Fußball

Nach dem Emder Torspektakel geht es ab aufs Wasser

| | 18.09.2021 21:11 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
„Mr. Rückwärtssalto“ hat wieder zugeschlagen – erstmals in der Oberliga. Beim technisch feinen 2:0 und anschließendem Torjubel von Nikky Goguadze staunten nicht nur die 412 Zuschauer, sondern auch die Emder Mitspieler (rechts Marvin Eilerts). Fotos: Doden
„Mr. Rückwärtssalto“ hat wieder zugeschlagen – erstmals in der Oberliga. Beim technisch feinen 2:0 und anschließendem Torjubel von Nikky Goguadze staunten nicht nur die 412 Zuschauer, sondern auch die Emder Mitspieler (rechts Marvin Eilerts). Fotos: Doden
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Auch dank einer Ecken-Ansage der Trainer konnte Fußball-Oberligist Kickers Emden einen deutlichen Heimsieg gegen Uphusen einfahren. Diesen kostet das Team vollends aus – unter anderem mit einer Bootstour.

Emden - Yanic Konda ließ sich nach seinem erfolgreichen Comeback nicht lumpen. Von den Fans in Block fünf gefordert, kletterte der 25-jährige Außenbahnspieler des BSV Kickers Emden auf den Zaun und stimmte lautstark die Humba-Rufe an. Aufgrund von Fangesängen und Kommentaren des gut gelaunten BSV-Anhangs hat das Ansagen fast zwei Minuten gedauert, ehe auf der Tribüne und dem Rasen des Ostfriesland-Stadions in Emden munter hin- und hergehüpft wurde. Der Pokalfrust nach dem 0:4 am Mittwoch gegen Heeslingen war da längst verflogen. Es überwog am Samstagnachmittag die pure Freude über den 5:1-Sieg gegen Oberliga-Schlusslicht TB Uphusen.

Darlin van der Werff (vorne im blauen Trikot) hatte in der ersten Hälfte zwei Großchancen – eine nutzte der BSV-Angreifer.
Darlin van der Werff (vorne im blauen Trikot) hatte in der ersten Hälfte zwei Großchancen – eine nutzte der BSV-Angreifer.
Gefeiert wurden der Heimsieg und das Festigen der Tabellenführung nicht etwa auf dem Bliede-Park direkt neben dem Ostfriesland-Stadion, sondern zuerst auf dem Wasser. Co-Trainer Yasin Turan hatte für den BSV-Tross eine Bootstour organisiert. Anschließend ging es zurück ins Vereinsheim, wo gemeinsam das Zweitliga-Derby zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV geschaut wird.

Technisch feine Tore

Fünf oder mehr Kickers-Tore im heimischen Stadion: Das hatte es in einem Pflichtspiel zuletzt am 19. Mai 2019 gegeben, damals noch in der Landesliga. 6:0 hieß es am Ende gegen den TSV Wallenhorst. Maßgeblichen Anteil daran hatten Tido Steffens mit drei Toren und Marvin Eilerts mit zwei Treffern. Auch an diesem Sonnabend gegen Uphusen besaßen die beiden hochkarätige Chancen, ließen diese jedoch liegen. Die Emder Treffer erzielten diesmal nicht Ostfriesen, sondern Spieler aus den Niederlanden. Mit Darlin van der Werff, Nikky Goguadze, Ibrahim Sillah und Alagie Jabbie standen vier im Nachbarland wohnende Akteure in der Emder Startelf – und alle vier konnten sich in die Torjägerliste eintragen. Mittelfeldstratege und Kraftpaket Sillah netzte sogar gleich zweimal.

Spieldaten

Kickers: Wetzel; Jabbie, Dassel, Faqiryar (62. D. Goguadze) – Visser (65. Konda), Goosmann, Sillah (76. Hatou), Eilerts – van der Werff (70. G. Goguadze), N. Goguadze, Steffens

Tore: 1:0 van der Werff (13.), 2:0 N. Goguadze (33.), 3:0 Sillah (53.), 4:0 Jabbie (57.), 5:0 Sillah (70.), 5:1 Rockahr (80.)

Den Torreigen eröffnete van der Werff nach tollem Außenristpass von Eilerts (13.). In der 32. Minute sorgte Nikky Goguadze für einen Glanzmoment, als er den Ball nach einem langen Goosmann-Zuspiel mit dem Rücken zum Tor aus der Luft pflückte, sich dabei Richtung Tor drehte und überlegt zum 2:0 abschloss. „Ich habe gezeigt, dass ich auch in der Liga treffen kann. Es war ein super Gefühl. Jetzt habe ich Hunger auf mehr“, sagt der 23-jährige Stürmer, der auch Anteil am 3:0 und 4:0 hatte.

Ecken-Üben kurz vor dem Anstoß

Goguadze schoss zwei Ecken, nach denen erst Sillah (53.) und dann Jabbie (57.) einen Abpraller aus kurzer Distanz verwerten konnten. Die Ecken auf den kurzen Pfosten waren einstudiert. „Mit Holger Wulff fiel unser sonstiger Eckenschütze erneut aus. Und da uns die Ecken im letzten Spiel nicht gefallen haben, haben wir mit Nikky gesprochen“, sagt Stefan Emmerling. So übte Nikky Goguadze wenige Minuten vor dem Anstoß mit seinem Bruder David noch Eckbälle, wobei sich seine Mitspieler nach dem Aufwärmen längst schon in die Kabine begeben hatten.

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Das letzte Kickers-Tor durch einen 20-Meter-Schuss von Sillah bereitete der von einer Sprunggelenksverletzung genesene Konda mustergültig von der Grundlinie vor (70.). Nach dem Emder Schönheitsfehler an diesem Tag – Uphusen-Kapitän Philipp-Bruno Rockahr konnte freistehend den 5:1-Endstand erzielen (80.) – war Konda dann erneut im Blickpunkt, und zwar als „Zaunkönig“.