Politik

Alexander Bartz verpasst das Bundestagsmandat knapp

| | 27.09.2021 18:36 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Alexander Bartz zeigt sein Parteibuch: Das angestrebte Bundestagsmandat verpasste der Kandidat aus Vechta knapp. Foto: Kühn
Alexander Bartz zeigt sein Parteibuch: Das angestrebte Bundestagsmandat verpasste der Kandidat aus Vechta knapp. Foto: Kühn
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SPD-Kandidat Alexander Bartz aus Vechta ist zweiter Nachrücker auf der Niedersachsen-Liste seiner Partei. Gute Ergebnisse erzielte die Partei in Barßel und Saterland.

Landkreis Cloppenburg/Vechta - Einige Stunden lang durfte sich Alexander Bartz am Sonntagabend nach Schließung der Wahllokale Hoffnungen auf ein Mandat im Deutschen Bundestag machen. Der SPD-Kandidat im Wahlkreis Cloppenburg/Vechta lag auf einem aussichtsreichen Platz der Landesliste der Sozialdemokraten. Doch irgendwann in der Nacht stand fest, dass es nicht klappt. „Schade, das tut weh, es ist enttäuschend“, sagte Bartz am Montagvormittag im Gespräch mit dieser Redaktion. Nun steht er auf Platz zwei der möglichen Nachrücker der SPD Niedersachsen. Die Enttäuschung sei groß: „Ich habe mir etwas anderes gewünscht.“

Bartz hatte 20,87 Prozent der Stimmen geholt. Das Direktmandat sicherte sich zum zweiten Mal in Folge Silvia Breher (CDU), die auf 49,02 Prozent kam. Die stellvertretende Bundesvorsitzende der Christdemokraten hatte vor vier Jahren noch 57,7 Prozent erreicht.

„Ich werde den Kopf nicht hängen lassen“

Alexander Bartz, der erstmals kandidierte, sagte, für ihn gelte es, sich nun erstmal zu sammeln: „Klar ist, es geht weiter. Ich werde den Kopf nicht hängen lassen, mich auf die Arbeit im Vechtaer Stadtrat und im Kreisverband konzentrieren, weil ich Lust darauf habe.“ Gut sei es, dass er nun bekannter sei. „Ich habe den Mut nicht verloren“, sagte Bartz. Sollte er tatsächlich die Chance bekommen und nachrücken, werde er das Mandat sicher annehmen. „Das ist mein Wunsch, das ist mein Traum.“

Mut mache ihm das gute Abschneiden der Partei. In der traditionellen CDU-Hochburg werde es bunter. Die rote Abendsonne sei am schwarzen Firmament zu sehen, habe ihm ein Bekannter mit Blick auf das Wahlergebnis im Oldenburger Münsterland geschrieben. Die CDU kam nur noch auf 38,40 Prozent bei den Zweitstimmen. Ein historisch schlechtes Ergebnis. 2017 waren es noch 53,10 gewesen. Ein Minus von fast 15 Prozentpunkten. 2013 hatten die Christdemokraten noch 62,90 Prozent der Zweitstimmen eingefahren. „Bei der CDU kann sich niemand auf die Schultern klopfen“, so Bartz mit Blick auf die Ergebnisse.

SPD legt zu, CDU stürzt ab

Die SPD legte hingegen im Oldenburger Münsterland um 7,05 Prozentpunkte zu auf 24,76 Prozent. Sehr gut schnitten die Sozialdemokraten in der Gemeinde Barßel ab, wo sie mit 32,71 Prozent sogar vor der CDU (29,83 Prozent) landeten. Das gelang den Sozialdemokraten in keiner anderen Kommune dieses Wahlkreises.

Im Saterland stürzte die Union ebenfalls auf ein historisch schlechtes Ergebnis ab. Nur noch 32,47 Prozent holten sie dort nach 47,15 vor vier Jahren und 56,17 Prozent im Jahr 2013. Die SPD kam im Saterland nun auf 30,34 Prozent. Ein Plus von gut sieben Prozentpunkten. „Die Menschen im Oldenburger Münsterland merken, dass sie das Kreuz nicht nur bei der CDU machen können“, so Bartz. Er habe jedenfalls den Mut trotz des knapp verpassten Mandats nicht verloren, sagte er.

Auf Platz zwei der Nachrückerliste

Kurz vor dem Wahlsonntag war noch prognostiziert worden, dass er ein Mandat für den Bundestag bei einem Ergebnis von etwa 24 Prozent für die SPD erhalten würde. Am Ende gaben aber auch Dinge den Ausschlag, die nichts mit der SPD zu tun hatten, so der 36-Jährige. Die SPD-Kandidaten in Niedersachsen holten so viele Direktmandate, dass über die Liste nun drei weitere Sozialdemokraten ins neue Parlament einziehen.

„Aber auch die hohe Zahl der Direktmandate für die AfD in Sachsen und für die Grünen in Baden-Württemberg haben eine Rolle gespielt, dass es leider nicht geklappt hat“, sagte Bartz.

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