Schiffsunglück Mindestens 139 Migranten sterben bei Bootsunglück

dpa
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Von dpa
| 11.10.2026 11:56 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Ein Videostandbild der Küstenwache von Dschibuti zeigt die Suche nach Leichen von Migranten (Handout) Foto: Djibouti Coast Guard/Djiboutian Coast Guard/AP/dpa
Ein Videostandbild der Küstenwache von Dschibuti zeigt die Suche nach Leichen von Migranten (Handout) Foto: Djibouti Coast Guard/Djiboutian Coast Guard/AP/dpa
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Jedes Jahr versuchen zehntausende Menschen, vom Horn von Afrika über die Meerenge Bab al-Mandab die arabische Halbinsel zu erreichen. Für knapp 140 endete die gefährliche Reise nun tragisch.

Bei einem Schiffsunglück vor der Küste Dschibutis sind nach UN-Angaben mindestens 139 Migranten ums Leben gekommen. Unter ihnen seien auch 15 Kinder. 84 Passagiere des gekenterten Bootes auf dem Weg von Dschibuti nach Jemen werden noch vermisst, wie die Internationale Organisation für Migration (IOM) mitteilte. Die Suche nach Toten und möglichen Überlebenden dauerte an. Mehr als 80 Menschen überlebten das Schiffsunglück. Nach UN-Angaben handelt es sich bei allen um äthiopische Staatsangehörige.

IOM-Chefin fordert sichere Zugangswege für Migranten

IOM-Generaldirektorin Amy Pope forderte angesichts der Tragödie sichere und legale Zugangswege für Migranten. „Niemand steigt in ein solches Boot, wenn er nicht glaubt, dass es keinen anderen sicheren Weg gibt“, sagte sie in einer Stellungnahme. „Wir dürfen diese Todesfälle nicht länger als Normalität hinnehmen. Ich fordere Regierungen und Geldgeber auf, zu handeln, bevor das nächste Boot sinkt.“

„Dies ist ein verheerender Verlust an Menschenleben. Unsere Gedanken sind bei den Überlebenden und den Familien, die Angehörige verloren haben oder noch immer keine Nachricht von ihren Verwandten haben“, sagte Alexandre Coissac, Leiter der IOM-Mission in Dschibuti. „Unsere Teams sind gemeinsam mit den örtlichen Behörden vor Ort, um Nothilfe zu leisten. Diese Tragödie ist eine eindringliche Erinnerung an die Gefahren, denen Migranten auf diesem Migrationskorridor auf der Suche nach wirtschaftlichen Chancen ausgesetzt sind.“

Menschen suchen Arbeit in Saudi-Arabien und den Emiraten

Dschibuti ist der Ausgangspunkt der sogenannten östlichen Migrationsroute vom Horn von Afrika über die Meerenge Bab al-Mandab auf die arabische Halbinsel. Die meisten Migranten warten in Obock nach dem gefährlichen Weg durch die Wüste darauf, dass ihnen Schmuggler Plätze auf Fischerbooten organisieren. Vor der Küste von Obock kenterte nun auch das Schiff der Migranten.

Die IOM hatte vor wenigen Tagen berichtet, dass innerhalb von drei Wochen mehr als 20.000 Migranten aus Äthiopien in Dschibuti eingetroffen waren. Dem Land am Horn von Afrika droht derzeit nach neuen Kämpfen in der Region Tigray ein weiterer Bürgerkrieg. Auch aus Somalia versuchen immer wieder Menschen über den Hafen von Dschibuti vor allem nach Saudi-Arabien, in die Vereinigten Arabischen Emirate oder nach Oman zu gelangen, wo sie auf Arbeit und mehr Stabilität hoffen. 

Gefährliche Überfahrt - schon mehr als tausend Tote seit 2025

Nach IOM-Angaben ist nicht nur die Überfahrt über das Meer mit erheblichen Gefahren verbunden. Migranten, die den Jemen erreichen, seien Risiken wie Gewalt, willkürlichen Festnahmen und Inhaftierungen, Ausbeutung und Menschenhandel ausgesetzt, heißt es.

Nach Angaben des Projekts „Missing Migrants“ der IOM kamen im Jahr 2025 auf dieser Route mehr als 900 Migranten ums Leben oder gelten als vermisst, während die Zahl derjenigen, die sich auf den Weg machten, um 18 Prozent stieg. Bei einem weiteren Schiffsunglück im März 2026 kamen neun Menschen ums Leben, 45 weitere wurden vermisst.

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