Kultur

Ehemaliger Betriebshof für das Moor- und Fehnmuseum

| | 14.07.2021 09:31 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
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Der Landkreis Cloppenburg hat in Elisabethfehn eine mehr als 5000 Quadratmeter großes Grundstück nebst Gebäuden gekauft. Das Moor- und Fehnmuseum darf die Liegenschaft kostenfrei nutzen.

Elisabethfehn - Auf dem Schreibtisch liegt ein Hammer. Neben einer Schreibunterlage ein Stempelkissen, davor steht ein Stempelhalter. Auch hinten in der Schmiede sieht es auf den ersten Blick so aus, als habe dort erst kürzlich noch jemand gearbeitet. Doch der Schein trügt. In dem großen alten Haus an der Hauptstraße 45 in Elisabethfehn ist schon lange Zeit niemand mehr einer Tätigkeit nachgegangen. Das ändert sich bald wieder: Der Landkreis Cloppenburg hat das 5246 Quadratmeter große Grundstück nebst Gebäuden vom Land Niedersachsen für eine kulturelle Einrichtung gekauft .

Neuer Nutzer ist das nur wenige Hundert Meter entfernt ansässige Moor- und Fehnmuseum Elisabethfehn. Am Dienstagmorgen war symbolische Schlüsselübergabe auf dem Gelände an der Gemeindegrenze zwischen Barßel und Saterland. „Für uns ist das ein Glücksfall“, sagte Museumsleiterin Antje Hoffmann, als sie von Landrat Johann Wimberg (CDU) einen großen symbolischen Schlüssel aus Holz in Empfang nahm.

Ehemaliges Bauhofgelände des NLWKN

Das Gebäude an der Hauptstraße 45 in Elisabethfehn. Auf dem Gelände war das Weg- und Wasserbauamt zu Hause, danach war es Bauhof des Wasserwirtschaftsamtes Cloppenburg und zuletzt Betriebshof des NLWKN. Foto: Kruse
Das Gebäude an der Hauptstraße 45 in Elisabethfehn. Auf dem Gelände war das Weg- und Wasserbauamt zu Hause, danach war es Bauhof des Wasserwirtschaftsamtes Cloppenburg und zuletzt Betriebshof des NLWKN. Foto: Kruse
Zuletzt hatte der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) dort ein Bauhofgelände. Der Stiftung „Moor- und Fehnmuseum Elisabethfehn“ hatte erfahren, dass das Niedersächsische Amt für Bau und Liegenschaften, der Landesliegenschaftsfonds Niedersachsen (LFN), die Grundstücke nebst Gebäuden Barßel veräußern möchte. Ehrenlandrat Hans Eveslage aus Barßel als Vorsitzender der Stiftung „Moor- und Fehnmuseum Elisabethfehn“ wandte sich an den Landkreis. Der Landkreis ist einer der fünf Träger der Stiftung.

Daraufhin sei der Landkreis Cloppenburg mit den Landesliegenschaftsfonds Niedersachsen in Verhandlungen getreten und habe sein Interesse am Erwerb bekundet, erklärte Wimberg. Die Gespräche habe der Landtagsabgeordnete Karl-Heinz Bley (CDU) aus Garrel vermittelt.

Kaufpreis: 200.000 Euro

Am 19. Februar seien die Verträge unterzeichnet worden. Der Landkreis habe für das voll erschlossene Grundstück den Verkehrswert von 200.000 Euro bezahlt“, sagte Erster Kreisrat Neidhard Varnhorn. Das Hauptgebäude ist ein auf Pfeilern gegründetes Betriebsgebäude. Es sei durch seine markante geschichtliche Erscheinung und die im Haus befindliche erhaltenswert Schmiede historisch bedeutend, sagte Anjte Hoffmann.

Zudem gibt es ein Nebengebäude, eine Fahrzeughalle in Massivbauweise. „Das Betriebsgebäude weist erhebliche Bauschäden auf“, sagte Wimberg. „Die Instandsetzungs- und Erhaltungskosten der historischen Gebäudesubstanz sollen durch Eigenmittel des Landkreises Cloppenburg und eventuelle Fördergelder übernommen werden“, so der Landrat. Anschließend beabsichtigt der Landkreis Cloppenburg, die Grundstücke nebst Gebäude dem Moor- und Fehnmuseum zur Dauernutzung als Ergänzung und Erweiterung des bisherigen Museumsbestandes kostenfrei zu überlassen. Ein direkter Kauf der Grundstücke nebst Gebäuden durch das Museum sei aufgrund der begrenzten finanziellen Mittel nicht realisierbar. „Aus diesem Grund möchte der Landkreis Cloppenburg das Museum unterstützten“, sagte Wimberg.

Schmiede wird für Vorführungen geöffnet

Das Museum brauche dringen zusätzlichen Lagerraum, sagten Hoffmann und Eveslage. Der Ehrenlandrat freute sich: „Es war gut, dass wir bei den Gesprächen in Hannover die Bedeutung für das Museum herausgestellt haben.“

Das Museum möchte nach Worten von Antje Hoffmann die Liegenschaft unter anderem als Depot für Sammlungsobjekte nutzen. Die noch vorhandene Schmiede soll hergerichtet werden. Dort wird auch die Dorfschmiede des Unternehmers van Deest aus Elisabethfehn untergebracht. Die Schmiede soll dann für Vorführungen geöffnet werden.

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