Tourismus

MS Spitzhörn ist Sorgenkind des Touristikvereins

| | 23.09.2021 12:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Saison des Ausflugschiffes MS Spitzhörn der Touristik Erholungsgebiet Barßel&Saterland ist durch einen Maschinenbrand vorzeitig beendet worden. Foto: Fertig
Die Saison des Ausflugschiffes MS Spitzhörn der Touristik Erholungsgebiet Barßel&Saterland ist durch einen Maschinenbrand vorzeitig beendet worden. Foto: Fertig
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Hinter dem Ausflugschiff des Touristikvereins Barßel & Saterland liegt kein gutes Jahr. Vieles an dem Schiff MS Spitzhörn ist abgängig. Jetzt endete auch noch die Saison vorzeitig wegen eines Maschinenbrands.

Barßel - Die MS Spitzhörn ist zur Zeit das Sorgenkind des Touristikvereins Erholungsgebiet Barßel & Saterland. Das berichtete jetzt deren Geschäftsführer Jens Lindstädt dem Ausschuss für Kultur, Sport und Tourismus, der am Mittwoch im Barßeler Pfarrheim tagte.

Die Saison des Fahrgastschiffs, das der Touristikverein seit 1990 einsetzt für Ausflugsfahrten über das Barßeler Tief, Soeste und Jümme, war kurz, sagte Lindstädt, und sie endete vorzeitig. An der Backbordmaschine war ein Brand ausgebrochen. Am Dienstag sei der Gutachter dagewesen. „Zum Glück war es kein Schmorbrand, sondern offenes Feuer, deshalb ist es ein Versicherungsschaden“, erläuterte Lindstädt dem Ausschuss. Jetzt werde die Maschine ausgebaut, um überhaupt feststellen zu können, wie groß der Schaden ist.

Überall Ausfälle und Schäden

Aber 2021 war insgesamt kein gutes Jahr für den Ausflugsdampfer. Die Saison begann direkt mit Getriebeproblemen, schilderte Lindstädt, anschließend gaben zwei große Batterien ihren Geist auf. Es folgte ein Totalausfall der technischen Anzeigen im Steuerhaus, dann gab es Probleme mit dem Kabelbaum, Ende Juli ließ der Generator, der für die Stromversorgung unterwegs zuständig ist, die Mannschaft im Stich.

Zudem sei der Touristikverein mehrmals von einer Firma versetzt worden, die den Rumpf neu lackieren sollte. Das sollte bereits zu Ostern geschehen, doch nichts passierte. Inzwischen habe man sich an einen anderen Malerbetrieb gewandt. Der will im Oktober mit den Außenarbeiten starten.

Möbel, Fenster und Persenning abgängig

Insgesamt stehen noch weit mehr Sanierungsarbeiten an dem Schiff an. Die 23 Jahre alte Persenning lasse sich nicht mehr reinigen, schilderte Lindstädt, sie sei teilweise porös, die Seitenteile großteils zerrissen. Eine neue Abdeckung müsse angeschafft werden. Bei der Bestuhlung auf dem Oberdeck müsse das Holz aufgearbeitet werden, bei den Sitzen im Inneren der Spitzhörn die Polster erneuert. Außerdem müssten die Fensterscheiben im Salon ausgetauscht werden, weil sie sehr trübe geworden seien.

Ausschussmitglied Günter Ludmann erzählte, wie er im August mit Gästen einen Ausflug auf der Spitzhörn unternommen habe: „Einladend war das nicht!“ Er regte eine generelle Bestandsaufnahme an, was alles an dem Schiff verbessert werden müsste. „Das haben wir gemacht“, entgegnete Lindstädt. Er habe bereits ein Angebot vorliegen, sagte er, inklusive neuer Persenning, und überreichte dem Ersten Gemeinderat Michael Sope im Ausschuss die entsprechenden Unterlagen. „Wir reden hier über eine Gesamtsumme von etwa 50.000 Euro“, stellte der fest.

Projekt kommt in die Haushaltsberatung

Barßels Bürgermeister Nils Anhuth kündigte an, diese Summe in die Haushaltsberatungen mit aufzunehmen, um für den Haushalt 2022 eine entsprechende Summe einzustellen. Außerdem konnte Anhuth eine positive Nachricht zum Sorgenkind Spitzhörn verkünden: Man sei mit einem Kapitän im Gespräch, der das Fahrgastschiff führen und so das Personal verstärken könne.

Der Mann habe ein Patent als Kapitän auf Großer Fahrt. Was dem Mittvierziger noch fehle, sei das für die Spitzhörn erforderliche Binnenschifferpatent. Für das sammele er schon fleißig Stunden.

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