Deutsche Wirtschaft Bundesbank erwartet Jahresendspurt nach Sommer-Stagnation
Nach einem starken ersten Halbjahr stockt die Erholung der deutschen Wirtschaft. Doch schon auf das laufende Quartal blickt die Bundesbank wieder zuversichtlicher.
Die Bundesbank erwartet nach Stagnation im Sommer einen Jahresendspurt der deutschen Wirtschaft. „Im vierten Quartal dürfte die deutsche Wirtschaftsleistung wieder spürbar wachsen“, heißt es im Monatsbericht Oktober der Notenbank. „Die weitere konjunkturelle Erholung hängt aber nicht zuletzt von der Entwicklung des Krieges im Nahen Osten ab.“
Für das dritte Quartal 2026 rechnen die Volkswirte der Bundesbank inzwischen nicht einmal mehr mit einem minimalen Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Die Erholung der deutschen Wirtschaft sei damit nach einem positiven ersten Halbjahr „vorübergehend unterbrochen“.
Niedrigwasser belastet Industrie
Ausschlaggebend dafür seien „temporäre Belastungsfaktoren“, vor allem das Niedrigwasser im Rhein, das die Lieferketten der Industrie belastet. Auch der Außenhandel habe sich zu Beginn der zweiten Jahreshälfte spürbar schwächer gezeigt: „Die niedrigen Pegelstände dürften durch die Beschränkungen der Binnenschifffahrt auch den Außenhandel über europäische Häfen weiterhin negativ beeinflussen.“
Hohe Inflation bremst Verbraucher
Der private Konsum wird durch die nach oben geschnellte Inflation gebremst. Vor allem hohe Energiepreise sind für Verbraucher derzeit eine Belastung, der damalige Tankrabatt war nach zwei Monaten Ende Juni ausgelaufen. Nach Einschätzung der Bundesbank dürften vom privaten Konsum im dritten Quartal insgesamt kaum Wachstumsimpulse ausgegangen sein.
Und die Teuerungsrate wird demnach vorerst erhöht bleiben: „Die Verteuerung von Energie dürfte trotz der befristeten Wiedereinführung des Tankrabatts für die Monate Oktober bis Dezember auf sehr hohem Niveau verbleiben.“
Eine erste amtliche Schätzung zur Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts im Zeitraum Juli bis September wird am 30.10. vom Statistischen Bundesamt erwartet. In den ersten beiden Vierteljahren 2026 hatte es ein Plus von 0,4 Prozent beziehungsweise 0,3 Prozent gegeben.