Fußball

Als Middelser Aushilfsspieler mit Vaterfreuden und Tor

| | 23.09.2021 19:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Frisches Familienglück: Fußballer Timo Klemm und Kitesurferin Linda Droste wurden vor anderthalb Wochen Eltern. Sechs Tage nach der Geburt des kleinen Jakob erzielte Timo Klemm bei seinem Saisondebüt gleich ein Tor. Foto: Privat
Frisches Familienglück: Fußballer Timo Klemm und Kitesurferin Linda Droste wurden vor anderthalb Wochen Eltern. Sechs Tage nach der Geburt des kleinen Jakob erzielte Timo Klemm bei seinem Saisondebüt gleich ein Tor. Foto: Privat
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Timo Klemm lief einst für mehrere hiesige Vereine in der Fußball-Oberliga. Mittlerweil spielt der 39-Jährige nur noch bei Personalnot beim TuS Middels. Gegen Esens musste er nun ran – schon wieder.

Ostfriesland - Mit einer Kündigung im Postkasten endete für Timo Klemm in der Winterpause der Saison 2016/17 das Kapitel Germania Leer auf eher unrühmliche Art. Fast hätte es auch das fußballerische Karriereende mit Mitte 30 für Klemm bedeutet. „Ich wollte echt kürzertreten“, betont der 1,93-Meter-Mann noch heute. Zum „Fit bleiben“ heuerte er dann doch noch für ein paar Spiele beim Bezirksligisten SV Großefehn an. Doch auch das sollte nicht der letzte Verein in Klemms langer Vita bleiben. Jerzy Klukowski, sein ehemaliger Trainer bei Germania Leer, lotste ihn Anfang 2018 zum Bezirksligisten TuS Middels. Dort bestritt Klemm erst noch einige Spiele – unter anderem mit seinem Kumpel Klaus Barghorn. Mittlerweile spielt der 39-Jährige aber nur noch, wenn „wirklich Not am Mann ist“. Das war beim TuS am vergangenen Freitag gegen den TuS Esens der Fall – und „Aushilfsspieler“ Timo Klemm war als frisch gebackener Vater einer der Protagonisten.

Am 11. September wurden seine Freundin Linda Droste – sie ist als Kitesurferin ebenfalls sportlich aktiv – und er erstmals Eltern. Jakob erblickte mit 3150 Gramm gesund und munter das Licht der Welt. Sechs Tage nach der Geburt stand Timo Klemm dann erstmals in diesem Jahr auf dem Middelser Fußballplatz. Der einstige Defensivspezialist ackerte über 90 Minuten in vorderster Front und traf zum zwischenzeitlichen Ausgleich. Auch per Kopf wäre Klemm fast noch erfolgreich gewesen. Erst in der Nachspielzeit brachte der Esenser Finn Rosenboom den TuS Middels und Timo Klemm mit dem 1:2 um den verdienten Lohn. „Das war schon echt bitter, wir waren deutlich besser in der zweiten Halbzeit“, sagt Timo Klemm, ehe er hinterherschiebt: „Dafür hatten wir bei meinem letzten Spiel knapp gewonnen.“

Während seiner Karriere machte Timo Klemm (Mitte) auch mehrmals bei Germania Leer Station. Archivfoto: Strack
Während seiner Karriere machte Timo Klemm (Mitte) auch mehrmals bei Germania Leer Station. Archivfoto: Strack

Meister mit Kickers Emden

Zuvor war Klemm letztmals am 2. Oktober 2020 für den TuS Middels aufgelaufen – und kurioserweise hieß der Gegner damals auch TuS Esens. Die Partie, bei der Klemm ebenfalls über 90 Minuten auf dem Platz stand, endete 1:0 für Middels. „Das war meine letzte Fußballeinheit vor dem Spiel am Freitag gegen Esens“, betont Timo Klemm. Entsprechend „knackig“, wie er sagt, war der Tag für ihn nach dem unglücklichen 1:2. Sportlich untätig ist Timo Klemm zwischen den Esens-Spielen aber auch nicht gewesen. „Ich fahre sehr viel Rennrad und spiele Tennis“, sagt Timo Klemm. Für letzteres trifft er sich einmal wöchentlich mit dem ehemaligen Nortmoorer Fußballer Koen Beerepoot.

Eines ist für Timo Klemm gewiss: „Mein Spielerpass geht nirgendwo mehr hin. Der bleibt in Middels liegen.“ In seiner Herrenkarriere spielte Klemm für insgesamt sieben Vereine – unter anderem in der Oberliga für Kickers Emden, Germania Leer, SV Meppen und TuS Pewsum. Als größten Erfolg bezeichnet Timo Klemm die Oberliga-Meisterschaft in der Saison 2004/05 mit Kickers. Aufgrund einer Wadenbeinverletzung – und dem Vorhaben vom damaligen Trainer Marc Fascher, zweimal die Woche auch vormittags zu trainieren – kam Klemm nicht in der Regionalliga zum Einsatz, sondern wechselte zu Germania Leer. „In Emden war es dann sehr aufs Profisein ausgerichtet“, sagt Klemm, der damals eine Ausbildung machte und bis heute bei der Connetac GmbH, einem IT-Systemhaus, arbeitet – mittlerweile ist er Teil der Geschäftsführung.

Spitzenspiel in Pewsum

Am Sonntag wird Timo Klemm nicht mehr den Aushilfsspieler bei Middels geben müssen. Für die Partie beim TuS Weene, Anstoß 15 Uhr, wird unter anderem der zuletzt ortsabwesende Torjäger Glen Sokoli wieder dabei sein. Zeitgleich in der A-Staffel trifft der FC Norden auf den TuS Esens und die SpVg Aurich empfängt Tabellenführer SV Hage. An diesem Freitag spielt der TuS Strudden bereits beim SV Wallinghausen.

In der B-Staffel wir am Sonnabend der Spieltag eingeläutet. Der SV Großefehn empfängt den VfB Uplengen um 16 Uhr. Am Sonntag um 15 Uhr sind drei Partien – unter anderem das Topspiel TuS Pewsum gegen TV Bunde. Zudem gastiert Germania Wiesmoor beim SV Holtland und Frisia Loga bei BW Borssum.

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