Metall und Elektro IG Metall lehnt erstes Angebot ab - Warnstreiks kommen

Christian Ebner und Michel Winde, dpa
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Von Christian Ebner und Michel Winde, dpa
| 27.10.2026 12:33 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Metaller wollen fünf Prozent mehr Geld (Foto aktuell).  Foto: Marijan Murat/dpa
Metaller wollen fünf Prozent mehr Geld (Foto aktuell). Foto: Marijan Murat/dpa
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Ab Sonntag sind Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie wahrscheinlich. Ein erstes Angebot der Arbeitgeber weist die Gewerkschaft „entschieden“ zurück.

Bei den regionalen Tarifverhandlungen für die gut 3,7 Millionen Beschäftigten der deutschen Metall- und Elektroindustrie hat die IG Metall ein erstes Angebot der Arbeitgeber abgelehnt. „Dieses Angebot setzt zu spät ein, ist zu niedrig, die Laufzeit ist zu lang und es steckt wenig Zukunft drin. Es bleibt deutlich hinter den Erwartungen und Bedürfnissen der Beschäftigten zurück“, erklärte beispielsweise der NRW-Bezirksleiter Knut Giesler. Man weise es „entschieden“ zurück. 

In den Augen der IG Metall gleicht das Angebot nicht einmal ansatzweise die aktuelle Preissteigerung aus. Statt die Kaufkraft der Beschäftigten zu stärken, würde es zu weiteren Reallohnverlusten führen - „faktische eine Minus-Runde“. Das sei nicht nur unfair gegenüber den Beschäftigten, sondern auch wirtschaftspolitisch falsch.

Warnstreiks zeichnen sich ab

Damit zeichnen sich nach zwei Verhandlungsrunden Warnstreiks ab, die nach dem Ende der Friedenspflicht bereits ab diesem Sonntag (1. November) möglich sind. In NRW soll darüber am Samstag die Tarifkommission entscheiden. 

Die Autoindustrie ist ein Kern der Metall- und Elektroindustrie. (Archivbild)  Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Die Autoindustrie ist ein Kern der Metall- und Elektroindustrie. (Archivbild) Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Auch im Südwesten stehen die Zeichen auf Warnstreik. Man werde mit Ablauf der Friedenspflicht mit Warnstreiks den Druck in den Betrieben erhöhen, damit die Arbeitgeber ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen, kündigte die regionale IG Metall an. Bezirksleiterin Barbara Resch erklärte: „Die Arbeitgeber müssen sich bewegen. Sonst sorgen die Beschäftigten in den Betrieben dafür.“

Einmalzahlung im ersten Jahr 

Erstmals in der Tarifgeschichte hatten die Arbeitgeberverbände in fünf Tarifbezirken gleichzeitig ein abgestimmtes Angebot auf den Tisch gelegt. Eine tabellenwirksame Entgelterhöhung um 1,3 Prozent soll demnach im Juli 2028 greifen, wie der Dachverband Gesamtmetall in Berlin mitteilte. Für das kommende Jahr schlagen sie im Juli eine Einmalzahlung in Höhe von 1 Prozent des durchschnittlichen tariflichen Jahresbruttoentgelts vor. 

Trotz Industriekrise will die IG Metall höhere Entgelte durchsetzen. (Archivbild) Foto: Daniel Karmann/dpa
Trotz Industriekrise will die IG Metall höhere Entgelte durchsetzen. (Archivbild) Foto: Daniel Karmann/dpa

Diese Zahlung soll dem Vorschlag zufolge bei Unternehmen ausgesetzt werden können, die kaum noch Geld verdienen. Bislang gilt für eine gleichartige „automatische Differenzierung“ anderer Entgeltbestandteile eine Grenze von 2,3 Prozent Nettoumsatzrendite. Nach Angaben von Südwestmetall müssten in Baden-Württemberg die knappe Hälfte (45 Prozent) der Betriebe nicht zahlen, weil sie derzeit Verluste machten oder unterhalb der Grenze verdienten. 

Gewerkschaft fordert fünf Prozent

Die IG Metall hat für die rund 3,7 Millionen Beschäftigten fünf Prozent mehr Geld bei einer deutlich kürzeren Laufzeit von zwölf Monaten verlangt. Zudem will sie Vereinbarungen zur Sicherung von Betrieben und Arbeitsplätzen treffen. Die Arbeitgeber legten ihre Offerte zum Auftakt der zweiten Verhandlungsrunde in Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und im Norden vor. Die übrigen Tarifgebiete sollen folgen. 

Sparrunden mit dem Betriebsrat?

Die Arbeitgeber wollen dem Vorschlag zufolge eine neue Verhandlungsmöglichkeit auf betrieblicher Ebene einführen, wenn Investitionen, Innovationen, Standorte und Beschäftigung gesichert werden müssten. Für solche Verhandlungen wären dann die Betriebsräte und nicht mehr wie bislang die Gewerkschaft zuständig.

NRW-Bezirkschef Giesler kritisierte auch diesen Vorschlag. Nach seiner Auffassung sollen damit Personalkosten reduziert werden. Die Beschäftigten müssten Investitionen in die Zukunft dann selbst erkaufen. „Wer Leistung, Wandel und Zukunft einfordert, muss jedoch bereit sein, in die Menschen zu investieren, die diesen Wandel Tag für Tag tragen und sollte sie nicht zu Sündenböcken der aktuellen wirtschaftlichen Situation machen.“

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