Tarifkalender Im Tarifjahr 2027 steht öffentlicher Dienst im Mittelpunkt
Nach der Industrie werden im kommenden Jahr vor allem Tarifverträge für öffentlich Beschäftigte verhandelt. Warnstreiks kann es auch dort geben.
Unmittelbar vor Beginn der Warnstreiks in der deutschen Metall- und Elektroindustrie blickt die gewerkschaftliche Hans-Böckler-Stiftung auf das kommende Tarifjahr. 2027 werden demnach für rund 7,5 Millionen Beschäftigte die Arbeits- und Entgeltbedingungen neu ausgehandelt. Nach 10 Millionen im laufenden Jahr ist das eine deutlich geringere Zahl von Betroffenen.
2026 haben viele große Branchen wie Chemie, Handel oder der öffentliche Dienst der Länder Abschlüsse erzielt, die erst im Jahr 2028 wieder auf den Terminkalender kommen. Ein Abschluss im größten deutschen Flächentarif, der Metall- und Elektroindustrie mit 3,7 Millionen Beschäftigten, steht aus. Für den vom Arbeitgeber gekündigten Haustarifvertrag bei der Volkswagen AG beginnen die Gespräche im November.
Die mit Abstand größte Tarifauseinandersetzung des kommenden Jahres findet im öffentlichen Dienst des Bundes und der Gemeinden statt, wo die aktuellen Tarifverträge im März 2027 auslaufen. Weil parallel auch im öffentlichen Nahverkehr, bei Versorgungsbetrieben und anderen öffentlichen Organisationen wie der Bundesagentur für Arbeit verhandelt wird, summiert sich die Beschäftigtenzahl dieser Tarifrunde auf 3,1 Millionen Menschen. In der Vergangenheit hat es in Teilbereichen wie dem Nahverkehr oder der Müllabfuhr immer wieder scharfe Warnstreiks gegeben. Weitere Verhandlungsrunden gibt es 2027 unter anderem am Bau, bei den Gebäudereinigern, im Kfz-Handwerk und in der Leiharbeitsbranche.