Wohnbebauung
Grundstücksvergabe im Saterland per Losverfahren
Zum zweiten Mal erfolgt jetzt im Saterland die Vergabe von Grundstücken in einem Neubaugebiet per Losverfahren. Früher galt in der Gemeinde das Windhundverfahren. Doch das fanden nicht alle gut.
Ramsloh - Am Donnerstag, 9. September, findet zum zweiten Mal in der Gemeinde Saterland die Vergabe von Baugrundstücken mittels Losverfahren statt. Premiere war im April 2021 gewesen. Damals hatte die Kommune 35 Grundstücke im Neubaugebiet am Dr.-Peter-Waskönig-Ring in Ramsloh-Witteberg verlost.
Vor laufender Kamera zog Saterlands Bürgermeister Thomas Otto 83 Lose mit den Namen der Interessenten aus der Trommel, die dann in der Reihenfolge ihrer Ziehung ein Grundstück aussuchen durften, bis alle Bauplätze vergeben waren. Der Film wurde auf Youtube hochgeladen, wo man ihn sich bis heute ansehen kann. Das Verfahren war eingeführt worden durch eine Richtlinie, die der Rat im März 2019 beschlossen hatte. Vorher war die Vergabe von Bauplätzen nach dem Windhundprinzip erfolgt, was von Bauwilligen zunehmend als unfair wahrgenommen worden war.
Neubaugebiet am Utender Kanal
Diesmal sollen 37 Grundstücke im Strücklinger Neubaugebiet Loange Fäilde per Los vergeben werden. Es geht um den Bebauungsplan 135, Nördlich des Utender Kanals III. Das Gebiet grenzt an das bestehende Baugebiet an, wird über den Utender Damm erschlossen und liegt unweit der Bundesstraße 72.
Bewerben konnten sich Interessenten für die Bauplätze ausschließlich per Mail an bauplatzvergabe@saterland.de. Die Frist endete am Freitag, 3. September, um Mitternacht. Mit Stand Montagmorgen hätten der Gemeinde 36 Bewerbungen vorgelegen, sagt Erster Gemeinderat Jens Gralheer. Die Nachfrage war damit bedeutend geringer als für das Ramsloher Baugebiet, wo es mehr als doppelt so viele Interessenten wie Grundstücke gab.
Einzig die Reihenfolge entscheidet
„Der Run ist nicht so groß wie in Ramsloh“, bestätigt Gralheer. Dennoch komme es auf die Reihenfolge an, in der die Namen der Interessenten aus der Lostrommel gezogen werden. Das bleibt Chefsache. Otto wird am Donnerstag ab 16 Uhr die Lose ziehen und dabei von einem Mitarbeiter der Verwaltung gefilmt werden. Der Film wird live auf der Homepage der Gemeinde gezeigt. In der ersten Vergaberunde konnten sich ausschließlich Kaufinteressenten beteiligen, die das Grundstück zur Eigennutzung erwerben. Nur wenn Flächen übrig bleiben, könnten in einer zweiten Runde auch Käufer zum Zuge kommen, die auf ihrem Areal Mietwohnungen errichten möchten.
Grundstückspreise kreisweit am niedrigsten
83 Euro verlangt die Gemeinde pro Quadratmeter. Hinzu kommen 1.500 Euro für den Regenwasserkontrollschacht, 2.000 Euro für die Vermessung und der Schmutzwasserbeitrag vom OOWV in Höhe von 1,62 Euro pro Quadratmeter hinzu..
Damit liegen die Grundstückspreise im Saterland kreisweit am niedrigsten. Das hatte im Frühjahr der Gutachterausschuss Oldenburg-Cloppenburg des Landesamtes für Geoinformation und Landesvermessung bei der Ermittlung der Bodenrichtwerte festgestellt.
Baustart voraussichtlich Ende Oktober
Bauamtsleiter Matthias Neiteler führte aus, dass in dem Neubaugebiet ausschließlich der Bau von Einfamilien- und Doppelhäuser zugelassen sei. „Die Erschließung ist soweit fertig“, sagte Neiteler. Er rechnet damit, dass die Grundstückseigner Ende Oktober/Anfang November mit dem Bauen beginnen können.