Wirtschaft

Leitungen laufen nicht über gemeindeeigenen Grund

Astrid Fertig
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Von Astrid Fertig
| 21.01.2021 15:12 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
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Das Unternehmen revis, das sich am C-Port ansiedeln möchte, machte jetzt seinen geplanten Trassenverlauf für die Abwasserleitungen öffentlich. Die Trasse verläuft nicht über Gebiet, das der Gemeinde Saterland gehört.

Sedelsberg - Beim zweiten Runden Tisch, den das Münsteraner Unternehmen revis Bioenergy veranstaltete, informierte revis-Chef Simon Detscher die Teilnehmer auch über den geplanten Trassenverlauf zur Einleitung aufbereiteten Abwassers. revis will sich im Industriepark C-Port ansiedeln, um aus Biomethan Kraftstoff zu produzieren. Gegen dieses Vorhaben sowie das der Friesoyther Firma Kaskum, die am C-Port Schweinegülle aufbereiten will, findet im Saterland am 21. März ein Bürgerentscheid statt. Ansatzpunkt der Aktivisten ist, dass die Abwasserleitungen nicht über Gebiet im Besitz der Gemeinde Saterland laufen sollen.

Trasse berührt kommunales Gebiet nicht

Doch der Trassenverlauf, den Detscher jetzt beim Runden Tisch vorstellte, berührt kein Gelände, das sich im Besitz der Kommune befindet. „Die Flächen für die Trassenführung befinden sich in der Hand privater Eigentümer sowie denen öffentlicher Träger wie dem Landkreis Cloppenburg, dem Land Niedersachsen und dem Bund“, erläutert revis-Sprecher Tim van Bevern. Die Einleitung in die Sagter Ems werde über den Graben „Neues Vehn“ erfolgen. Dazu werde ein Einleitbauwerk der Friesoyther Wasseracht genutzt, das die revis auf ihre Kosten sanieren lasse.

Gestattungsverträge lägen vor

Für den Trassenverlauf lägen von dem geplanten Einspeisepunkt auf dem revis-Gelände im C-Port bis zur Einleitstelle alle Gestattungsverträge vor, sagte Detscher beim Runden Tisch.

Allerdings fehlt noch die Einleitgenehmigung. Kaskum-Geschäftsführer Gert Stuke hatte bereits verkündet, dass sein Unternehmen keine kommunalen Flächen im Saterland für seine Pipelines benötige.

Wird der Bürgerentscheid gekippt?

Was bedeutet das für das Saterländer Bürgerbegehren? Wird es gekippt? Nein, sagt dazu Walter Hußmann aus Sedelsberg, einer der Initiatoren. Ob die Unternehmen, was die Trassenführung angeht, tatsächlich nicht auf die Zustimmung der Gemeinde Saterland angewiesen sind, werde sich erweisen, wenn sie ihre Bauanträge bei der Kreisverwaltung einreichen.

Der Bürgerentscheid, so Hußmann, beziehe sich zudem nicht nur auf das Durchleitungsrecht, sondern auf alle ausstehenden Genehmigungen, die die Gemeinde bei der Ansiedlung der Firmen zu erteilen hat.

Bürgerentscheid findet statt

„Die Veröffentlichung des geplanten Trassenverlaufs der revis hat keinen Einfluss auf die Durchführung des Bürgerentscheids“, sagt auch Saterlands Bürgermeister Thomas Otto. Auch er verweist darauf, dass die Forderungen des Bürgerentscheids über die Leitungsführung hinaus gingen. Zudem sei die Genehmigung für die Abwassereinleitung der Firma Kaskum bereits genehmigt. Diese Einleitstelle liege im Saterland.

Dass sich die Genehmigung für Kaskum auf ein Flurstück in der Gemarkung Scharrel bezieht, bestätigt Frank Beumker, Sprecher des Landkreises Cloppenburg. Allerdings gehöre das Gelände der Friesoyther Wasseracht.

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