Gesundheit
Luftfilter sorgen für mehr Sicherheit in Bussen
Um das Infektionsrisiko mit dem Coronavirus zu reduzieren, werden Schul- und Linienbusse mit speziellen Filtern ausgerüstet. Die Hygiene- und Abstandsregeln sowie die Maskenpflicht gelten weiterhin.
Rhauderfehn/Region - Um das Infektionsrisiko mit dem Coronavirus zu reduzieren, rüsten die Landkreise Cloppenburg und Vechta ihre Linienbusse mit Luftreinigungsanlagen aus. In den Sommerferien sei bereits der größte Teil der Flotte mit diesen Filtern ausgestattet worden, teilte Pressesprecher Sascha Sebastian Rühl vom Landkreis Cloppenburg mit. Damit solle den Schülerinnen und Schülern auf dem Schulweg, aber auch allen anderen Fahrgästen mehr Sicherheit vor einer möglichen Ansteckung mit dem Coronavirus geboten werden.
Die Verkehrsbetriebe des Landkreises Leer (VLL) mit Sitz in Rhauderfehn haben ihre 18 Linien-, vier Reisebusse sowie die Anrufbusse bereits komplett mit neuesten Hochleistungspartikelfiltern ausgerüstet.
Desinfektionsmittel, Luftfilter, Schutzscheiben
„In den vergangenen Monaten sind auch Busse nachgerüstet worden oder werden noch nachgerüstet, die im Landkreis Leer verkehren“, teilte Pressesprecher Philipp Koenen vom Landkreis Leer mit. „Die Fahrzeuge wurden mit Desinfektionsmittelspendern, Luftfiltern oder Schutzscheiben ausgestattet, um die Hygiene und den Gesundheitsschutz für Fahrgäste sowie die Fahrerinnen und Fahrer zu verbessern.“
Die Entscheidung über solche Schutzmaßnahmen treffe allerdings das jeweilige Verkehrsunternehmen, so auch die VLL, eigenständig. Koenen: „Auf Antrag werden aber die Kosten vom Landkreis Leer erstattet – das Geld stammt aus Finanzhilfen für Maßnahmen und Investitionen zur Verbesserung des Infektionsschutzes, die das Land Niedersachsen zusätzlich bereitgestellt hat. Die Verkehrsunternehmen wurden von uns darauf hingewiesen, dass diese Fördermittel zur Verfügung stehen.“ Im Landkreis Emsland wird der Schülerverkehr mit Linienbussen abgewickelt. „Der Landkreis Emsland gibt den eigenwirtschaftlichen Verkehrsunternehmen den Einbau von Luftfiltern in Bussen nicht vor“, teilte Pressesprecherin Anja Rohde mit und ergänzt: „Studien zeigen außerdem, dass keine besondere Ansteckungsgefahr vom ÖPNV ausgeht.“ Es stehe aber jedem Verkehrsunternehmen natürlich frei, Luftfilter in seine Busse einzubauen. Im normalen Betrieb findet ein entsprechender Luftaustausch in den Bussen statt. Dies geschieht in der Regel über die Belüftungsanlage, Fenster und über die Ein-und Ausstiegstüren, die sich an jeder Haltestelle öffnen und schließen.
Cloppenburger Landrat spricht von guter Nachricht
Im Landkreis Cloppenburg spricht Landrat Johann Wimberg von einer guten Nachricht für alle, die den Busverkehr nutzen. „Obwohl weiter auch zusätzlich mehr Busse als vor der Pandemie eingesetzt werden, ist es nicht auszuschließen, dass ein Bus mal voller sein sollte“, erklärte Wimberg in einer gemeinsamen Erklärung der beiden Landkreise des Oldenburger Münsterlandes.
Die Hochleistungspartikelfilter können einen Großteil der Aerosole aus der Luft herausfiltern. Die Luftreinigungsanlagen sollen im Oldenburger Münsterland auch zeitnah in den moobil+-Bussen, dem Rufbussystem der beiden Landkreise, installiert werden. Bei manchen Bussen werde unter anderem noch auf Befestigungsmaterial gewartet, so Kreissprecher Rühl.
Zu 95 Prozent virenfrei
Trotz aller Technik ersetzen die Filter jedoch nicht die Hygiene- und Abstandsregeln. Weiterhin müssen Fahrgäste auch einen Mund-Nasenschutz tragen. Darauf verweist Landrat Wimberg. „Die Technik wälzt die Luft im Bus um und reinigt sie. Das ersetzt aber nicht die Maskenpflicht, denn direkt ins Gesicht eines Mitreisenden ausgeatmete Aerosole werden natürlich nicht von der Anlage abgefangen“, erklärt Landrat Wimberg. Gleichzeitig könne eine Maschine zwar die Luft, aber nicht Oberflächen reinigen. Trotzdem werde die Ansteckungsgefahr für die Maskenträger weiter deutlich gesenkt. Denn 95 Prozent der durch das Gerät gezogenen und mit UV-Licht bestrahlten Luft gelten nachgewiesen als virenfrei, so der Cloppenburger Landrat.
„Als Träger des Schülerverkehrs und als Mitträger von moobil+ leisten die Landkreise damit einen wichtigen Beitrag für mehr Sicherheit im regionalen ÖPNV zu Pandemiezeiten“, ergänzt Landrat Winkel.