Fußball
„Situation ist frustrierend“: Loga-Coach Özge schmeißt hin
Atilla Özge hört als Trainer von Frisia Loga auf. Interimsweise ist der Posten beim Fußball-Bezirksligisten zwar besetzt. Doch ob es mit der jetzigen Sportlichen Leitung weitergeht, ist noch offen.
Loga - Ohne einen einzigen Pflichtspielsieg ist für Atilla Özge das Kapitel Frisia Loga bereits beendet. Der Osterfehntjer legte seinen Trainerposten beim Fußball-Bezirksligsten nach einem längeren Telefonat am Montag mit dem Sportlichen Leiter Christian van Hoorn nieder. „Die sportliche Situation ist einfach frustrierend“, sagt der 36-Jährige gegenüber unserer Zeitung. „Ich bin mit Christian und Co-Trainer Xavier Rieger verantwortlich für das Team und den Kader. Da ist es enttäuschend, dass wir nicht das auf den Platz bringen, was in der Truppe steckt.“ Nach Uwe Langheim beim TuS Middels ist Özge der zweite Bezirksliga-Trainer binnen einer Woche, der von seinem Amt zurücktrat.
Interimsweise übernimmt Harry Janssen – Vater der beiden Frisia-Spieler Hennes und Ole Janssen – das Traineramt bei Frisia Loga. So wird er mindestens am Sonntag im Heimspiel gegen Pewsum die Mannschaft betreuen. Die Gespräche für die Özge-Nachfolge hat der Sportliche Leiter Christian van Hoorn noch nicht aufgenommen – nicht nur, weil er sich derzeit im Urlaub befindet. „Ich muss auch schauen, ob ich den Weg von Frisia Loga weitergehe“, sagt van Hoorn offen. „Es gibt ein paar interne Dinge, die nicht passen.“ Am Sonntag soll es ein klärendes Gespräch mit dem Vorstand geben. Dort werde eine Entscheidung getroffen, wie es in der Sportlichen Leitung weitergehe.
„Atilla ist hier die ärmste Sau“
Ein Blick auf die blanken Zahlen seit Atilla Özges Dienstantritt im Sommer 2020 belegt die enttäuschende Bilanz: 16 Pflichtspiele, 15 Niederlagen, 8:54 Tore. Lediglich beim 2:2 vor anderthalb Wochen bei BW Borssum ging die Frisia-Elf unter Özges Regie nicht als Verlierer vom Platz. In der Nachspielzeit hatte Loga sogar erst den 2:2-Ausgleich kassiert. Doch nun am vergangenen Wochenende kassierte das Schlusslicht der Bezirksliga-Staffel B mit einem 1:7 erneut eine herbe Klatsche. „Das war dann ein Tropfen zu viel auf dem heißen Stein“, beschreibt Atilla Özge. „Am Sonntag hat man gemerkt, dass die Mannschaft Atilla hängen gelassen hat“, sagt Christian van Hoorn. Er kann den Entschluss seines guten Kumpels verstehen, die Reißleine zu ziehen. „Atilla ist hier die ärmste Sau. Er hat so viel investiert, nicht nur auf dem Platz, auch drumherum“, sagt Christian van Hoorn. „Sportlich hatten wir leider zu oft Pech gehabt.“
Letztendlich entschied sich Atilla Özge aus zweierlei Gründen dazu, von seinem Trainerposten abzutreten. Zum einen habe er die Enttäuschung durch die Ergebnisse Woche für Woche satt. „Es nagt an einem“, sagt Özge. Zum anderen sieht er die Chance für die Mannschaft. „Das Team ist jung und hat das Zeug, diese Klasse zu spielen. Hoffentlich schafft es das Team nun mit jemand anderem, die Kurve zu kriegen.“
Jetzt wolle Atilla Özge erstmal „etwas runterkommen“, mehr Zeit mit der Familie verbringen. „Mein Sohn Samir freut sich, dass ich sonntags nun mit zu seiner Auswahl kommen kann“, sagt Özge. Sein achtjähriger Sohn trainiert jeden Sonntag mit Ostfriesland-Süd-Auswahl in Nortmoor.