Wirtschaft
C-Port: Hafen wird für größere Schiffe ausgebaut
Der Hafen im C-Port wird ausgebaut. Damit reagieren die Verantwortlichen des Industrie- und Gewerbeparks auf den geplanten Ausbau des Küstenkanals zwischen Dörpen und Oldenburg.
Sedelsberg/Oldenburg – Lange Zeit galt der C-Port als Sorgenkind. Inzwischen entwickelt sich der Industrie- und Gewerbepark am Küstenkanal aber gut. Das teilte Geschäftsführer Arno Djuren auf Anfrage dieser Zeitung mit. Das gelte nicht nur mit Blick auf die Ansiedlung von Betrieben, sondern auch für den Hafen in Sedelsberg. Für 2020 wird dort mit einem Rekordumschlag von erstmals etwa 200 000 Tonnen gerechnet. Weil der Bund schon bald in den Ausbau des Küstenkanals investiert und dort in einigen Jahren auch Großmotorgüterschiffe (GMS) zwischen dem Dortmund-Ems-Kanal bei Dörpen und der Hunte bei Oldenburg verkehren können, blicken die Verantwortlichen im C-Port positiv nach vorne. Darum werde kräftig in den Ausbau des Hafens investiert, so Djuren.
Die an dem Zweckverband beteiligten Kommunen – die Gemeinde Saterland, die Stadt Friesoythe und der Landkreis Cloppenburg – hätten nach Angaben des Geschäftsführers einer millionenschweren Erweiterung, die mit Fördermitteln realisiert werden soll, zugestimmt. „Wir wollen den Aufschlag des Bundes, der den Küstenkanal für Großmotorgüterschiffe ausbaut, für uns nutzen“, so Djuren. Bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Oldenburg wird der Ausbau des Küstenkanals ebenfalls begrüßt.
IHK begrüßt Ausbau des Kanals
„Seit dem letzten Ausbau im Jahr 1965 kann auf dem Küstenkanal das Europaschiff mit einer Breite von bis zu 9,65 Meter und einer Länge von bis zu 100 Meter durchgängig verkehren. Die Abladetiefe liegt überwiegend bei 2,50 Meter. Der sich im Westen anschließende Dortmund-Ems-Kanal wird aktuell für einen Einsatz von Großmotorgüterschiffen (GMS) ausgebaut. Schiffe dieses Typs sind 110 Meter lang, 11,40 Meter breit und haben einen Tiefgang von 2,80 Meter. Auf der sich im Osten an den Küstenkanal anschließenden Hunte können sie bereits heute eingesetzt werden. Der Küstenkanal ist damit künftig in ein auf das GMS ausgerichtetes Wasserstraßensystem eingebettet. Vor diesem Hintergrund ist ein auf das GMS ausgerichteter Ausbau anzustreben. Dies würde neben einer Verbesserung der Einsatzmöglichkeiten im Bereich der Binnenschifffahrt auch zu einer Stärkung der Wettbewerbsposition der am Küstenkanal gelegenen Binnenhäfen führen“, so Martin Heine, der bei der IHK für Häfen und Digitale Infrastruktur zuständig ist.
Der Ausbau des Küstenkanals steht im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans (BVWP) 2030. Geplant sind eine Vertiefung, neue Spundwände und Brückenanhebungen auf einer Länge von 70 Kilometer zwischen Dörpen und Oldenburg. Derzeit befindet sich das Projekt in der Planungsphase. Der Ausbau des Küstenkanals, davon sind die Verantwortlichen beim C-Port überzeugt, werde den Standort stärken. GMS könnten in einigen Jahren den c-Port problemlos von der Nordsee über den Dortmund-Ems-Kanal erreichen „und wir sind darauf bestens vorbereitet“, so Djuren.
Das ist geplant
Geplant sei die Verlängerung der Kaimauer um 250 Meter in Richtung Oldenburg, der Bau eines neuen Wendebeckens für die GMS sowie die landseitige Erschließung von etwa 25 Hektar Fläche mit neuen Straßen, Regenrückhaltebecken und Lagerflächen.
Erwartet wird, dass sich der C-Port nach dem Ausbau stärker als bisher als Containerhafen etabliert. Sven Stratmann, Vorsitzender des Aufsichtsrates der C-Port Hafenbesitz GmbH: „Wir haben dann eine noch viel bessere Anbindung an alle wichtigen Containerseehäfen, zum Beispiel Bremen, Bremerhaven, Hamburg, Rotterdam, Antwerpen.“ Bei dem Ausbau des Hafens setzt der Zweckverband weiterhin auf die Zusammenarbeit mit dem Hafendienstleister Rhenus Midgard Ems mit Sitz in Leer. Arne Woldenga, Prokurist und Standortleiter der Rhenus C-Port Betreibergesellschaft mbH, teilt die positiven Einschätzungen von Djuren und Stratmann. „Der Hafen entwickelt sich nach anfänglichen Schwierigkeiten prächtig. Wir konnten zuletzt wichtige Kunden aus der Region an den Hafen binden.“ Einer davon sei die RWG Ammerland-Ostfriesland, die sich vor Ort auf der ehemaligen Niba-Fläche angesiedelt habe.
Woldenga ist überzeugt, dass der anstehende Kanal-Ausbau zusätzlichen Auftrieb geben wird und „uns weitere Türen öffnet, vor allem in Bezug auf die Abwicklung größerer Schiffseinheiten bis 110 Meter Länge.“