Infrastruktur
Arbeiten an Gasleitungen in Sedelsberg ruhen
Im Auftrag ansiedlungswilliger Unternehmen, die am C-Port Gülle und Festmist verwerten wollen, erstellt die EWE Netz derzeit die Infrastruktur für die Einspeisung von Biomethan ins Erdgasnetz. In Sedelsberg ist derzeit Stillstand auf der Baustelle.
Sedelsberg - Seit Juli baut die EWE im Industriepark C-Port zwei Biogas-Einspeiseanlagen und eine Verdichteranlage, damit dort Biomethan ins Erdgasnetz eingespeist werden kann.
Hintergrund ist die geplante Ansiedlung von Gülle- und Festmistverwertern im Industriepark C-Port. Dort will das Münsteraner Unternehmen revis bioenergy eine Biomethananlage bauen, in der Mist zu ökologischem Kraftstoff umgewandelt wird. Die Friesoyther Firma Kaskum möchte eine Transformationsanlage für die Wiederverwertbarkeit von Schweinegülle realisieren. Beide Unternehmen hatten deshalb im Sommer Grundstücke vom Zweckverband Interkommunaler Industriepark Küstenkanal im C-Port erworben.
Infrastruktur im Kundenauftrag
Das im Konzern des Oldenburger Energieversorgers EWE für die Versorgungsnetze zuständige Unternehmen, die EWE Netz, handele im Kundenauftrag, bestätigt Ina Buchholz, Pressesprecherin der EWE AG. Wer der Kunde ist, der Biomethan ins Netz einspeisen möchte, teilt sie nicht mit.
Naheliegend ist die Vermutung, dass es sich um das Unternehmen revis handelt, das Biomethan erzeugen will. Tim van Bevern, Project Engineer der revis, teilt mit, dass sein Unternehmen zu den Bautätigkeiten der EWE keine Auskünfte erteile.
EWE zum Bau verpflichtet
Als regionaler Netzbetreiber nach der Gasnetzzugangsverordnung sei die EWE verpflichtet, den Netzzugang für Einspeiser von Biomethan herzustellen und vorrangig an die Gasversorgung anzuschließen, so Buchholz. Im Netzgebiet gebe es mehrere solcher Projekte. Die EWE Netz betreibe 18 Biogaseinspeiseanlagen, auch in der Region Weser-Ems, so die Unternehmenssprecherin. Für die Einbindung der Anlage in das bestehende Gasnetz im Raum Friesoythe/Sedelsberg ist es nötig, das Netz zu verstärken.
Dazu liefen aktuell ebenfalls erforderliche Baumaßnahmen, teilt Buchholz mit. Eine dieser Baustellen, für die die EWE Netz das Barßeler Tiefbauunternehmen Eilers als ausführende Firma beschäftigt, ruht allerdings derzeit. Das betrifft die Verlegung von Rohrleitungen in Sedelsberg. Auf der zweiten Baustelle, die sich in Richtung Friesoythe befindet, werde gearbeitet, so Buchholz. Dass die Arbeiten in Sedelsberg ruhen, lässt Gerüchte ins Kraut schießen, ist doch die Ansiedlung der beiden Gülleverwerter besonders im Saterland umstritten. Dort läuft dagegen ein Bürgerbegehren, auch eine Bürgerinitiative hat sich gegründet.
Arbeiten kurzzeitig ausgesetzt
Doch mit der möglichen Ansiedlung von revis und Kaskum habe das Ruhen der Baustelle nichts zu tun, erläutert EWE-Sprecherin Buchholz auf Nachfrage. Die Arbeiten seien nur kurzzeitig ausgesetzt, weil die eingesetzten Dienstleisterkolonnen auf einer anderen Baustelle eingesetzt werden mussten. „Die Arbeiten werden voraussichtlich zum Ende dieser Woche fortgesetzt“, kündigt Buchholz an.
Die ganze Zeit gearbeitet wird auf dem C-Port-Gelände am Ems-Dollart-Ring, wo die beiden Biogas-Einspeiseanlagen und die Verdichteranlage gebaut werden. Wie Buchholz erläutert, dienten die Anlagen vor allem dazu, das einzuspeisende Biomethan zu überprüfen, was bedeute, den Brennwert auf die örtlichen Erdgasnetzbedingungen einzustellen und mittels Verdichtereinheit den Gasdruck anzupassen, um das Biomethan in das Erdgashochdrucknetz einzuspeisen.
Genehmigungsantrag noch nicht eingereicht
Zum Stand des Genehmigungsverfahrens nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz, das die revis bioenergy durchlaufen muss, um ihre Biomethananlage im C-Port anzusiedeln, teilt revis-Sprecher van Bevern mit, man befinde sich „in den letzten Vorbereitungen. In den nächsten Wochen werden wir in Abstimmung mit den Behörden die entsprechenden Schritte zur Einreichung der Unterlagen vollziehen“, so van Bevern.
Auf der Projektseite www.gruene-kraftstoffe-kuestenkanal.de seines Unternehmens könne jedermann einsehen, was revis am Küstenkanal plant. „Dort sind wir bemüht, stets über die aktuellen Entwicklungsphasen des Projektes zu informieren“, so van Bevern.