AfD-Hochburgen

Die Ängste und Sorgen ernst nehmen

| | 27.09.2021 18:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die AfD hat unter anderem mit Plakaten für sich geworben - wie auf diesem Foto aus Ostrhauderfehn. Foto: Hellmers
Die AfD hat unter anderem mit Plakaten für sich geworben - wie auf diesem Foto aus Ostrhauderfehn. Foto: Hellmers
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Die Alternative für Deutschland schnitt im Oberledingerland besonders gut ab. Die meisten Hochburgen hat die AfD in Westoverledingen. Das sollte den etablierten Parteien zu denken geben.

Das Oberledingerland bleibt eine Hochburg der Alternative für Deutschland (AfD). Wie bereits vor vier Jahren errang die rechtspopulistische Partei ihre höchsten Prozentzahlen im Wahlkreis Unterems in den Gemeinden Ostrhauderfehn (11,2 Prozent) und Westoverledingen (10,3 Prozent). Auch in Rhauderfehn lag sie mit (8,4 Prozent) knapp über dem Wahlkreis-Durchschnitt von 8,2 Prozent.

Bedenklich ist, dass die AfD mittlerweile sogar über Hochburgen verfügt, in denen sich eine Stammwählerschaft herauszukristallisieren scheint. So erreichte sie in Breinermoor (17,4 Prozent), in der Begegnungsstätte Steenfelde (16,8 Prozent), im Feuerwehrhaus Großwolde (16,5 Prozent), im Wahlbezirk südlich der Gartenstraße in Ostrhauderfehn (16 Prozent), in Langholt (15,4 Prozent) und in Klostermoor-West (14,6 Prozent) ihre besten Ergebnisse. In all diesen Wahllokalen war die AfD auch schon vor vier Jahren besonders erfolgreich.

Doch wer wählt die AfD? So ganz einfach lässt sich diese Frage nicht beantworten. Klar dürfte sein: Darunter sind viele ehemalige CDU-Anhänger, die die Politik von Kanzlerin Angela Merkel und die „Nach-Links-Verschiebung“ im Parteienspektrum satt haben. Dazu zählen gewiss auch Aussiedler wie Russlanddeutsche, die früher ebenfalls traditionell die Union gewählt haben.

Um diese Wähler wieder zurückzugewinnen, reicht es nicht, sie zu stigmatisieren. Es reicht nicht, sie als Corona-Leugner, rechte Spinner oder als Nazis zu titulieren. Einige der AfD-Sympathisanten mögen dies vielleicht sein. Die Mehrheit ist es aber nicht. Die meisten AfD-Wähler sind Bürger, die sich von der Politik der „etablierten“ Parteien nicht mehr ausreichend vertreten fühlen. Um deren Stimmen wiederzubekommen, müssen die Politiker von CDU, SPD und den übrigen Parteien aber zunächst einmal wieder damit anfangen, die Ängste und Sorgen dieser Menschen ernst zu nehmen.

@ Den Autor erreichen Sie unter h.zein@ga-online.de

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