Wirtschaft
Einleiterlaubnis für Firma revis erteilt
Das Münsteraner Unternehmen revis Bioenergy will sich am C-Port in Sedelsberg mit einer riesigen Biomethananlage ansiedeln, die Mist in Kraftstoff umwandeln soll. Dagegen gibt es im Saterland Widerstand. Doch jetzt ist revis einen Schritt weiter.
Sedelsberg - Das Münsteraner Unternehmen revis Bioenergy, das sich im Industriepark C-Port ansiedeln will, hat von der Unteren Wasserbehörde des Landkreises Cloppenburg die Einleiterlaubnis erhalten, geklärtes Abwasser aus ihrer Anlage in die Sagter Ems einzuleiten. Das bestätigte der Sprecher des Landkreises Cloppenburg, Frank Beumker: „Der Landkreis Cloppenburg hat nach einem umfangreichen Verfahren unter Beteiligung sämtlicher Behörden der revis bioenergy GmbH die Einleitererlaubnis in die Sagter Ems erteilt“, so Beumker.
Das Unternehmen will am Küstenkanal in einer Biomethananlage Festmist zu grünem Kraftstoff verarbeiten.
Gutachten: Gewässer wird nicht geschädigt
Grundlage für die Genehmigung ist ein Gutachten des Büros Angewandte Gewässerkunde und Landschaftsökologie (AGL) aus Bremen. Wie revis mitteilt, habe Diplom-Biologe Dr. Heinrich Liebsch als unabhängiger Sachverständiger eine ganzjährige Untersuchung des heutigen Zustands von Flora und Fauna der Sagter Ems gemäß der Wasserrahmen-Richtlinie vorgenommen.
Zweck war, herauszufinden, welche möglichen Auswirkungen auf die Gewässerökologie die geplante Einleitung hat. Dabei sei auch berücksichtigt worden, das außer revis noch andere Wasser in die Sagter Ems einleiten.
Kaskum hat ebenfalls Einleiterlaubnis
Ein weiteres Unternehmen, die Kaskum GmbH, die sich ebenfalls am C-Port ansiedeln möchte, um Schweinegülle zu verwerten, hat bereits eine Einleiterlaubnis für ihr aufbereitetes Abwasser in die Sagter Ems, allerdings an anderer Stelle als revis. Kaskums Erlaubnis bezieht sich auf ein Flurstück in der Gemarkung Scharrel.
Die jetzt genehmigte Einleitstelle von revis liegt am Graben Neues Vehn, wo das Unternehmen ein Einleitbauwerk der Friesoyther Wasseracht nutzen wird, das es zu diesem Zweck auf seine Kosten saniert.
Teil des Genehmigungsverfahrens
In dem AGL-Gutachten wird festgestellt, dass „die geplante Einleitung der revis zu keinerlei Schädigungen des Gewässers fürhren wird“. Die Einleitungen würden kontinuierlich von behördlicher Seite kontrolliert.
Die Einleiterlaubnis ist ein Teil des Genehmigungsverfahrens, das das Münsteraner Unternehmen durchläuft. Das Verfahren läuft nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz unter Federführung des Gewerbeaufsichtsamts Oldenburg. Aktuell bereitet revis nach eigenen Angaben die rund 2000 Seiten umfassenden Antragsunterlagen vor.
Revis-Chef rechnet mit Baubeginn 2022
Revis-Chef Simon Detscher zeigt sich zufrieden mit dem Fortschritt der Planungen. „Wir liegen voll im Zeitplan“, sagt er, „und erfüllen alle Voraussetzungen, die unsererseits zu schaffen sind.“ Detscher rechnet damit , dass Anfang 2022 mit dem Bau der Biomethananlage begonnen werden kann.
Die Verarbeitung von Gülle und Festmist in großem Stil am Küstenkanal gefällt nicht allen. Im Saterland hat sich eine Bürgerinitiative gegen die Ansiedlungsbestrebungen formiert. Außerdem läuft derzeit ein Bürgerbegehren, um die Ansiedlung von revis und Kaskum am C-Port zu verhindern. Am 21. März findet dazu ein Bürgerentscheid statt.