Öffentlicher Nahverkehr Neues digitales Ticket soll Bus- und Bahnfahren vereinfachen

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Von dpa
| 20.10.2026 10:35 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Kommt bald die kleine Schwester des Deutschlandtickets? (lllustration) Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Kommt bald die kleine Schwester des Deutschlandtickets? (lllustration) Foto: Julian Stratenschulte/dpa
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Für Gelegenheitsfahrer ist das Deutschlandticket oft zu teuer. Von einem bundesweiten digitalen Ticket sollen alle Nutzer von Bussen und Bahnen profitieren.

Für gelegentliche Bus- und Bahnfahrer soll bald bundesweit ein neues digitales Fahrscheinangebot eingeführt werden - als Ergänzung zum bestehenden Deutschlandticket. Der Clou dabei: Per Smartphone wird Fahrtbeginn und Fahrtende registriert und der günstigste Tarif automatisch berechnet. Fahrgäste zahlen in einem Monat insgesamt aber nicht mehr als für ein Deutschlandticket. 

Einen entsprechenden Vorschlag haben die Länder Nordrhein-Westfalen und Hamburg für die Herbstkonferenz der Verkehrsminister eingebracht, wie das nordrhein-westfälische Verkehrsministerium am Dienstag auf Anfrage mitteilte. Zuvor hatte die „Rheinische Post“ über das Vorhaben berichtet.

Vorbild ist das Ticketsystem aus NRW

Der Antrag von NRW und Hamburg für die an diesem Mittwoch beginnende Konferenz im bayerischen Hohenschwangau sieht vor, eine Arbeitsgruppe einzusetzen, die ein Konzept für das neue Ticketsystem erstellen soll. Vorbild ist das Angebot eezy.nrw in Nordrhein-Westfalen, das nach Angaben des Verkehrsministeriums ein großer Erfolg ist. Im September seien mehr als 1,4 Millionen Fahrten mit eezy.nrw abgerechnet worden.

NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) erläuterte die Idee: „Wer nur gelegentlich Bus und Bahn fährt, muss genauso unkompliziert und zu fairen Konditionen unterwegs sein können wie die Vielfahrer mit dem Deutschlandticket.“ Das in NRW bereits funktionierende System könnte bundesweit ausgedehnt werden: „Dann könnten Gelegenheitsfahrer bald in ganz Deutschland einfach und komfortabel im Nahverkehr unterwegs sein.“ 

Niedersachsens Verkehrsminister Grant Hendrik Tonne (SPD) sagte, Niedersachsen sehe das grundsätzlich positiv. „Wir werden ein D-Ticket light konstruktiv diskutieren. Nach dem D-Ticket könnten wir die Tariflandschaft auch im Gelegenheitsverkehr revolutionieren. Auch hier müssten wir uns bundesweit auf einheitliche Regularien wie Tarife und Mitnahmemöglichkeiten und vor allem über die Finanzierung und Einnahmeaufteilungen verständigen.“ Wichtig sei, jetzt keine Luftschlösser zu bauen. „Das Thema ist ein ganz dickes Brett, aber es lohnt sich, mit dem Bohren anzufangen.“

Auch der Fahrgastverband Pro Bahn unterstützt den Vorstoß. „Das bringt die Leute in den Nahverkehr. Denn es gibt viele, die kaufen sich kein Deutschlandticket, weil sie es kaum gebrauchen können“, sagte der Ehrenvorsitzende Detlef Neuß der „Rheinischen Post“. Er regte an, Gruppen und Familien einzubeziehen. Das Deutschlandticket für den bundesweiten Regionalverkehr kostet zurzeit 63 Euro pro Monat, im kommenden Jahr dann 66,80 Euro.

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