Verkehr
„Transrapid-Unglück war GAU für den hiesigen Tourismus“
Der Völlenerfehner Wilfried Stubbe hat für die Samtgemeinde Dörpen jahrelang die Fahrten mit dem Transrapid organisiert. An den Unglückstag am 22. September 2006 hat er noch genaue Erinnerungen.
Völlenerfehn/Dörpen - Der 22. September 2006, an dem der Transrapid in einen stehenden Werkstattwagen rauschte und dabei 23 Menschen ihr Leben verloren, war für Wilfried Stubbe ein besonders schlimmer Tag. Denn der Völlenerfehner hatte eine besondere Beziehung zum Transrapid. Von 2000 bis 2005 vermarktete er als Geschäftsführer des Touristik-Vereins der Samtgemeinde Dörpen die Fahrten für die Touristen.
„Als das Unglück passierte, war ich erst seit Kurzem nicht mehr im Dienst. Aber ich hatte natürlich noch Kontakt zu den ehemaligen Kollegen“, berichtet der heute 66-Jährige. So habe ihn am Tag des Unfalls eine Bekannte angerufen, die gerade mit einer Besuchergruppe auf dem Info-Turm in Dörpen wartete. Dieser wurde eigens gebaut, damit sich die Touristen den vorbeifahrenden Transrapid angucken konnten. „Die ehemalige Kollegin fragte mich, ob ich wüsste, wo der Transrapid bleibt. Sie würde mit den Gästen schon minutenlang auf ihn warten“, so Stubbe. Doch der Völlenerfehner konnte nicht weiterhelfen. Er hatte nichts gehört. Das änderte sich einige Zeit später. „Nach und nach stürzten die fürchterlichsten Infos in die Öffentlichkeit“, erinnert sich Stubbe. Besonders schlimm wurde es dann für ihn, als er erfuhr, dass unter den Toten auch drei befreundete, ehemalige Kollegen waren. Sie fuhren als Begleiter im Unglücks-Transrapid mit der Modellnummer 08 mit. „Was blieb, war die Sprachlosigkeit und der Gedanke, wen es noch alles hätte treffen können. Auch ich bin häufiger mit meiner Familie mitgefahren“, sagt der Ruheständler.
„Der Info-Turm ist verwaist“
Als er noch beim Touristik-Verein war, gab es alleine in Dörpen drei Mitarbeiter im Büro und zehn Betreuer der Gäste. „Heutzutage ist da nicht mehr viel. Auch der Info-Turm ist verwaist“, erzählt der Völlenerfehner. Bis zum 22. September 2006 haben rund eine halbe Million Gäste den Transrapid besichtigt. „Da waren auch viele Gruppen aus dem Ausland dabei“, so Stubbe. Doch das alles war schlagartig vorbei. Nach dem Unfalltag wurden keine Fahrten mehr angeboten. „Das Unglück war der GAU für den hiesigen Tourismus.“
Der 66-Jährige selbst ist überzeugt davon, dass sich die Transrapid-Technologie auch ohne den tödlichen Unfall in Deutschland nicht durchgesetzt hätte. „Der Transrapid war einfach zu schnell für die damalige Zeit“, betont Stubbe.