FC Bayern in Champions League Kunstrasen-Rarität und Keeper-Frage: Neuer mit „Vorahnung“

Christian Kunz, dpa
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Von Christian Kunz, dpa
| 12.10.2026 13:05 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Wer steht im Bayern-Tor: Jonas Urbig (l) oder Manuel Neuer? (Archivbild) Foto: Sven Hoppe/dpa
Wer steht im Bayern-Tor: Jonas Urbig (l) oder Manuel Neuer? (Archivbild) Foto: Sven Hoppe/dpa
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Wer steht in der Champions League im Bayern-Tor? Nach dem Patzer von Manuel Neuer rückt diese Frage bei einer ungewöhnlichen Reise in den Fokus. Der Trainer erklärt, warum er die Abläufe ändert.

Das Kunstrasen-Abenteuer soll für den FC Bayern nicht zur Mission Impossible werden - egal, wer im Tor steht. Wegen des Champions-League-Spiels auf ungewohntem Untergrund in Norwegen ließ der Münchner Trainer seine Stars früher als gewohnt anreisen. Die spannende Frage, ob Manuel Neuer nach seinem Augsburg-Patzer oder Jonas Urbig im Auswärtsspiel bei Viking Stavanger im Tor stehen wird, beantworteten Trainer Vincent Kompany und Sportvorstand Max Eberl erst einmal nicht.

Erst das zweite Kunstrasen-Spiel

„Ich denke, Vinnie hat sich seine Gedanken gemacht zusammen mit dem Trainerstab, deswegen möchte ich da gar nicht vorweggreifen“, sagte Eberl, bevor der Charterflieger am Vormittag aus dem sonnigen München abhob. Trotz des Fauxpas beim schnellsten Gegentor der Bundesliga-Historie gegen den FC Augsburg (2:2) gebe es „gar keine Zweifel an Manu“, betonte Eberl vor einem „vermeintlich exotischen“ Königsklassen-Abend am Dienstag (21.00 Uhr/Prime Video). Neuer selbst hatte schon „eine Vorahnung“, wer auf dem Kunstrasen im Südwesten Norwegens zwischen den Pfosten stehen wird.

Sportdirektor Max Eberl strebt den nächsten Sieg der Münchner in der Champions League an.  Foto: David Ebener/dpa
Sportdirektor Max Eberl strebt den nächsten Sieg der Münchner in der Champions League an. Foto: David Ebener/dpa

Das laut Club-Angaben erst zweite Pflichtspiel des deutschen Fußball-Rekordmeisters auf diesem Belag - am 22. November 2006 gab es ein 2:2 bei Spartak Moskau - veranlasste Kompany zur Änderung der gewohnten Reise-Abläufe in der Champions League. Statt zu Hause auf dem saftigen Grün an der Säbener Straße wurde das Abschlusstraining vor Ort auf dem ungewohnten Untergrund angesetzt.

Kompany mit klarer Forderung

„Ich habe in 20 Jahren Karriere nie auf Kunstrasen gespielt“, erklärte Kompany. Seine Stars sollten sich ein Gefühl für Boden und Schuhwahl verschaffen, Antworten habe er selbst auf diese Fragen auch noch nicht. „Aber ob Wind, Regen oder Sonne, egal ob in Amerika in Carolina mit 45 Grad oder in Stavanger mit minus fünf Grad auf Kunstrasen, das ist für mich alles egal. Ich möchte gerne, dass wir überall Bayern sind“, forderte Kompany. Daran ändert auch die Entscheidung nichts, wer im Tor spielt.

Lässt seine Stars wegen des Trainings auf Kunstrasen früher anreisen: Bayern-Trainer Vincent Kompany. (Archivbild) Foto: Harry Langer/dpa
Lässt seine Stars wegen des Trainings auf Kunstrasen früher anreisen: Bayern-Trainer Vincent Kompany. (Archivbild) Foto: Harry Langer/dpa

Zwar hat der norwegische Meister, der beim VfB Stuttgart im September mit 1:3 verlor, in der heimischen Lyse Arena seit August letzten Jahres lediglich ein Pflichtspiel vor eigenem Publikum nicht gewonnen. Rund 45 Minuten Autofahrt und einen schönen Aufstieg entfernt von der atemberaubenden Klippe des Preikestolen, wo Tom Cruise eine der bekanntesten Actionszenen aus der Reihe „Mission: Impossible“ drehte, ist der nächste Bayern-Sieg in der Ligaphase aber alles andere als ein unmöglicher Auftrag.

Bekannt aus Mission Impossible: Der Preikestolen am Lysefjord in der Nähe von Stavanger. (Archivbild) Foto: picture alliance / dpa
Bekannt aus Mission Impossible: Der Preikestolen am Lysefjord in der Nähe von Stavanger. (Archivbild) Foto: picture alliance / dpa

Kimmich: Können auch auf Kunstrasen guten Fußball spielen

„Ich gehe davon aus, dass man auch auf einem Kunstrasen sehr guten Fußball spielen kann“, sagte DFB-Kapitän Joshua Kimmich. Zum Glück hätten sich die Kunstrasenplätze in den vergangenen Jahren entwickelt und seien nicht mehr „so wie ein Hockeyfeld“.

Gerade in Regionen mit langen Wintern, viel Regen und vergleichsweise wenig natürlichem Licht bietet Kunstrasen Vorteile. Für Spieler fühlt sich der Boden aber anders an. Der Ball kann etwas schneller laufen und anders aufspringen. Auch das Zusammenspiel zwischen Schuh und Rasen verändert sich.

„Man muss sich kurz an den Belag gewöhnen; er geht etwas stärker auf Knie und Knöchel. Mit den richtigen Schuhen sollte das aber kein großes Problem sein“, sagte Harry Kane, der zuletzt vor neun Jahren mit England in Litauen auf Kunstrasen spielte. „Gut, dass wir im Herbst und nicht im Winter dort spielen, sonst wäre der Unterschied größer.“

Neuer vor zwei Rekorden

Nach dem 5:0 zum Auftakt der neuen Königsklassen-Saison gegen FK Bodø/Glimt vor einem Monat streben die Münchner gegen das Team des Trainerduos Bjarte Lunde Aarsheim und Morten Jensen den nächsten Erfolg an. „Unsere Norwegen-Wochen gehen weiter“, sagte Eberl. „Wir müssen und wollen das Spiel gewinnen, um gut in die Champions League reinzustarten.“

Eberl bekräftigte, dass der FC Bayern auch nach einem schlechten Neuer-Spiel an seinen Torhüterrollen festhält. „Manu ist unsere Nummer eins, wird es auch bleiben. Und was dann in Zukunft passiert, das wird man dann sehen“, sagte der 53-Jährige. In der Gegenwart winken Neuer erst mal zwei Rekorde in der Champions League. Bei einem Einsatz in Stavanger würde er Spaniens Torwartlegende Iker Casillas mit dann 54 unterschiedlichen Gegnern hinter sich lassen - und er würde mit Einsatz 163 mit dem deutschen Rekordspieler Thomas Müller gleichziehen.

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