Wirtschaft

Noch baut kein Gülleverwerter am C-Port

| | 04.07.2021 09:19 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
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Im Januar hatte Kaskum-Geschäftsführer Gert Stuke verkündet, er brauche nur eine Genehmigung für den Bauantrag, dann könne er mit seiner Anlage am C-Port starten. Doch noch ist dort nichts passiert.

Sedelsberg - Wenig zu hören ist aktuell von den Ansiedlungsbemühungen der Firmen revis Bioenergy und Kaskum im Industriepark C-Port in Sedelsberg. Die beiden Unternehmen aus Münster und Friesoythe wollen dort Anlagen bauen, um Gülle und Festmist zu verwerten. Dagegen hat sich im Saterland Widerstand formiert. Vor kurzem nutzte der Verein „Bürgerbewegung Saterland und Umgebung“, den die Aktivisten Mitte Juni gegründet hatten, den Besuch des niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil in Scharrel, als Gelegenheit, dem Landesvater ihre Bedenken vorzutragen.

Die Aktivisten des Bürgerbegehrens gegen die Ansiedlung von Gülleverwertern nutzten den Besuch des niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil, der diese Woche in Scharrel war, um ihm ihr Anliegen vorzutragen. Foto: Passmann
Die Aktivisten des Bürgerbegehrens gegen die Ansiedlung von Gülleverwertern nutzten den Besuch des niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil, der diese Woche in Scharrel war, um ihm ihr Anliegen vorzutragen. Foto: Passmann

Am 5. September findet im Saterland ein Bürgerentscheid statt, bei dem die Saterländer abstimmen können, ob sie Bau und Betrieb der Anlagen von revis und Kaskum ablehnen. Allerdings ist der Erfolg dieses Entscheids daran geknüpft, dass die Unternehmen gemeindeeigene Flächen nutzen, etwa für ihre Abwasserleitungen. Doch seit Monaten steht fest, dass die geplanten Leitungen kein Gelände im Eigentum der Gemeinde Saterland queren.

Noch nichts passiert

Schon im Januar hatte Gert Stuke, Gesellschafter der Friesoyther Firma Kaskum, verkündet, für seinen Betrieb sei der Bürgerentscheid ohne Belang. Er benötige lediglich die Genehmigung des Landkreises für seinen Bauantrag, dann könne er anfangen, sich auf dem Areal, das er am C-Port erworben habe, niederzulassen.

Doch noch ist dort nichts geschehen. Das Vorhaben sei nach einer durch das Gewerbeaufsichtsamt Oldenburg eingeholten Stellungnahme des Niedersächsischen Umweltministeriums im Rahmen eines Baugenehmigungsverfahrens zu prüfen. Immissionsschutzrechtliche Fachbehörde ist das Gewerbeaufsichtsamt. „Der Bauantrag liegt beim Landkreis Cloppenburg noch nicht vor“, teilte Kreissprecher Frank Beumker mit.

Brandschutzkonzept angepasst

Kaskum-Geschäftsführer Gert Stuke erklärt auf Nachfrage, dass ihm noch ein Gutachten fehle. „Die technische Planung ist gigantisch aufwendig“, so Stuke. Die Kaskum GmbH will am Küstenkanal etwa 15 Millionen Euro investieren in eine Transformationsanlage, die täglich etwa 3000 Kubikmeter Schweinegülle in Wasser und Rohstoff verwandelt. „Weil wir die Abluftreinigung neu überplant haben, musste auch das Brandschutzkonzept angepasst werden“, schildert Stuke. Nun warte man auf das Brandschutzgutachten. Er rechne damit, dass es „in Kürze“ vorliege.

Dann gehe es über die Stadt Friesoythe an die Kreisverwaltung. Dort werde der Bauantrag geprüft. Wie lange das dauere, wisse er nicht, so Stuke. Deshalb könne er auch nicht sagen, wann er mit dem Bau seiner Anlage starte.

Aufwendigeres Genehmigungsverfahren

Für die Biomethananlage, in die das Münsteraner Unternehmen revis Bioenergy am C-Port einen dreistelligen Millionenbetrag eingeplant hat, ist das Genehmigungsverfahren aufwendiger. Aus Mist sollen Biogas und Biomethan entstehen. Für das Verfahren ist eine immissionsschutzrechtliche Genehmigung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz notwendig. Genehmigungsbehörde ist das Gewerbeaufsichtsamt in Oldenburg.

Kreis prüft aktuell

Von diesem sei der Landkreis Cloppenburg am 3. Juni aufgefordert worden, eine Stellungnahme abzugeben, sagte Kreissprecher Beumker. „Wir werden verschiedene fachliche Aspekte berücksichtigen, unter anderem Baurecht, Brandschutz, Veterinärrecht und Umweltrecht. Die Prüfungen laufen aktuell.“

Tim van Bevern, Project Ingeneer der Firma revis, teilt mit: „Die mit den Behörden geführten Gespräche und die im Mai 2021 übergebenen Antragsunterlagen machen uns optimistisch, dass wir unseren Zeitplan einhalten.“

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