom Landkreis Cloppenburg telefonisch mit.

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