Kriminalität Eine Tote bei Angriff in Schule in Polen
Nach einer tödlichen Messerattacke prüft die Polizei, ob soziale Netzwerke Jugendliche zu solchen Taten anstiften. Es ist bereits der zweite Vorfall dieser Art in kurzer Zeit.
Bei einem Angriff in einer Schule in Polen ist eine Frau ums Leben gekommen, zwei weitere Menschen wurden verletzt. Der 15-jährige Angreifer wurde von Polizisten überwältigt, wie Innenminister Marcin Kierwinski sagte. Demnach handelt es sich um einen ehemaligen Schüler der Grundschule. Der Vorfall ereignete sich in dem Ort Leszczydol-Nowiny etwa 70 Kilometer nordöstlich von Warschau.
Der 15-Jährige habe am Morgen die Schule betreten und die Hausmeisterin und eine Lehrerin angegriffen, sagte eine Sprecherin der örtlichen Polizei dem Portal „Onet.pl“. Der Schuldirektor habe den Lärm gehört und sei daraufhin aus seinem Büro gekommen, um den Angreifer außer Gefecht zu setzen. Auch er wurde verletzt. Rettungskräfte versuchten, die 37 Jahre alte Hausmeisterin vor Ort wiederzubeleben. Sie erlag jedoch ihren Verletzungen.
Regierungschef: Angreifer wollte die Tat filmen
Regierungschef Donald Tusk sagte, der Angreifer habe einen Helm mit einer darauf befestigten Kamera getragen. „Es war seine Absicht, die Messer-Aktion zu filmen.“ Nach Angaben einer Polizeisprecherin prüft die Abteilung für Cyberkriminalität, ob es derzeit eine Challenge in sozialen Medien gebe, die Jugendliche zu derartigen Angriffen animiere.
Denn in Polen war dies bereits der zweite Vorfall dieser Art innerhalb kurzer Zeit: Erst am Mittwoch waren bei einer Messerattacke an einer Berufsschule in Ostroleka knapp 100 Kilometer nördlich von Warschau neun Menschen verletzt worden, davon zwei schwer. Der mutmaßliche Täter, ein 19-Jähriger, wurde festgenommen.
Wie die Polizei außerdem bekannt gab, wurde ebenfalls am Mittwoch in Sierpc rund 130 Kilometer nordwestlich von Warschau ein 17-jähriger Schüler festgenommen. Ein Lehrer hatte die Polizei informiert, nachdem andere Schüler ihm erzählt hatten, dass der Teenager angekündigt habe, er wolle „etwas Schlimmes in der Schule anstellen“. Die Beamten stellten bei dem 17-Jährigen zwei Messer sicher; außerdem ging aus der Auswertung seines Mobiltelefons hervor, dass er nach Informationen zur Planung eines Anschlags gesucht hatte.